Der chinesische Games-Markt hat 2025 laut Niko Partners 51,8 Milliarden US-Dollar umgesetzt. Das sind 5,4 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Für Spieler außerhalb Chinas ist aber vor allem spannend, wie dieses Wachstum entsteht: Kurzvideo-Apps, Mini-Games und langlebige Online-Spiele sind dort besonders wichtig.
Niko Partners rechnet für 2026 mit 53,9 Milliarden US-Dollar Umsatz. Bis 2030 soll der Markt auf 59,8 Milliarden US-Dollar wachsen. Dann könnten in China insgesamt 769 Millionen Menschen spielen.
Kurzvideos sind ein wichtiger Weg zu neuen Spielen
41 Prozent der Spieler entdecken neue Games laut Bericht über Kurzvideo-Apps. Das zeigt, wie eng Clips und Spiele dort zusammenhängen. Ein kurzer Ausschnitt aus einem Kampf, einer Welt oder einem neuen Event kann offenbar wichtiger sein als klassische Werbung.
Für Studios bedeutet das: Ein Spiel muss nicht nur lange motivieren, sondern auch schnell zeigen können, was daran Spaß macht. Gerade bei Online-Spielen kann das helfen, neue Spieler zu erreichen und bestehende Fans bei der Stange zu halten.
Auch E-Sport bleibt groß. Zuletzt hatten sich 46,5 Prozent der Spieler mit E-Sport beschäftigt, etwa durch Spielen, Zuschauen oder Turniere. Für 2026 erwartet Niko Partners einen Anstieg auf 51,3 Prozent.
Mini-Games erreichen viele Spieler
Besonders auffällig sind Mini-Games, die ohne Download laufen, etwa im Browser. Rund 80 Prozent der Spieler in China haben solche Angebote genutzt. Im Mobile-Bereich machen sie fast ein Fünftel der Ausgaben aus.
Das ist ein Unterschied zu Märkten, in denen große Downloads und lange Spielzeiten oft stärker im Mittelpunkt stehen. Mini-Games können sehr schnell ausprobiert werden. Wer nur kurz Zeit hat, muss nicht erst Speicherplatz freiräumen oder einen langen Einstieg durchspielen.
Der Bericht nennt außerdem erfolgreiche neue Spiele und etablierte Dauerbrenner als Gründe für das Wachstum. Genshin Impact zählt weiter zu den wichtigen Online-Titeln. Die Ausgaben pro Spieler lagen 2025 erstmals über 70 US-Dollar im Jahr und sollen bis 2030 auf rund 77,68 US-Dollar steigen.
Mehr Freigaben und neue Werkzeuge für Studios
Chinas neuer Fünfjahresplan für 2026 bis 2030 soll der Branche laut Niko Partners zusätzlichen Rückenwind geben. Die Zahl der Spielefreigaben liegt bereits über dem Niveau von 2025. Der Bericht erwartet außerdem Regeln, die internationalen Anbietern den Zugang über Plattformen wie Steam erleichtern könnten.
Auch Systeme, die Inhalte automatisch erzeugen, spielen in der Entwicklung eine Rolle. 60 Prozent der Studios nutzten solche Technik bereits 2025. 39 Prozent der befragten Spieler zeigten Interesse an entsprechenden Funktionen in Games.
Wie sichtbar chinesische Produktionen inzwischen weltweit sind, zeigte auch die Gamescom: Dort waren mehr als 60 Titel aus China vertreten. Nach dem Erfolg von Black Myth: Wukong wird klar, dass der Markt nicht nur bei den Umsätzen wächst. Immer mehr Spiele aus China wollen auch international Aufmerksamkeit bekommen.