Drei Fußballspieler in roten und hellblauen Trikots kämpfen auf einem grünen Rasen in einem Stadion um den Ball.
Reviews

EA Sports FC 26 im Test: Zwei Spielstile, viele Menüs

Von Alex 6 Min. Lesezeit

EA Sports FC 26 spielt sich je nach Einstellung deutlich anders. Auf dem Platz klappt das gut, in der Karriere nerven aber viele Menüs.

EA Sports FC 26 ist kein Teil, der alles umwirft. Der wichtigste Unterschied steckt nicht in einem einzelnen neuen Modus, sondern direkt auf dem Platz: Du kannst zwischen zwei Spielstilen wählen. Einer bleibt näher am schnellen, bekannten Fußballspiel. Der andere bremst das Tempo und will näher an echten Fußball ran.

Das macht mehr aus, als es erst klingt. Denn EA Sports FC 26 kann dadurch für zwei verschiedene Arten von Spielern funktionieren. Wenn du schnelle Angriffe, direkte Läufe und ein eher lockeres Spielgefühl willst, bist du nicht gezwungen, die langsamere Variante zu nehmen. Wenn du lieber Torchancen herausspielst und Fehler im Passspiel wirklich spürst, gibt es diesmal eine klarere Alternative.

Trotzdem hat der neue Teil ein Problem: Abseits des Rasens klickst du dich sehr oft durch Menüs. Gerade in der Spielerkarriere wirken manche Ideen spannend, aber nicht immer so, als würden sie das Fußballgefühl besser machen.

Zwei Spielstile machen einen echten Unterschied

Die wichtigste Neuerung sind die beiden Spielvoreinstellungen Wettbewerb und Authentisch. Wettbewerb ist der schnellere Stil und geht stärker in Richtung Arcade. Das passt zu dem, was viele aus den letzten Jahren kennen: mehr Tempo, direktere Aktionen, weniger Geduld beim Aufbau.

Authentisch ist interessanter, weil es das Spiel spürbar verändert. Sprinten ist dort nicht mehr der einfache Problemlöser. Du kannst nicht ständig durch eine Lücke laufen und hoffen, dass der Stürmer allein durch sein Tempo alles entscheidet. Auch Pässe sind anfälliger für Fehler. Dadurch musst du genauer überlegen, wann du riskant spielst und wann du lieber den sicheren Ball nimmst.

Das passt gut zu echtem Fußball. Nicht jeder Angriff ist sauber. Im Strafraum entsteht manchmal Chaos. Abpraller, enge Situationen und kleine Fehler gehören dazu. Genau das kann sich in EA Sports FC 26 besser anfühlen als früher, weil nicht jede Szene wie ein perfekter Angriff aus dem Lehrbuch wirkt.

Der Nachteil ist klar: Authentisch kann träge wirken. Selbst schnelle und kräftige Stürmer wie Erling Haaland fühlen sich dort ungewohnt langsam an. Das ist wahrscheinlich der Punkt, an dem viele Spieler merken, welchen Fußball sie eigentlich wollen. Mehr Simulation klingt cool, aber wenn sich jeder Angriff zäh anfühlt, kippt der Spaß schnell.

Gut ist, dass die Einstellungen nicht komplett fest sind. Du kannst sie anpassen und so näher an dein eigenes Spielgefühl kommen. EA Sports FC 26 gewinnt genau dadurch. Es zwingt dich nicht in eine Richtung, sondern gibt dir zwei Startpunkte.

Die Stadien wirken lebendiger als viele Menüs

Auf dem Platz und drumherum kann EA Sports FC 26 ziemlich viel Fußballstimmung aufbauen. Die Einläufe setzen auf Fan-Choreografien und Stadionbilder, die direkt zeigen sollen, wo gespielt wird. Im Hamburger Volksparkstadion gibt es zum Beispiel ein großes Banner zu Uwe Seeler mit der Aufschrift „UNS UWE“.

Solche Details sind nett, auch wenn viele Spieler die Einläufe nach einigen Tagen wahrscheinlich überspringen. Wichtiger ist, was während des Spiels passiert. Hier reagieren die Fans passend auf das Geschehen. Sie feiern nicht nur die eigene Mannschaft, sondern pfeifen auch, wenn eine große Chance schlecht vergeben wird.

Das klingt klein, macht aber etwas aus. Ein Fußballspiel lebt nicht nur von Animationen und Lizenzen. Es braucht auch Reaktionen, die zu den Momenten passen. Wenn die Zuschauer nach einem miesen Abschluss unzufrieden sind, fühlt sich die Szene weniger leer an.

EA Sports FC 26 schafft damit mehr Atmosphäre, ohne dass daraus direkt ein komplett neues Spiel wird. Es sind eher viele kleine Dinge, die helfen. Gerade weil der Sprung zum Vorgänger sonst nicht riesig ist, fallen solche Details positiv auf.

Die Managerkarriere bekommt bessere Aufgaben

In der Karriere kannst du als Spieler oder Manager starten. Beim Manager gibt es wieder den klassischen Weg zu Saisonbeginn. Dazu kommt der Live-Startpunkt, bei dem Tabelle und Spielplan aus der echten Saison übernommen werden. Wenn ein Verein in der Realität tief unten steht, kannst du die Rettung also virtuell versuchen.

Die spannendere Neuerung sind aber die Challenges. Sie geben der Managerkarriere feste Aufgaben mit unterschiedlicher Länge. Manche laufen nur über den Saisonstart, etwa wenn du Testspiele gewinnen oder bestimmte finanzielle Vorgaben auf dem Transfermarkt erfüllen musst.

Andere Aufgaben gehen über eine ganze Saison. Du musst zum Beispiel trotz Punktabzug die Klasse halten oder darfst nur Spieler einsetzen, die höchstens 25 Jahre alt sind. Es gibt auch Aufgaben rund um bekannte Spieler wie Jude Bellingham oder Jamal Musiala, bei denen mehrere Titel das Ziel sind. Laut EA Sports sollen im Laufe des Jahres weitere Herausforderungen dazukommen.

Das ist eine gute Idee, weil die Managerkarriere dadurch klarere Ziele bekommt. Statt einfach nur Saison für Saison weiterzuspielen, hast du kleine Szenarien mit Regeln. Für dich lohnt sich das besonders, wenn dir der normale Karrieremodus in den letzten Jahren zu bekannt vorkam.

Der Rest bleibt sehr nah an EA Sports FC 25. Du arbeitest weiter mit Taktiken, Aufstellungen, Trainingsplänen, Scouting, Verträgen und Transfers. Neu sind ein Trainermarkt mit Entlassungen und Interimstrainern sowie zufällige Ereignisse. Ein Feueralarm kann die Energie deiner Spieler beeinflussen. Finanzprobleme oder veröffentlichte Gehälter können Ärger auslösen. Diese Ereignisse tauchen aber nicht besonders oft auf.

Schwächer bleibt alles, was zwischen den Entscheidungen gezeigt wird. Vertragsverhandlungen und Pressekonferenzen nutzen weiter sehr ähnliche Videos. Eine Sprachausgabe gibt es immer noch nicht. Das ist schade, weil gerade die Karriere viel mehr Leben vertragen könnte.

Die Spielerkarriere hat gute Ideen, aber zu viel Geklicke

Die Archetypen sind eine der größeren Neuerungen. Sie kommen im Modus Clubs und in der Spielerkarriere mit einem selbst erstellten Profi zum Einsatz. Es gibt 13 Archetypen für Torhüter, Verteidiger, Mittelfeldspieler und Stürmer. Sie sind an bekannte Fußballer angelehnt. Der Maestro orientiert sich zum Beispiel an Toni Kroos und soll das Spiel aus der Tiefe lenken.

Dieses System ersetzt das alte Wachstumssystem. Du wählst einen Basis-Archetypen, sammelst Erfahrungspunkte, verbesserst Attribute und schaltest Vorteile frei. Auf dem Papier ist das sinnvoll, weil dein Spieler nicht nur irgendwelche Werte bekommt, sondern eine klarere Rolle hat.

Das Problem liegt im Drumherum. Zwischen den Spielen gibt es sehr viele Menüaktionen. Du kannst Geld investieren, etwa in eine Ehrenloge, neue Kleidung, ein E-Sport-Team oder eine App. Du kannst verletzte Mitspieler besuchen und dadurch Werte wie Disziplin beeinflussen. Nach Partien kommentierst du deine Leistung und bekommst je nach Antwort Punkte in bestimmten Bereichen.

Dazu meldet sich deine Agentin mit Tipps und Karrierehinweisen. Sie kann dir zum Beispiel Vereine nennen, die zu deinem Spielertyp passen könnten. Das ist als Idee okay, aber es ersetzt keine starke Fußballgeschichte. Vieles passiert über Auswahlfenster und kleine Entscheidungen, nicht über Szenen, die wirklich hängen bleiben.

Online bleibt EA Sports FC 26 breit aufgestellt. Saisons, Clubs und Football Ultimate Team sind wieder dabei. In Ultimate Team gibt es unter anderem Live-Events, Duelle über mehrere Spiele und Turniere im K.o.-Format. Wenn du vor allem viele Modi willst, bekommst du also weiterhin viel zu tun.

Am Ende ist EA Sports FC 26 ein gutes Fußballspiel mit einer klaren Stärke und einer klaren Schwäche. Auf dem Platz ist die Wahl zwischen Wettbewerb und Authentisch wichtiger als viele kleinere Neuerungen. Sie entscheidet, ob sich das Spiel für dich schneller und lockerer oder langsamer und echter anfühlt. Abseits davon steckt viel Inhalt drin, aber auch sehr viel Menüarbeit. Wenn du hauptsächlich Fußball spielen willst, ist das neue Spielgefühl der beste Grund reinzuschauen. Wenn du auf große Karrieremomente hoffst, bleibt noch Luft nach oben.

Weiter im Gespräch

Drei Stimmen. Ein gemeinsamer Spielstand.

REDEN WIR
ÜBER GAMES.

News mit Kontext, Tests mit Haltung und Geschichten aus ganz unterschiedlichen Spielwelten.

Alle Artikel