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Call of Duty: Warum Cheats ein Milliardenmarkt bleiben

Von Ramona 3 Min. Lesezeit

Cheats sind offenbar ein riesiges Geschäft, nicht nur ein Ärgernis in einzelnen Matches. Ricochet warnt außerdem vor Datenrisiken und Schadsoftware bei dubiosen Anbietern.

Cheats in Call of Duty verderben nicht nur einzelne Runden. Nach Angaben von Activisions Anti-Cheat-Team Ricochet steckt dahinter ein Markt, der mit Abonnements, Account-Handel und Technik zum Umgehen von Sperren enorme Summen bewegt. Die wichtigste Zahl aus dem Bericht: Für 15 untersuchte Spiele werden allein bei Cheat-Abos jährlich rund 3,5 Milliarden US-Dollar geschätzt.

Rechnet man weitere Bereiche dazu, soll das gesamte Umfeld laut Ricochet auf etwa 8,5 Milliarden US-Dollar pro Jahr kommen. Dazu zählen unter anderem gehandelte Accounts, Boosting-Angebote, Hardware-Spoofer und spezielle Hardware. Das sind Schätzwerte, keine offengelegten Umsätze aller Beteiligten. Trotzdem zeigen sie, warum Cheat-Anbieter nicht einfach verschwinden, sobald ein Tool gesperrt wird.

Für Call-of-Duty-Spieler ist das eine unbequeme Erklärung für ein bekanntes Problem: Hinter unfairen Matches stehen offenbar keine vereinzelten Hobbyprojekte, sondern Geschäftsmodelle, die auf dauerhafte Kundschaft ausgelegt sind.

Ein Markt mit Entwicklern, Resellern und wechselnden Namen

Ricochet beschreibt die Anbieterstruktur als organisiert. Die Entwickler der Cheat-Software sollen häufig im Hintergrund bleiben, während Mittelsmänner und Reseller den direkten Kontakt zu Nutzern übernehmen. Teilweise gebe es verdeckte Investoren und Organisationen, die mit hohen Summen arbeiten.

Dadurch entsteht für Käufer leicht der Eindruck, es gebe unzählige unabhängige Programme. Laut Bericht steckt hinter mehreren unterschiedlich benannten Angeboten aber oft dieselbe Software. Für Spieler, die gegen Cheater antreten, macht das einen Unterschied: Wird ein bekanntes Angebot abgeschaltet, kann ein ähnliches Tool schnell unter neuem Namen auftauchen.

Genau deshalb ist Anti-Cheat-Arbeit mehr als das Sperren einzelner Accounts. Sie muss sich mit einem Netzwerk befassen, das Programme verkauft, Zugänge vermittelt und Wege sucht, Sperren zu umgehen. Der öffentliche Bericht von Team Ricochet beschreibt diesen Zusammenhang ausführlicher.

Cheaten kostet offenbar viel Geld

Das Bild vom kostenlosen Trick für einen schnellen Vorteil passt laut Ricochet kaum noch zu diesem Markt. Die durchschnittliche Monatsgebühr für Cheat-Abonnements liege bei etwa 40 US-Dollar. Bei Premium-Angeboten können es laut Bericht auch mehr als 100 US-Dollar monatlich sein.

Hinzu kommen mögliche Kosten für Spoofer. Diese sollen verhindern, dass nach einer Sperre bestimmte Gerätekennungen wiedererkannt werden. Einige Nutzer setzen laut Ricochet außerdem auf DMA-Hardware. Wer nach einem Bann einen neuen Zugang braucht, kann weitere Ausgaben für Ersatz-Accounts haben. Solche Konten stammen dem Bericht zufolge teilweise aus Datenlecks oder gehackten Profilen.

Ricochet kommt deshalb zu dem Schluss, dass ein einzelner Cheater im Jahr mehr als 1.000 US-Dollar ausgeben kann. Das erklärt nicht, warum jemand absichtlich faire Partien beschädigt. Es zeigt aber, dass viele Angebote offenbar auf wiederkehrende Zahlungen setzen und nicht bloß auf einen einmaligen Verkauf.

Das Risiko liegt nicht nur bei einer Sperre

Besonders problematisch ist, was Cheat-Verkäufer von ihren Kunden verlangen können. Für private Foren oder Downloads werden laut Ricochet teils Discord-Verifizierungen, IP-Adressen, Hardware-Fingerabdrücke und Kreditkartendaten abgefragt. In manchen Fällen sollen sogar Ausweiskopien verlangt werden.

Dazu kommt ein technisches Risiko: Viele Cheat-Dateien können versteckte Schadsoftware enthalten. Wer sich auf solche Angebote einlässt, riskiert damit nicht nur eine Sperre im Spiel, sondern möglicherweise auch persönliche Daten und den eigenen Rechner.

Vollständig aus Online-Shootern verdrängen lässt sich Cheating nach diesem Bericht wohl nicht. Solange Abos, Ersatz-Accounts und Umgehungstechnik Geld einbringen, bleibt der Anreiz für neue Anbieter bestehen. Für faire Matches zählt daher nicht nur, wie viele Accounts gesperrt werden. Entscheidend ist auch, ob Anti-Cheat-Teams die Vertriebswege und die Infrastruktur hinter den Cheats treffen können.

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