Mark Darrah würde an allen vier Dragon-Age-Hauptteilen etwas ändern. Seine Vorschläge haben dabei ein gemeinsames Thema: Er will unnötige Umwege kürzen und Entscheidungen stärker wirken lassen.
Der frühere BioWare-Produzent war lange an der Reihe beteiligt. In einem TikTok-Q&A sprach er darüber, welche Teile er heute anders bauen würde. Besonders deutlich wird dabei, wo die Reihe für ihn Zeit verliert oder frühere Entscheidungen zu wenig mitnimmt.
Weniger Leerlauf, klareres Tempo
Bei Dragon Age: Origins würde Darrah die lange Traumsequenz im Magierturm streichen oder stark verkürzen. Er hält sie rückblickend eher für Füllmaterial. Gleichzeitig hätte er gern mehr Möglichkeiten beim Start des eigenen Charakters gesehen, etwa einen weiteren menschlichen Ursprung.
Seine Kritik an Dragon Age 2 betrifft dagegen keine zu lange Quest. Ihn stört das Ende der Entscheidung zwischen Magiern und Templern. Egal, welche Seite gewählt wird, läuft es auf einen Kampf gegen den Magier Orsino hinaus. Darrah würde diesen Ablauf ändern. Wer sich für die Magier entscheidet, sollte aus seiner Sicht nicht trotzdem gegen Orsino kämpfen müssen.
Das ist wichtig, weil Entscheidungen in Dragon Age oft mehr sein sollen als ein anderer Dialog. Sie sollen bestimmen, wem Spieler vertrauen und mit wem sie am Ende kämpfen. Wenn beide Wege wieder beim gleichen Konflikt landen, fühlt sich die Wahl kleiner an.
Auch Dragon Age: Inquisition wäre für Darrah zu groß geworden. Die Hauptgeschichte sollte schneller vorankommen. Er würde einen der riesigen Bereiche streichen, etwa die Hissing Wastes. Außerdem müsste man deutlich weniger Macht sammeln, um Hauptmissionen freizuschalten. Laut Darrah ließe sich diese Hürde um 40 bis 60 Prozent senken, ohne dass dem Spiel etwas Wichtiges fehlt.
The Veilguard fehlt eine Brücke zur alten Welt
Bei Dragon Age: The Veilguard nennt Darrah nur eine konkrete Ergänzung: den Keep. Über diese frühere cloudbasierte Lösung konnten Fans Weltzustände aus älteren Spielen erstellen und in einen neuen Teil übernehmen.
Diese Funktion fehlt in The Veilguard. Darrah sagt, er habe sie dem Team empfohlen und der Aufwand wäre überschaubar gewesen. Was er aus dem Spiel entfernen würde, konnte er dagegen nicht nennen.
Gerade dieser Punkt zeigt, warum der Keep für langjährige Fans mehr wäre als eine kleine Zusatzfunktion. Dragon Age baut seit Origins auf Entscheidungen auf. Wer hat überlebt? Welche Fraktion bekam Unterstützung? Solche Folgen machen eine eigene Spielwelt aus. Fehlt der Import, beginnt der neueste Teil stärker für sich allein.
Wie es mit Dragon Age weitergeht, ist offen. BioWare arbeitet derzeit nur am nächsten Mass Effect. Darrahs Rückblick ist deshalb keine Ankündigung für Änderungen. Er zeigt aber ziemlich klar, an welchen Stellen ein künftiges Dragon Age aus seiner Sicht weniger bremsen und besser an alte Entscheidungen anknüpfen sollte.