Ein Kampfjet mit der Nummer 203 fliegt zwischen Wolkenkratzern vor blauem Himmel.
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Ace Combat 8 im Test: Einfach zu fliegen, schwer zu meistern

Von Alex 5 Min. Lesezeit

Ace Combat 8 macht Luftkämpfe schnell verständlich. Der Missionsdruck und der Funkverkehr sorgen trotzdem für viele spannende Einsätze.

Ace Combat 8: Wings of Theve macht aus Luftkämpfen kein kompliziertes Flugsimulator-Thema. Es will, dass du schnell in einen Jet steigst, Ziele auf dem Radar jagst und dich mitten in riesige Schlachten wirfst. Genau das klappt oft richtig gut.

Die Kampagne verbindet schnelle Dogfights mit einer sehr dichten Geschichte über einen Krieg zwischen der Föderation Zentral-Usea und Sotoa. Dabei spielt man einen Rookie, der den Namen der legendären „Schwinge von Theves“ weiterträgt. Das klingt erst einmal nach viel Pathos, aber die Idee passt gut zu einem Spiel, in dem jeder Einsatz möglichst groß wirken soll.

Im Test stand nur die Solokampagne zur Verfügung. Der Mehrspieler war noch nicht spielbar und fließt deshalb nicht in dieses Urteil ein.

Fliegen lernen, ohne sofort überfordert zu sein

Der vielleicht wichtigste Punkt: Ace Combat 8 lässt dir die Wahl, wie direkt oder wie anspruchsvoll du fliegen möchtest. Mit der Standardsteuerung lenkst du den Jet einfach in die Richtung, in die du den Stick bewegst. Das ist leicht zu verstehen und sorgt dafür, dass man sich schnell auf Gegner, Raketen und Missionsziele konzentrieren kann.

Wer mehr Kontrolle möchte, nimmt die Expertensteuerung. Dann gehören Rollen und das Anpassen der Flughöhe zu jeder Kurve. Das ist deutlich fordernder, gibt aber auch mehr das Gefühl, den Jet wirklich durch enge Manöver zu bringen. Vier Schwierigkeitsstufen helfen zusätzlich dabei, einen passenden Einstieg zu finden.

Auch die Kamerawahl verändert das Spielgefühl. In der Verfolgeransicht sieht man mehr von der Umgebung und behält Gefahren leichter im Blick. Das Cockpit sieht dagegen näher am Pilotenplatz aus, schränkt aber die Sicht stärker ein. Flightsticks werden ebenfalls unterstützt.

Egal welche Ansicht du nimmst: Das Radar bleibt extrem wichtig. Es zeigt Ziele, verbündete Einheiten sowie Gegner am Boden und in der Luft. Nach dem Anvisieren weist ein Pfeil zur richtigen Position. So entsteht ein klarer Ablauf: Ziel suchen, hinter den Gegner kommen, Raketen abfeuern oder mit dem Bordgeschütz nachsetzen. Das ist nicht besonders kompliziert, fühlt sich bei hohem Tempo aber trotzdem spannend an.

Wenn Funkverkehr einen Auftrag größer macht

Die besten Momente entstehen nicht nur durch die Kämpfe selbst. Ace Combat 8 setzt stark auf fest geplante Einsätze, viel Funkverkehr und große Bilder. Selbst wenn du gerade nur ein Waffenlager angreifst, melden sich Bodentruppen, Staffelmitglieder und andere Einheiten über Funk. Sie freuen sich über Luftunterstützung, geraten in Panik oder beschweren sich, wenn etwas schiefläuft.

Dadurch wirken viele Missionen wichtiger, als ihre reine Aufgabenliste zunächst vermuten lässt. Oft besteht sie zwar schlicht daraus, Gegner auszuschalten oder ein Gebiet zu sichern. Währenddessen eskaliert der Einsatz aber hörbar und sichtbar um dich herum. Schnelle Kämpfe, Wolkenkratzer, große Schlachtfelder und die vielen Gespräche sorgen dafür, dass man selten das Gefühl hat, allein über einer leeren Karte zu fliegen.

Die Geschichte trägt dazu bei. Die Kampagne dauert je nach Schwierigkeitsgrad ungefähr 20 Stunden und nimmt sich Zeit für die Joker-Staffel und ihre Figuren. Dazu gehören etwa der Professor Ellington Baxter und Tasha Severskaya. Die Dialoge sind oft sehr pathetisch und ziemlich lang. Wer bei langen Gesprächen schnell ungeduldig wird, merkt das auch hier.

Trotzdem haben diese Szenen einen Zweck: Sie geben den Figuren und dem Konflikt mehr Platz. Die Handlung bleibt nicht nur ein Grund, um die nächste Welle von Gegnern abzuschießen. Gerade weil der Funk so viel erzählt, bekommen die Einsätze mehr Druck.

Der Schwierigkeitsgrad kommt früher als erwartet

Ace Combat 8 ist nicht einfach nur ein lockeres Spiel zum Nebenbei-Fliegen. Schon nach den ersten Missionen steigt der Druck merklich, selbst auf der zweiten Schwierigkeitsstufe. Dabei sind nicht allein starke Gegner das Problem. Häufig zählt vor allem die Zeit.

Eskortaufträge zeigen das gut. Du musst Anweisungen beachten, Ziele schnell erledigen und verhindern, dass zu viele Verbündete abgeschossen werden. Bei einem Angriff auf die Hauptstadt Theves müssen etwa Küste und Landesinneres für Landungstruppen gesichert werden. Hier reicht es nicht, irgendwo Gegner zu suchen. Du brauchst eine sinnvolle Reihenfolge und musst schnell entscheiden, welche Gefahr zuerst weg muss.

Dazu kommen die Mitglieder deiner Staffel. Ohne Befehle erledigen sie ihre Arbeit eher zurückhaltend. Wenn du sie dagegen auf aktuelle Ziele oder wichtige Aufgaben ansetzt, helfen sie deutlich mehr. Das macht sie zu einem Teil der Missionsplanung, ohne dass daraus ein kompliziertes Taktikspiel wird.

Genau hier zeigt sich aber auch eine Schwäche. Manche Einsätze ziehen sich, weil sehr viele Ziele nacheinander abgearbeitet werden müssen. Besonders längere Kämpfe gegen Bodenziele können sich wiederholen. Auch der viele Funkverkehr passt zwar oft zur Stimmung, bremst aber gelegentlich das Tempo.

Anpassung ohne stundenlanges Schrauben

Nach jeder Mission gibt es MRP als Belohnung. Damit kaufst du im Flugzeugschema neue Jets und Teile. Die Flugzeuge unterscheiden sich unter anderem bei Geschwindigkeit, Stabilität und Verteidigung. Außerdem lassen sich Bauteile für Rumpf, Waffen und andere Bereiche einsetzen.

Die Zahl der verfügbaren Plätze hängt vom jeweiligen Jet ab. Das verhindert, dass ein Flugzeug einfach alles gleichzeitig kann. Trotzdem bleibt das System übersichtlich. Es geht vor allem darum, kleine Vorteile passend zur nächsten Mission auszuwählen, nicht darum, lange Tabellen zu studieren.

Spezialwaffen bringen noch mehr Abwechslung. Reichweitenstarke Luft-Boden-Raketen helfen bei Zielen am Boden, während eine Vierfachrakete mehrere Gegner auf einmal treffen kann. Wenn ein Auftrag viele verschiedene Gefahren mischt, macht diese Vorbereitung einen echten Unterschied.

Ace Combat 8: Wings of Theve ist dann am stärksten, wenn seine einfachen Regeln auf einen chaotischen Einsatz treffen. Fliegen und schießen versteht man schnell, doch Zeitdruck, Staffelbefehle und die Wahl des passenden Jets sorgen dafür, dass die Missionen nicht nur nach demselben Muster ablaufen. Die langen Dialoge und manche zähen Zielketten kosten zwar Tempo. Wer aber ein actionreiches Flugspiel mit großer Kampagne und viel Funkdrama sucht, bekommt hier einen sehr starken Serienableger.

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