Drei Schüler in Schuluniformen stehen in einer angespannten Szene an der Bullworth Academy.
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Bully: Warum ein Stundenplan Rockstar weiterhalf

Von Alex 3 Min. Lesezeit

Bully hatte bei Rockstar lange keine klare Richtung. Erst Stundenplan und Streiche zeigten dem Team, was das Schulspiel besonders machen könnte.

Dan Houser hat erklärt, warum Rockstar bei Bully lange nicht wusste, ob das Spiel überhaupt funktionieren würde. Der entscheidende Punkt war offenbar nicht eine große Action-Idee, sondern der Schulalltag: Ein Stundenplan und kleine Streiche gaben dem Projekt erst eine klare Richtung.

Bully erschien 2006 und spielt an der Bullworth Academy, wo Jimmy Hopkins sich als Schüler behaupten muss. Für Rockstar war das damals ein schwieriger Wechsel. Autos und Schusswaffen, die viele offene Spiele des Studios prägen, standen hier nicht im Mittelpunkt. Laut Houser stellte sich deshalb lange eine ziemlich grundlegende Frage: Was macht man in diesem Spiel eigentlich, wenn genau diese Dinge fehlen?

Ein Stundenplan machte aus Ideen ein Spiel

Das Team hatte nach Housers Erinnerung zunächst Schwierigkeiten, die vielen Ansätze zu einem Spiel zusammenzubringen. Erst als ein leitender Designer feste Unterrichtsstunden einführte, wurde klarer, wie der Alltag an der Schule funktionieren könnte.

Das klingt erst mal nach einem kleinen System. Für Bully war es aber wichtig, weil es den Tag strukturiert und Aktivitäten einen Platz gibt. Unterricht, Schulgelände und die Figuren dort waren dadurch nicht bloß Kulisse. Sie konnten den Rahmen für Aufgaben und Streiche bilden.

Houser schilderte außerdem einen Moment, der dem Team das Potenzial dieser Idee gezeigt habe: Ein Entwickler baute einen Streich ein, bei dem man einer anderen Figur einen Zettel mit „Tritt mich“ auf den Rücken kleben konnte. Eine computergesteuerte Figur reagierte darauf und trat dem Betroffenen. Gerade solche kleinen Aktionen hätten im Schulsetting plötzlich Sinn ergeben, obwohl sie in einem Spiel mit Autos und Waffen eher nebensächlich wären.

Schwierigkeiten gab es auch außerhalb des Spiels

Die Entwicklung war laut Houser über lange Zeit unsicher. Er selbst sei sich zeitweise nicht sicher gewesen, ob daraus ein gutes Spiel werden könne. Außerdem musste Rockstar eine neue Marke aufbauen, statt sich auf eine bekannte Reihe zu verlassen.

Dazu kam heftige Kritik schon vor der Veröffentlichung. Der Titel und das Schulsetting sorgten für Proteste, obwohl viele Kritiker das Spiel damals noch nicht gesehen hatten. Rockstar verbrachte laut Houser einen großen Teil des Jahres 2006 damit, die Lage zu beruhigen. Gleichzeitig stand das Unternehmen wegen der Kontroverse um GTA: San Andreas zusätzlich unter Druck.

Für Fans ist vor allem spannend, wie anders Bully offenbar entstand als viele Rockstar-Spiele. Nicht eine große Hauptmechanik brachte die Wende, sondern die Frage, was Schüler an einem normalen Tag tun können und wie daraus Quatsch, Ärger und Aufgaben werden.

Eine Fortsetzung ist daraus bisher nicht geworden. Bei Rockstar gab es zwar Überlegungen zu Bully 2, das Projekt kam laut Houser aber wegen fehlender Entwicklungskapazitäten nie über die Planungsphase hinaus.

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