Zwei Figuren kämpfen in einer dunklen Stadtumgebung mit leuchtenden Waffen gegen ein großes knochiges Monster mit roten Akzenten.
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Bokeh Game Studio: Casting-Leak deutet auf harten Horror hin

Von Ramona 3 Min. Lesezeit

Neue Casting-Unterlagen geben Hinweise auf Bokeh Game Studios nächstes Projekt. Sie versprechen noch kein fertiges Spiel, deuten aber auf sehr harten Psycho- und Körperhorror hin.

Casting-Unterlagen zu einem noch unangekündigten Spiel von Bokeh Game Studio zeichnen ein deutlich düstereres Bild als das Debüt Slitterhead. Die Dokumente sollen für Motion-Capture-Rollen gedacht sein und nennen psychischen Horror, Körperhorror, Gewalt, Sucht und schwere familiäre Traumata als Themen.

Offiziell vorgestellt wurde das Projekt bisher nicht. Gerade deshalb liefern die Angaben keine sichere Beschreibung des fertigen Spiels. Sie zeigen aber, in welche Richtung das Team um Keiichiro Toyama bei Figuren und Stimmung offenbar denkt: weg von einem reinen Kampffokus, hin zu einer Geschichte über verletzliche Menschen, soziale Probleme und monströse Veränderungen.

Die Figuren wirken wichtiger als ein einzelnes Monster

Im Mittelpunkt der Unterlagen steht offenbar River, ein junger Mann, der am Rand der Gesellschaft lebt und als sprunghaft, verletzlich und tragisch beschrieben wird. Für seine Optik werden River Phoenix und Kurt Cobain als Referenzen genannt. Das sagt noch nichts darüber aus, wie River spielt oder welche Fähigkeiten er haben könnte. Es deutet aber darauf hin, dass die Figur nicht als klassischer Actionheld angelegt ist.

Sein Freund Dean wird als loyal und straßenerfahren beschrieben, zugleich ist bei ihm laut den Dokumenten schon eine spätere Verwandlung in eine Kreatur vorgesehen. Auch Lyra, eine geheimnisvolle junge Frau mit Mia Goth als optischer Orientierung, scheint mit Körperhorror verbunden zu sein.

Dazu kommen mehrere Figuren, deren Beschreibungen eher auf persönliche Konflikte als auf bloße Nebenrollen hindeuten. Hazel wird als kampferprobte Mutterfigur genannt, Becca als zurückhaltende Streamerin. Dena kämpft mit Suchtproblemen, Emma ist sozial isoliert. Außerdem gibt es eine Kinderrolle namens Mara, die in Teilen der Unterlagen auch Molly heißt. Für sie sollen ausdrücklich keine gewalttätigen Monsterangriffe vorgesehen sein.

Spannend ist vor allem, dass diese Beschreibungen nicht nach einer Gruppe unverwundbarer Horrorfiguren klingen. Wenn mehrere Personen mit Armut, Trauer, Isolation oder Abhängigkeit kämpfen, können die angekündigten Verwandlungen stärker mit ihrer Geschichte verbunden sein. Das wäre ein anderer Ansatz als Monster nur als Gegner für den nächsten Kampf zu benutzen.

Hinweise auf ein hartes Horrorspiel

Die bekannt gewordenen Casting-Angaben nennen neben Psycho- und Körperhorror auch Drogenhandel, Sexarbeit, Substanzmissbrauch, Gewalt und familiäre Traumata. Mehrere Charaktere sollen sich offenbar verändern und River angreifen.

Das sind harte Themen, die eine Altersfreigabe für Erwachsene sehr wahrscheinlich machen würden, falls sie später tatsächlich so im Spiel vorkommen. Gleichzeitig ist Vorsicht nötig: Casting-Material kann Rollen grob umreißen, ohne den Aufbau der Handlung, das Ausmaß der Szenen oder das eigentliche Spielsystem zu verraten. Ob daraus Survival-Horror, ein Kampfspiel oder etwas dazwischen wird, bleibt offen.

Bokeh Game Studio hatte mit Slitterhead 2024 ein Spiel veröffentlicht, das schnelle Hack-and-Slash-Kämpfe mit einer Körperwechsel-Mechanik verband. Die neuen Hinweise lassen deshalb vor allem eine Frage interessant werden: Setzt das Team diesmal stärker auf Anspannung und Figurenentwicklung, statt den Horror hauptsächlich über Action zu erzählen?

Eine Ankündigung fehlt noch

Toyama hatte bereits bestätigt, dass das Studio an einem weiteren Projekt arbeitet. Die nun aufgetauchten Unterlagen sprechen dafür, dass die Produktion noch nach Darstellern für Motion Capture sucht. Einen Namen, Plattformen, einen Termin oder offizielles Material gibt es jedoch nicht.

Für Fans von Toyamas früheren Horrorarbeiten sind die Details trotzdem bemerkenswert. Nicht weil sie schon ein fertiges Spiel versprechen, sondern weil sie eine mögliche Richtung zeigen: persönlicher Horror, bei dem das, was Figuren erlebt haben, offenbar genauso bedrohlich werden kann wie die Kreaturen selbst.

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