Razputin Aquato aus Psychonauts 2 mit leuchtenden Augen vor einem bunten Wirbel aus Neonfarben.
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Double Fine hat Rechte und Publishing wieder selbst in der Hand

Von Ramona 3 Min. Lesezeit

Double Fine hat die Rechte und den Vertrieb seiner Spiele zurück. Nun sollen auch ältere Titel direkt zur Finanzierung des Studios beitragen.

Double Fine kontrolliert seine Spiele und deren Vertrieb wieder selbst. Studio-Chef Tim Schafer sagt, dass sowohl die Rechte an den Marken als auch die Publishing-Rechte nach der Ausgliederung von Microsoft beim Studio liegen. Für Menschen, die ältere Spiele des Teams kaufen möchten, ist das eine ungewöhnlich klare Ansage: Diese Einnahmen gehen laut Schafer direkt an Double Fine.

Das ist mehr als ein formaler Eigentümerwechsel. Gerade bei einem Studio mit bekannten Reihen wie Psychonauts und Brütal Legend entscheidet die Frage, wer Rechte und Vertrieb hält, mit darüber, wie frei es künftige Projekte planen kann. Schafer erläuterte die Lage bei Kinda Funny Games Daily.

Alte Spiele werden wieder zur eigenen Grundlage

Auf manchen bereits veröffentlichten Titeln wird Microsoft noch als Publisher genannt. Schafer erklärt das mit der laufenden Umstellung. Nach seiner Aussage liegen die Publishing-Rechte trotzdem schon vollständig bei Double Fine. Damit hat ein Kauf von Spielen wie Psychonauts 2 für das Studio eine direktere Bedeutung als in der Zeit unter Microsoft. Es geht nicht nur um Nostalgie oder einen Katalog im Hintergrund. Einnahmen aus diesen Titeln können dem Team laut Schafer helfen, länger unabhängig zu arbeiten.

Die zurückgekehrten Markenrechte sind dabei mindestens ebenso wichtig. Double Fine kann nun selbst entscheiden, was mit dem eigenen Katalog geschieht, statt bei jeder Nutzung auf einen anderen Rechteinhaber angewiesen zu sein. Welche konkreten Projekte daraus entstehen, hat das Studio noch nicht angekündigt. Die neue Ausgangslage gibt ihm aber mehr Kontrolle über diesen Schritt.

Ein kleines Studio braucht planbare Wege

Microsoft hatte Double Fine 2019 übernommen. In dieser Zeit entstanden unter anderem Psychonauts 2 und Kiln. Nach einer umfassenden Umstrukturierung bei Xbox wurde das Studio wieder ausgegliedert; im vergangenen Monat kam es dort außerdem zu Entlassungen.

Vor diesem Hintergrund wirkt Schafers Hinweis auf direkte Einnahmen besonders wichtig. Unabhängigkeit heißt nicht automatisch, dass ein Team ohne Sorgen arbeiten kann. Sie bedeutet hier zunächst, dass Double Fine selbst steuern kann, welche Einnahmequellen es nutzt und wie es seine Rechte verwaltet.

Diese Trennung macht auch deutlich, warum Angaben auf Shopseiten nicht immer sofort den aktuellen Besitzstand zeigen. Der Name Microsoft kann noch auftauchen, obwohl die Rechte laut Schafer bereits zurückübertragen wurden. Für Käuferinnen und Käufer ist daher eher entscheidend, was das Studio selbst dazu sagt als ein noch nicht angepasster Schriftzug.

Amnesia Fortnight soll wieder Entscheidungen öffnen

Neben dem laufenden Geschäft setzt Double Fine auf ein bekanntes internes Format. Amnesia Fortnight, der Game Jam des Studios, soll zurückkehren und diesmal live stattfinden. Geplant ist außerdem eine Kickstarter-Kampagne.

Unterstützerinnen und Unterstützer sollen darüber mitbestimmen können, welche Ideen anschließend weiterverfolgt werden. Schafer spricht von einem kleineren Kickstarter-Projekt, das zusätzliche finanzielle Stabilität schaffen soll. Das passt zur neuen Lage: Statt nur auf große einzelne Produktionen zu setzen, möchte das Studio offenbar auch kleinere Vorhaben gemeinsam mit Unterstützern finanzieren.

Ob daraus eine konkrete Fortsetzung einer bekannten Reihe oder etwas völlig Neues wird, bleibt offen. Für Spielerinnen und Spieler ist an dem Format vor allem interessant, dass Entscheidungen über mögliche Projekte nicht ausschließlich hinter verschlossenen Studiotüren fallen sollen.

Kiln bleibt der unmittelbare Testfall

Während diese Pläne vorbereitet werden, arbeitet Double Fine weiter an Kiln, dem jüngsten Spiel des Studios. Für die kommende Woche hat Schafer ein größeres Update mit neuen Karten und Spielmodi angekündigt. Der Preis des Töpfer-Spiels soll zugleich sinken.

Gerade Kiln zeigt, dass die Rückkehr zur Eigenständigkeit keine bloße Verwaltungsmeldung ist. Updates, Preisgestaltung und die Verbindung zu den eigenen Fans liegen nun in einem Umfeld, das Double Fine wieder selbst bestimmt. Ob das Studio damit dauerhaft einen stabilen Weg findet, wird sich nicht an einer einzelnen Ankündigung entscheiden. Die Rechte an den eigenen Spielen zurückzuhaben, ist dafür aber eine sehr konkrete Voraussetzung.

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