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Clayface: Warum schwache Vorverkäufe noch kein DC-Urteil sind

Von Ramona 3 Min. Lesezeit

Clayface startet mit deutlich schwächeren Vorverkäufen als Supergirl. Das kleinere Budget und die Horror-Ausrichtung machen einen direkten Vergleich aber schwierig.

Die frühen Vorverkäufe für DCs Clayface liegen deutlich hinter denen von Supergirl. Eine Woche vor dem US-Start sollen sie laut den veröffentlichten Trackingdaten rund 80 Prozent niedriger ausgefallen sein. Für einen Film aus einem großen Comic-Universum klingt das erst einmal nach einem schlechten Signal.

Trotzdem wäre es voreilig, daraus schon einen Flop abzuleiten. Clayface startet am 22. Oktober 2026 als Horrorfilm in der Halloween-Saison und soll deutlich günstiger produziert worden sein als die großen DC-Blockbuster. Gerade deshalb ist diese Nachricht vor allem interessant, weil sie zeigt, wie wenig ein direkter Vergleich der Vorverkäufe allein über die Erfolgschancen eines Films aussagt.

Schwache Vorverkäufe sind ein Warnzeichen

Die Zahlen sind klar: Im Vergleich zu Supergirl liegt Clayface bei den Vorverkäufen laut Tracking etwa 80 Prozent zurück. Auch gegenüber dem neuen Resident Evil-Film von Zach Cregger soll der Abstand bei ungefähr 66 Prozent liegen. Als mögliche Prognose für das erste US-Wochenende stehen rund 20 Millionen US-Dollar im Raum.

Zum Vergleich: Supergirl nahm in den USA an seinen ersten drei Tagen etwa 38 Millionen US-Dollar ein, blieb laut den vorliegenden Angaben aber hinter den Erwartungen zurück. Wenn Clayface tatsächlich bei ungefähr 20 Millionen startet, wäre das für einen DC-Titel mit bekannter Figur kein besonders starker Auftakt.

Solche Werte zeigen vor allem, dass der Film im Vorfeld nicht dieselbe breite Aufmerksamkeit erzeugt wie ein klassisches Superhelden-Abenteuer. Das ist für DC durchaus ein Punkt, den man beobachten muss. Das neue Filmuniversum kann nicht nur von einzelnen großen Namen leben, wenn es langfristig verschiedene Figuren und Genres tragen soll.

Wer die Entwicklung verfolgen möchte, findet die diskutierten Trackingdaten bei Box Office Theory.

Warum Clayface nicht wie Superman gerechnet werden sollte

Der wichtigste Unterschied liegt beim erwarteten Aufwand. Für Clayface wird ein Budget von etwa 40 Millionen US-Dollar genannt. Superman und Supergirl sollen dagegen mit Produktions- und Marketingkosten in einer Größenordnung von bis zu 200 Millionen US-Dollar geplant worden sein.

Das verändert die Lage erheblich. Ein Film mit kleinerem Budget muss nicht dieselben Einnahmen erreichen, um für das Studio sinnvoll zu sein. Ein Start unter den Zahlen eines großen Sommerfilms wäre daher nicht automatisch ein finanzielles Desaster.

Auch das Publikum dürfte anders entscheiden. Große Comicfilme sammeln oft früh viele Vorbestellungen, weil Fans den Kinostart als Event behandeln. Horrorfilme können dagegen stärker von kurzfristigen Besuchen leben. Wenn die ersten Reaktionen gut ausfallen, kann sich ein solcher Film über mehrere Wochen entwickeln, statt sein ganzes Potenzial am ersten Wochenende zu zeigen.

Das ist keine Garantie für Erfolg. Aber es erklärt, warum die aktuellen Zahlen eher eine offene Rechnung als ein endgültiges Urteil sind. Entscheidend wird nicht nur sein, wie viele Tickets vor dem Start verkauft werden, sondern ob der Film nach der Premiere Gespräche auslöst und sein spezielles Publikum erreicht.

Ein DC-Film, der bewusst anders aussieht

Clayface erzählt von Matt Hagen, einem entstellten Schauspieler. Nach einer experimentellen Behandlung verwandelt sich sein Körper in eine instabile Lehmmasse, während er zunehmend den Verstand verliert. Tom Rhys Harries übernimmt die Hauptrolle.

Die Beteiligten passen zu dieser deutlich düstereren Richtung: Mike Flanagan schrieb das Drehbuch, James Watkins führt Regie und Matt Reeves produziert. Damit setzt DC nicht auf einen weiteren Film, der möglichst viele Zuschauer gleichzeitig ansprechen soll, sondern auf eine Geschichte mit klarer Horror-Ausrichtung.

Genau darin liegt auch die spannende Frage hinter den Vorverkäufen. Clayface muss nicht die Zahlen von Superman erreichen, um seinen Platz im DC-Universum zu rechtfertigen. Er muss zeigen, dass ein kleinerer, eigenständiger Genreansatz neben den großen Comic-Abenteuern funktionieren kann. Die ersten Kinotage werden deshalb wichtiger sein als die aktuelle Rangliste der Vorbestellungen.

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