Ein Soldat mit Gewehr steht vor einer großen Explosion, während Kampfjets über das Schlachtfeld fliegen.
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Battlefield 6: Was der Multiplayer-Ausschnitt zeigt

Von Sven 6 Min. Lesezeit

Der Multiplayer-Ausschnitt zeigt klarere Klassen, kompaktere Gefechte und viel Zerstörung. Battlefield 6 wirkt damit wieder stärker auf Squads gebaut.

Battlefield 6 zeigt im aktuellen Multiplayer-Ausschnitt ziemlich klar, worauf Electronic Arts und die Battlefield Studios setzen: weniger Leerlauf, mehr Teamplay und wieder ein Klassenmodell, das die Rollen im Squad deutlicher trennt. Das ist noch kein finales Urteil über das fertige Spiel. Aber der gezeigte Teil reicht, um zu verstehen, in welche Richtung der Shooter gerade geschoben wird.

Spannend ist vor allem, dass Battlefield 6 nicht einfach nur größer wirken will. Im Gegenteil: Die maximale Spielerzahl liegt wieder bei 64, die Karten sollen kompakter ausfallen als zuletzt, und wichtige Punkte liegen offenbar nicht ewig weit auseinander. Dadurch entsteht ein anderer Rhythmus. Nach einem Tod geht es schneller wieder in die nächste Aktion, ohne dass du erst lange über die Karte laufen musst.

Genau da sitzt der wichtigste Punkt dieser Vorschau: Battlefield 6 versucht, seine großen Schlachten wieder besser lesbar zu machen. Nicht klein, nicht langsam, aber klarer.

Klassen sollen dem Squad wieder eine Form geben

Vor jedem Match wählst du aus vier Klassen: Aufklärer, Pionier, Sturmsoldat und Versorgung. Das ist eine deutliche Rückkehr zu einem bekannteren Battlefield-Gefühl, nachdem Battlefield 2042 mit seinem Modell bei vielen Fans nicht denselben Nerv getroffen hat.

Die Rollen sind dabei nicht nur Namen im Menü. Der Aufklärer kann aus der Distanz arbeiten, Gegner mit Drohnen aufdecken und mit C4 Stellungen aufbrechen. Der Pionier kümmert sich mit Minen und Raketen vor allem um Fahrzeuge und kann eigene Fahrzeuge reparieren. Der Sturmsoldat steht stärker an der Front und kann zwei Primärwaffen tragen. Die Versorgungsklasse hilft mit Deckung, Munition und schnellerer Heilung von Verbündeten.

Das klingt erst einmal sehr klassisch. Genau das kann aber wichtig sein, weil Battlefield von klaren Aufgaben lebt. Wenn jeder alles ein bisschen kann, wird ein Squad schnell zu vier Einzelspielern, die zufällig nebeneinander spawnen. Mit den Klassen entsteht eher wieder die Frage: Wer hält Fahrzeuge auf? Wer versorgt das Team? Wer macht den Weg frei?

Dazu kommt ein interessantes Detail bei den Waffen. In der Preview-Fassung konnte jede Klasse grundsätzlich auf alle verfügbaren Waffen zugreifen, abhängig davon, ob man ein geschlossenes oder offenes System wählt. Im geschlossenen System gibt es stärkere Grenzen. Im offenen System bekommen Klassen Boni auf bestimmte Waffentypen, dürfen aber freier ausrüsten. Das kann ein guter Kompromiss sein, wenn die Rollen wichtig bleiben, Spieler aber nicht zu hart festgenagelt werden.

Ob diese Freiheit im fertigen Spiel wirklich fair bleibt, ist noch offen. Wenn bestimmte Kombinationen zu stark werden, kann das Teamplay wieder leiden. Der Ansatz ist aber klar: Battlefield 6 will Rollen zurückbringen, ohne die Anpassung komplett zu blockieren.

Die Schlachten wirken enger und direkter

Zum Start soll Battlefield 6 neun Maps auf fünf Kriegsschauplätzen bieten. Vier davon wurden im Multiplayer-Ausschnitt gezeigt: Belagerung von Kairo, Empire State, Iberische Offensive und Liberation Peak. Sie decken unterschiedliche Arten von Gefechten ab. Kairo steht für harte Häuserkämpfe, Empire State setzt stärker auf Infanterie in engen Bereichen, Gibraltar belohnt schnelle Bewegung in Straßenkämpfen, und Liberation Peak gibt Fahrzeugen wie Helikoptern, Jets und Panzern mehr Raum.

Das Wichtige ist nicht nur die Menge der Karten, sondern ihr Tempo. Die Wege zwischen wichtigen Punkten sollen nicht besonders lang sein. Dadurch bleibt der Druck höher. Du bekommst weniger ruhige Phasen, dafür mehr Situationen, in denen dein Squad sofort entscheiden muss: Punkt halten, flankieren, Fahrzeug stoppen oder zurückziehen.

Das passt auch zur reduzierten Spielerzahl. Battlefield 6 geht wieder auf maximal 64 Spieler zurück. Zusammen mit kleineren Karten kann das helfen, die Matches weniger zerfasert wirken zu lassen. Große Battlefield-Momente brauchen Platz, aber sie brauchen auch Nähe. Wenn Panzer, Infanterie und Luftfahrzeuge zwar gemeinsam auf der Karte sind, sich die eigentlichen Kämpfe aber zu weit verteilen, verliert das Spiel schnell Spannung.

Vier Modi wurden bereits gezeigt: Durchbruch, Eroberung, Squad Deathmatch und Vorherrschaft. Zum Release sollen außerdem Eskalation, King of the Hill, Rush und Team Deathmatch dabei sein. Ein Battle-Royale-Modus ist ebenfalls geplant. Für den jetzigen Eindruck sind aber vor allem Eroberung und Squad Deathmatch interessant, weil beide stark davon leben, wie gut Teams zusammenarbeiten und wie schnell sich ein Match drehen kann.

Noch nicht gesehen wurden unter anderem weitere Karten wie Neu-Sobek, Manhattan Bridge, Mirak-Tal, Saints Quarter und die zurückkehrende Map Operation Firestorm aus Battlefield 3. Deshalb sollte man beim Umfang vorsichtig bleiben. Die Richtung ist sichtbar, aber nicht jede Karte und jeder Modus wurde schon wirklich gezeigt.

Zerstörung ist nicht nur Deko

Ein großes Thema von Battlefield 6 ist taktische Zerstörung. Damit ist gemeint, dass Teile der Umgebung im Match verändert werden können. Wände lassen sich wegsprengen, Böden können aufgebrochen werden, und im Verlauf einer Runde entstehen neue Wege oder neue Deckungen.

Das ist wichtig, weil Zerstörung in Battlefield mehr sein kann als ein lauter Effekt. Wenn ein Squad in einem Gebäude sitzt, kann ein Loch in der Wand plötzlich die ganze Lage ändern. Wenn ein Stockwerk unter dir Gegner stehen, kann ein zerstörter Boden einen Angriff ermöglichen, den sie nicht erwartet haben. Und wenn Gebäudeteile einstürzen, verändert sich die Karte nicht nur optisch, sondern auch spielerisch.

Gerade mit den Klassen ergibt das Sinn. Ein Pionier oder Aufklärer kann nicht nur Schaden machen, sondern Räume öffnen. Versorgungsspieler können Deckung schaffen oder ein Team länger an einem Punkt halten. Sturmsoldaten profitieren davon, wenn plötzlich ein neuer Zugang frei wird.

Natürlich hängt hier viel davon ab, wie gut die Zerstörung im fertigen Spiel ausbalanciert ist. Wenn alles ständig wegfliegt, kann eine Karte chaotisch werden. Wenn zu wenig zerstörbar ist, wirkt das System eher wie Kulisse. Der gezeigte Ausschnitt legt aber nahe, dass Battlefield 6 die veränderbaren Maps wieder stärker als echten Teil der Taktik nutzen will.

Bewegung, Portal und Beta: Was noch wichtig ist

Auch das Movement wurde überarbeitet. Figuren können sprinten, Hindernisse überwinden, kurz rutschen oder sich hinwerfen. Gleichzeitig soll die Bewegung nicht komplett leicht wirken, sondern eine gewisse Schwere behalten. Ein kleines Beispiel zeigt, was damit gemeint ist: Springt eine Figur von zu weit oben herunter, muss sie nach der Landung kurz innehalten und Luft holen.

Solche Details können Kämpfe besser lesbar machen. Wenn Bewegung zu frei ist, rennen alle nur noch wild durch die Gegend. Wenn sie zu schwer ist, fühlt sich ein Shooter träge an. Battlefield 6 versucht hier offenbar einen Mittelweg: genug Tempo für schnelle Entscheidungen, aber nicht so viel, dass jede Position egal wird.

Der Portal-Modus kehrt ebenfalls zurück. Er soll mehr Werkzeuge bieten, damit Spieler eigene Erlebnisse und Modi mit eigenen Regeln bauen können. Wenn ein Community-Modus besonders gut ankommt, kann er sogar offiziell werden. Das kann lange nach Release wichtig sein, weil Portal nicht nur ein Bonusmodus ist, sondern ein Baukasten für verrückte oder sehr spezielle Spielideen.

Crossplay ist zum Release geplant und soll PlayStation 5, Xbox Series X|S und PC verbinden. Wer auf PlayStation 5 spielt, kann Crossplay aber auch deaktivieren. Für die ersten eigenen Eindrücke sind außerdem zwei Open-Beta-Wochenenden angekündigt: am 9. und 10. August 2025 sowie vom 14. bis 17. August 2025. Early Access zur Beta startet am 7. August, der Download soll ab dem 4. August möglich sein.

Bis zum Release am 10. Oktober 2025 bleibt die wichtigste Frage, ob Battlefield 6 dieses Tempo und die klareren Rollen im fertigen Spiel halten kann. Der Multiplayer-Ausschnitt zeigt eine Reihe, die wieder stärker auf Squad-Arbeit, zerstörbare Karten und direkte Gefechte setzt. Jetzt muss nur noch das komplette Spiel beweisen, dass diese Bausteine nicht nur in einzelnen Matches funktionieren.

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