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Meinung

PS Plus: Warum Sonys neue Preisregel Pausen bestraft

Von Ramona 4 Min. Lesezeit

Bei PlayStation Plus bleibt der bisherige Tarif nur erhalten, wenn das Abo ohne Pause weiterläuft. Wer kündigt und später zurückkehrt, zahlt mehr. Das macht Flexibilität zum Nachteil.

Die neue Preisregel bei PlayStation Plus wirkt zunächst harmlos: Wer sein laufendes Abonnement nicht unterbricht, bleibt vorerst beim bisherigen Tarif. Teurer wird es für neue Mitglieder und für Menschen, die ihr Abo nach einer Pause wieder aufnehmen.

Genau darin steckt aber das Problem. Sony erhöht nicht einfach sichtbar für alle den Preis, sondern macht die flexible Nutzung des Dienstes unattraktiver. Wer nur dann zahlt, wenn gerade wirklich online gespielt wird oder die monatlichen Spiele interessieren, wird beim Zurückkehren mit einer höheren Preisstufe konfrontiert. Eine Pause wird damit nicht mehr als normale Entscheidung behandelt, sondern kostet langfristig.

Die eigentliche Währung ist Bequemlichkeit

Abonnements leben davon, dass sie weiterlaufen. Das ist keine ungewöhnliche Geschäftsidee, und ein günstigerer Jahrespreis ist ebenfalls nichts Neues. Bei PlayStation Plus verschiebt sich das Verhältnis aber spürbar: Der alte Preis bleibt nicht an die Person gebunden, sondern an die lückenlose Vertragsdauer.

Das belohnt vor allem Mitglieder, die gar nicht regelmäßig prüfen müssen, ob sie den Dienst noch brauchen. Wer das Abo einfach weiterlaufen lässt, behält den bisherigen Tarif. Wer Ausgaben im Blick behalten will und bewusst kündigt, verliert diesen Vorteil. Ausgerechnet die sorgfältige Entscheidung, einen Dienst für eine Weile nicht zu bezahlen, wird damit teurer.

Für Sony ist das praktisch. Eine dauerhafte Mitgliedschaft bringt planbare Einnahmen. Für Spielerinnen und Spieler bedeutet sie dagegen weniger Freiheit. Gerade ein Abo sollte sich dem eigenen Alltag anpassen können: In manchen Monaten bleibt wenig Zeit zum Spielen, in anderen stehen Multiplayer-Abende oder interessante Katalogtitel im Vordergrund. Wenn die Rückkehr nach einer Pause dauerhaft mehr kostet, entsteht Druck, auch ungenutzte Monate mitzutragen.

Online-Spielen ist kein kleiner Zusatz

Besonders heikel wird diese Regel, weil PlayStation Plus Essential für Online-Multiplayer auf der PS5 eine große Rolle spielt. Wer in Spielen wie Battlefield, ARC Raiders oder EA Sports FC gegen andere antreten möchte, braucht das Abo. Die monatlichen Spiele sind ein zusätzlicher Anreiz, aber für viele ist der Onlinezugang der entscheidende Grund für die Mitgliedschaft.

Damit wird aus einem optionalen Angebot schnell eine wiederkehrende Grundgebühr für einen Teil der Konsole. Natürlich spielt nicht jede Person online. Wer hauptsächlich Einzelspieler-Spiele nutzt, kann leichter entscheiden, ob sich ein Abo gerade lohnt. Für Gruppen, Freundeskreise und Fans von Online-Partien sieht das anders aus. Dort ist eine Unterbrechung nicht nur eine Frage des Spielekatalogs, sondern kann bedeuten, für eine Zeit nicht mehr gemeinsam mitzuspielen.

Der unveränderte Jahrespreis verstärkt diese Richtung. Er macht die lange Bindung attraktiver, während kurze Unterbrechungen an Wert verlieren. Das kann für Menschen passen, die ohnehin das ganze Jahr online spielen. Es ist aber keine faire Lösung für alle, deren Spielzeit schwankt.

Der Mehrwert muss mitwachsen

Sony verweist für die Änderung auf anhaltende Marktbedingungen. Das erklärt, dass Kosten und wirtschaftliche Ziele eine Rolle spielen können, sagt aber wenig darüber aus, warum gerade Rückkehrer in eine neue Preisstufe fallen sollen. Für Mitglieder bleibt vor allem die praktische Folge: Die Entscheidung gegen ein durchlaufendes Abo wird bestraft.

Dabei ist PlayStation Plus längst mehr als die monatliche Auswahl bei Essential. Extra und Premium bieten einen Katalog mit bekannten Spielen. Große neue First-Party-Veröffentlichungen erscheinen dort jedoch weiterhin nicht direkt zum Start. Wer ein bestimmtes neues PlayStation-Spiel zeitnah erleben möchte, kann also trotz Mitgliedschaft zusätzlich zum Einzelkauf greifen.

Das muss ein Abo nicht automatisch schlecht machen. Ein Katalog kann sich auch ohne Neuerscheinungen am ersten Tag lohnen, wenn die enthaltenen Spiele zum eigenen Geschmack passen. Aber je stärker Sony auf dauerhafte Bindung setzt, desto wichtiger wird die Gegenfrage: Was erhalten Mitglieder dauerhaft dafür zurück? Nicht jeder Monat bringt Titel, die man spielen möchte, und nicht jeder Monat bietet genug Zeit, um ein Abo auszunutzen.

Pausen sollten keine Preisfalle sein

Die Regel trifft nicht alle gleich, aber sie sendet eine klare Botschaft. PlayStation Plus soll möglichst ohne Unterbrechung weiterlaufen. Das ist wirtschaftlich verständlich, aber aus Spielersicht unerquicklich. Denn ein Dienst, der vor allem durch Bequemlichkeit gewinnt, muss seinen Nutzen immer wieder beweisen.

Ein faireres Modell würde auch nach einer Pause eine Rückkehr ohne dauerhaften Tarifnachteil erlauben. Dann könnten Mitglieder selbst entscheiden, wann PlayStation Plus in ihren Alltag passt. So bleibt vor allem der Eindruck, dass nicht die Nutzung belohnt wird, sondern das Nicht-Kündigen. Und das ist für einen Dienst, der bei vielen für Online-Spiele praktisch notwendig ist, eine ziemlich ungünstige Richtung.

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