Eine rothaarige Figur in roter Jacke fährt auf einem futuristischen Motorrad durch eine neonbeleuchtete Stadt und legt sich in eine Kurve.
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Cyberpunk 2: Warum CD Projekt dem Team mehr Raum gibt

Von Ramona 4 Min. Lesezeit

Cyberpunk 2 soll nicht nur einer einzigen Vision folgen. Game Director Gabe Amatangelo setzt auf Ideen aus dem gesamten Team, während konkrete Infos zum Spiel noch fehlen.

CD Projekt arbeitet weiter am Nachfolger von Cyberpunk 2077. Game Director Gabe Amatangelo beschreibt das Projekt dabei nicht als starr festgelegte Fortsetzung: Seine ursprüngliche Idee entwickle sich weiter, weil das Team eigene Vorschläge und Sichtweisen einbringt. Bestätigte Details zum Spiel selbst bleiben zwar rar, doch die Aussage zeigt, wie die Leitung den frühen Entwicklungsprozess anlegt.

Federführend arbeitet das Studio von CD Projekt in Boston an dem neuen Cyberpunk-Spiel. Parallel konzentriert sich ein großer Teil der Belegschaft auf The Witcher 4, dessen Veröffentlichung für 2028 geplant ist. Mit einer baldigen Enthüllung des Cyberpunk-Nachfolgers ist deshalb weiterhin nicht zu rechnen.

Keine einzelne Person soll jede Idee freigeben

Amatangelo will nach eigener Aussage vermeiden, zum Engpass für das Projekt zu werden. Er trägt zwar die Verantwortung für die Designentscheidungen, möchte aber nicht jede einzelne Entscheidung selbst absegnen müssen. Stattdessen soll das Team genug Raum erhalten, eigene Konzepte zu entwickeln und diese in die Arbeit einfließen zu lassen.

Das klingt zunächst nach einer üblichen Aussage über Teamarbeit. Für ein so großes Rollenspiel ist es aber wichtig, weil sich dadurch nicht nur einzelne Aufgaben verteilen. Auch die Richtung des Spiels kann sich verändern, wenn verschiedene Entwickler ihre Ideen einbringen. Amatangelo sagt selbst, seine Vorstellung von „Cyberpunk 2“ werde mit jedem weiteren beteiligten Menschen anders.

Der Nachfolger soll also nicht ausschließlich die Handschrift einer einzelnen Leitung tragen. Amatangelo beschreibt ihn eher als Projekt, das von ihm gelenkt wird, zugleich aber die Interessen und Vorstellungen des gesamten Teams widerspiegeln soll. Das ist keine Garantie für bestimmte Inhalte oder Mechaniken. Es erklärt aber, warum die frühe Vision offenbar größer oder zumindest anders geworden ist als zu Beginn gedacht.

Was Cyberpunk für das Team bedeuten soll

Im offiziellen Blogeintrag von CD Projekt spricht Amatangelo auch darüber, was das Genre für ihn ausmacht. Dazu gehören für ihn Übertreibung und Ausdruck, etwa Neonlichter und laute Geräusche. Wichtiger ist ihm aber die Frage, wie weit Entmenschlichung gehen kann. Diese Themen sollen nicht bloß Kulisse sein, sondern zur Suche nach dem nächsten Schritt für die Reihe beitragen.

Seine eigene Verbindung zum Genre beschreibt er persönlich: Das Hinterfragen von Dingen gehöre für ihn schon seit seiner Kindheit dazu. Auch seine frühere Zeit als Sänger einer Hardcore-Punk-Band beeinflusse seine Sicht auf Cyberpunk. Gleichzeitig betont er, dass nicht nur seine Deutung zählen soll. Gerade andere Interpretationen des Genres könnten neue Ideen hervorbringen.

Für Fans ist das vor allem ein Hinweis darauf, worüber das Team offenbar nachdenkt, nicht darauf, was am Ende konkret im Spiel landet. Weder Figuren, Handlung noch ein Schauplatz wurden durch diese Aussagen bestätigt. Trotzdem wird deutlich, dass CD Projekt den Nachfolger nicht allein über die vertraute Optik einer futuristischen Großstadt definieren möchte.

Karte und Online-Funktionen bleiben unbestätigt

Neben den Aussagen aus dem Blog kursieren bereits Gerüchte über eine neue Karte, die deutlich über Night City hinausgehen und eine Stadt mit Ähnlichkeiten zu Chicago enthalten könnte. Dafür gibt es bislang keine offizielle Bestätigung. Das gilt auch für mögliche Online-Funktionen.

Frühere Stellenanzeigen mit Bezug zu skalierbaren Netzwerk-Architekturen wurden als Hinweis auf einen Mehrspielermodus gelesen. Ob daraus tatsächlich Multiplayer entsteht oder diese Technik für etwas anderes gebraucht wird, ist offen. Aus solchen Ausschreibungen lassen sich noch keine sicheren Spielfunktionen ableiten.

Bestätigt ist dagegen die technische Grundlage: Der neue Cyberpunk-Titel entsteht wie The Witcher 4 mit Unreal Engine 5. Damit lässt CD Projekt die bisher für die Vorgänger verwendete RED Engine hinter sich. Welche Folgen dieser Wechsel für Welt, Kämpfe oder die Struktur des Spiels haben wird, hat das Studio noch nicht erklärt.

Bis zu einer echten Vorstellung bleibt der Nachfolger deshalb vor allem ein Projekt mit einer klaren Arbeitsidee: Die Leitung gibt eine Richtung vor, während das Team diese Richtung weiterentwickeln darf. Konkrete Versprechen für Fans gibt es daraus noch nicht. Aber genau diese Offenheit scheint derzeit ein wichtiger Teil der Entwicklung zu sein.

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