Logos von Xbox, Activision, Blizzard und King über einer Collage aus verschiedenen Spielszenen des Game Pass.
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Activision übernimmt mehr Kontrolle bei Xbox

Von Alex 3 Min. Lesezeit

Activision übernimmt bei Xbox mehr Verantwortung. Halo, Rare und World’s Edge gehören künftig zu seinem Bereich.

Bei Xbox werden weitere Zuständigkeiten verschoben: Activision übernimmt künftig die Betreuung von Halo, Rare und World’s Edge. Damit liegen drei sehr unterschiedliche Teams unter einem Publisher, den Microsoft erst vor drei Jahren für 68,7 Milliarden US-Dollar gekauft hat.

Gleichzeitig wurden innerhalb der Xbox Game Studios 268 weitere Stellen gestrichen. Die Umbauten sind also nicht nur ein neues Kästchen im Organigramm. Sie zeigen, dass Microsoft seine Spielesparte gerade deutlich anders aufstellt.

Activision bekommt wichtige Xbox-Marken

Activision ist vor allem mit Call of Duty verbunden. Jetzt kommt aber auch Halo dazu, eine der bekanntesten Xbox-Reihen überhaupt. Außerdem gehören Rare, das hinter Sea of Thieves steht, und World’s Edge, das Team hinter Age of Empires, künftig zu Activisions Bereich.

Das ist interessant, weil diese Studios kaum ähnlicher sein könnten. Halo ist ein Shooter mit einer langen Xbox-Geschichte. Sea of Thieves lebt als Online-Abenteuer davon, dass Spieler gemeinsam unterwegs sind und immer wieder neue Inhalte bekommen. Age of Empires ist wiederum eine Strategieserie. Activision muss also nicht einfach mehrere Teams verwalten, sondern verschiedene Arten von Spielen und deren Communities verstehen.

Für Fans heißt das erst einmal nicht automatisch, dass sich die Spiele sofort verändern. Weder neue Projekte noch konkrete Pläne für Rare oder World’s Edge wurden mit diesem Umbau genannt. Trotzdem ist die neue Zuordnung wichtig: Entscheidungen über Abläufe, Prioritäten und die Betreuung der Marken entstehen künftig in einem anderen Bereich als bisher.

Warum jetzt von einer „umgekehrten Übernahme“ gesprochen wird

Der Branchenanalyst Joost van Dreunen beschreibt die Entwicklung als „umgekehrte Übernahme“. Gemeint ist damit kein neuer Kauf von Microsoft oder Activision. Es ist vielmehr ein Bild dafür, dass der gekaufte Publisher nun wichtige Teile des Xbox-Geschäfts führen soll.

Van Dreunen sieht darin eine Folge der bisherigen Probleme bei Microsofts Studios. Seine Einschätzung: Activision sei besser darauf vorbereitet, große Marken und mehrere Teams gleichzeitig zu steuern. Er vergleicht die Situation mit Disneys Pixar-Kauf, nach dem Pixar-Führungskräfte das Animationsgeschäft des Konzerns neu organisierten.

Das ist eine Analyse, keine bestätigte Erklärung von Microsoft. Aber der Vergleich macht deutlich, warum die Entscheidung so auffällt. Normalerweise erwartet man, dass ein großer Konzern die Richtung vorgibt. Hier bekommt stattdessen ein übernommener Publisher mehr Verantwortung für Marken, die Xbox selbst über Jahre aufgebaut hat.

Halo steht besonders im Mittelpunkt

Activision-Präsident Rob Kostich nannte es eine Ehre, Halo, Rare und World’s Edge willkommen zu heißen. Für Halo formulierte er ein besonders großes Ziel: Activision wolle das beste Halo-Spiel der Reihe schaffen, das dem Universum gerecht werde und zugleich bewahre, was Spieler von Anfang an daran mochten.

Das klingt nach einem klaren Anspruch, ist aber noch keine Ankündigung für ein bestimmtes Spiel. Entscheidend wird sein, was daraus tatsächlich folgt. Gerade bei Halo ist die Erwartung hoch, weil die Reihe für viele eng mit Xbox verbunden ist. Ein neues Team über der Marke wird deshalb genau beobachtet werden.

Die neue Struktur zeigt vor allem eins: Microsoft setzt bei Xbox stärker auf Activisions Erfahrung als Publisher. Ob das für Halo, Sea of Thieves und Age of Empires besser funktioniert, lässt sich jetzt noch nicht sagen. Klar ist aber, dass Activision im Xbox-Geschäft künftig viel mehr Einfluss hat als zuvor.

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