Für Avengers: Doomsday steht die Grundhandlung offenbar bereits. Trotzdem wird der Film gedreht, obwohl nicht jede Szene und jeder Dialog als endgültige Fassung vorliegt. Die Russo-Brüder sehen darin kein Warnsignal, sondern einen Teil ihrer Arbeitsweise.
Joe Russo erklärte, dass sie Drehbücher als etwas betrachten, das sich während der Produktion weiterentwickelt. Proben und Improvisation sollen vor allem den Figuren helfen: Manche Darsteller stoßen erst kurz vor ihren Drehtagen dazu, deshalb können sich Gespräche und gemeinsame Szenen noch verändern.
Die große Geschichte soll stehen
Wichtig ist der Unterschied: Avengers: Doomsday entsteht nicht komplett ohne Plan. Ein Autorenteam um Stephen McFeely, Michael Waldron, Chris McKenna und Erik Sommers hat die Grundgeschichte laut den Regisseuren fertig ausgearbeitet.
Offen sind eher die kleineren Teile, die eine Szene lebendiger machen können. Dazu zählen Dialoge oder die Frage, wie Figuren in einem bestimmten Moment aufeinander reagieren. Bei einem Film mit vielen bekannten Heldinnen und Helden kann das sinnvoll sein. Wenn Figuren erst im Zusammenspiel richtig funktionieren, hilft ein starrer Text nicht immer weiter.
Die Russo-Brüder kennen diese Art zu arbeiten aus Comedyserien wie Arrested Development und Community. Dort wurden Gags und Gespräche ebenfalls häufig noch kurz vor der Aufnahme verändert.
Warum der Film trotzdem besonders genau beobachtet wird
Dass Fans skeptisch sind, liegt auch an der Vorgeschichte des Projekts. Ursprünglich sollte Kang, gespielt von Jonathan Majors, der zentrale Gegenspieler werden. Nach dessen Rauswurf wurde das Konzept verändert. Nun steht Doctor Doom, gespielt von Robert Downey Jr., im Mittelpunkt.
Auch die Regie wechselte während der Entwicklung: Daniel Destin Cretton trat Ende 2023 zurück, die Russos kamen später zum Film. Das macht verständlich, warum viele Fans wissen wollen, ob die neue Richtung wirklich genug Zeit hatte, zusammenzuwachsen.
Die bisherigen Marvel-Filme der Russos genießen bei vielen Zuschauern einen guten Ruf. Ihre neueren Filme außerhalb des Marvel-Universums, darunter The Gray Man und The Electric State, wurden dagegen deutlich weniger begeistert aufgenommen. Deshalb wird bei Doomsday nicht nur spannend sein, welche Figuren auftauchen. Entscheidend ist auch, ob die vielen Änderungen am Ende wie ein gemeinsamer Plan wirken.
Der Kinostart in Deutschland ist für den 16. Dezember 2026 angekündigt. Bis dahin bleibt vor allem offen, wie weit die spontanen Änderungen am Set tatsächlich gehen. Nach den Aussagen der Regisseure betreffen sie aber nicht die Richtung der ganzen Geschichte, sondern das, was zwischen den Figuren passiert.