Paramount arbeitet laut einem Bericht an einem Kinofilm zu Cyberpunk 2077. Konkrete Angaben zu Handlung, Besetzung oder Starttermin gibt es noch nicht. Als Produzent soll jedoch Lorenzo di Bonaventura beteiligt sein, außerdem soll CD Projekt Red an dem Projekt mitwirken.
Die wichtigste offene Frage ist deshalb nicht, ob Night City genug Stoff für einen Film bietet. Das hat die Welt des Spiels längst gezeigt. Spannender ist, ob die Verfilmung die Geschichte von V nacherzählt oder die Stadt für eine neue Handlung nutzt.
Bisher ist nur das Filmprojekt greifbar
Der Bericht über das Projekt stammt von Deadline. Demnach ist Paramount mit einem Kinofilm beschäftigt. Lorenzo di Bonaventura wird als Produzent genannt. CD Projekt Red soll ebenfalls als Producer beteiligt sein.
Mehr ist aktuell nicht bekannt. Es gibt keine Informationen über Regie, Drehbuch, Schauspieler oder den Zeitpunkt eines Kinostarts. Auch die Frage, welche Figuren überhaupt vorkommen könnten, bleibt offen.
Das ist für Fans wichtig, weil Cyberpunk 2077 keine kurze, geradeaus erzählte Geschichte ist. Die Handlung von V lebt auch davon, dass Spieler Entscheidungen treffen und den eigenen Weg durch Night City bestimmen. Ein Film müsste daraus eine feste Version machen. Das kann funktionieren, würde aber automatisch viele andere mögliche Wege ausblenden.
Night City muss nicht nur V gehören
Die Vorlage spielt in Night City, einer dystopischen Sci-Fi-Metropole. Dort versucht der Söldner V, sich einen Namen zu machen. Ein Auftrag um ein besonderes Implantat bringt die Figur in eine gefährliche Lage, und die weitere Geschichte kann sich je nach Entscheidungen unterschiedlich entwickeln.
Für einen Film wäre es daher vermutlich naheliegend, nicht jede Station des Spiels nachbauen zu wollen. Night City bietet bereits als Schauplatz genug Raum für eine eigene Geschichte: Konzerne, Söldner, Implantate und die ständige Gefahr gehören zur Welt, ohne dass zwingend V im Mittelpunkt stehen muss.
Genau diesen Weg ging bereits Cyberpunk: Edgerunners. Die Anime-Serie erzählte eine unabhängige Geschichte mit neuen Figuren in derselben Stadt. Sie zeigte damit, dass das Universum auch dann wiedererkennbar bleibt, wenn es nicht einfach die Handlung des Spiels wiederholt.
Am 20. Oktober 2026 soll mit Cyberpunk: Edgerunners 2 bei Netflix eine weitere Staffel folgen. Auch sie setzt laut den bekannten Angaben auf eine neue Geschichte rund um eine neue Gruppe von Figuren. Für den Kinofilm ist das kein Beweis für eine bestimmte Richtung. Es macht aber deutlich, dass CD Projekt Red seine Welt schon mehrfach über neue Blickwinkel erweitert hat.
Die Beteiligung von CD Projekt Red ist ein gutes Zeichen, aber keine Garantie
Dass CD Projekt Red als Producer genannt wird, könnte helfen, wichtige Regeln der Spielwelt im Blick zu behalten. Dazu gehören nicht nur bekannte Orte oder auffällige Implantate, sondern auch der Ton von Night City: Eine Stadt, in der Macht, Technik und persönliche Freiheit ständig zusammenstoßen.
Trotzdem entscheidet sich die Qualität einer Adaption nicht allein daran, wie viele bekannte Namen oder Gegenstände im Bild auftauchen. Ein Kinofilm braucht eine verständliche Geschichte, die auch ohne Spielwissen funktioniert. Gleichzeitig sollte er Fans nicht das Gefühl geben, Night City sei nur noch eine Kulisse für austauschbare Sci-Fi-Action.
Ob Paramount V übernimmt oder eine neue Hauptfigur schafft, bleibt offen. Nach dem Beispiel von Edgerunners wäre eine eigenständige Geschichte aber keine Flucht vor der Vorlage. Sie könnte gerade zeigen, wie groß diese Welt inzwischen geworden ist.