Ed Boon hat die Diskussion um ein mögliches Treffen von Street Fighter und Mortal Kombat in eine klare Reihenfolge gebracht: Erst müsse ein gemeinsames Spiel entstehen, dann könne ein Kinofilm folgen. Damit reagiert der Schöpfer von Mortal Kombat auf die Crossover-Wünsche rund um den neuen Street Fighter-Film, der seit dem 15. Oktober in den Kinos läuft.
Das ist keine Ankündigung eines Projekts. Boon zeigt sich aber offenbar nicht grundsätzlich abgeneigt. Seine Aussage macht vor allem deutlich, dass ein Film-Crossover für ihn nicht der erste Schritt wäre. Die beiden Reihen sollten sich zuvor in dem Medium treffen, aus dem sie stammen: in einem Fighting Game.
Erst ein Spiel, dann das Kino
In einem Beitrag auf X formulierte Boon seine Bedingung kurz: „Zuerst das Spiel, dann der Film.“ Den Beitrag von Ed Boon kann man auch so lesen: Ein gemeinsamer Film hätte für Fans deutlich mehr Gewicht, wenn die Kämpfer vorher schon gegeneinander spielbar gewesen wären.
Der Gedanke liegt nahe. Street Fighter und Mortal Kombat gehören beide zu den bekanntesten Prügelspielreihen überhaupt, unterscheiden sich aber deutlich in Ton und Stil. Gerade deshalb wäre es spannend zu sehen, wie Ryu, Ken und ihre Mitstreiter gegen die Figuren aus Mortal Kombat antreten würden. Ein Spiel müsste dabei nicht nur bekannte Charaktere zusammenbringen, sondern auch klären, wie die beiden Kampfsysteme zusammenpassen.
Boon beschäftigt diese Idee offenbar schon lange. Laut den vorliegenden Angaben versuchte er über Jahrzehnte, ein solches Videospiel-Crossover möglich zu machen. Ein Anlauf für einen Street Fighter-Gastcharakter scheiterte allerdings 2019 an Vorbehalten von Capcom. Dass Boon jetzt erneut darüber spricht, ist daher ein kleines Signal, aber noch lange keine Bestätigung für Verhandlungen oder eine Produktion.
Die Filmstars wären sofort dabei
Aus der Besetzung des neuen Street Fighter-Films kam bereits viel Zustimmung. Noah Centineo, der Ken spielt, sagte, er wolle unbedingt mehr Street Fighter und wäre sofort bereit zurückzukehren, falls die Gelegenheit dazu komme. Andrew Koji, der Ryu verkörpert, reagierte ebenfalls begeistert auf die Idee eines Treffens mit Mortal Kombat.
Für einen möglichen Film spricht also zumindest, dass die Hauptdarsteller Interesse zeigen. Entscheidend wäre das aber nicht. Beide Marken und ihre Verantwortlichen müssten sich auf ein gemeinsames Projekt einigen. Boons Aussage setzt außerdem noch eine weitere Hürde davor: Ohne Spiel offenbar kein Film.
Das bremst die aktuelle Fantasie ein wenig, verhindert sie aber nicht. Fans bekommen damit keine leere Zusage, sondern eine ziemlich konkrete Vorstellung davon, was vorher passieren müsste. Ein spielbares Crossover wäre der eigentliche große Schritt. Erst danach könnte ein Kinoduell zwischen den beiden Fighting-Reihen realistisch werden.
Der neue Street-Fighter-Film startet mit gemischten Reaktionen
Während über die Zukunft gesprochen wird, ist der neue Film bereits im Kino angekommen. Bei Rotten Tomatoes liegt er laut den vorliegenden Angaben bei 44 Prozent und erhielt damit eher schwache Kritiken. Das bedeutet nicht automatisch, dass er allen Fans missfällt. Es zeigt aber, dass die Fachpresse den Film deutlich zurückhaltender aufgenommen hat als manche Zuschauer.
Die Reaktionen riefen auch Uwe Boll auf den Plan. Der Regisseur teilte eine besonders negative Kritik und schrieb dazu, man solle seine Filme nie wieder schlechtmachen. Seine Spitze wirkt vor allem deshalb auffällig, weil seine eigenen Videospielverfilmungen bei Rotten Tomatoes noch viel niedrigere Wertungen haben. Genannt werden 9 Prozent für Postal, 4 Prozent für BloodRayne, 3 Prozent für House of the Dead und 1 Prozent für Alone in the Dark.
Für die Crossover-Frage ist diese Debatte aber nur Nebengeräusch. Wichtiger ist Boons Reihenfolge: Sollte Street Fighter jemals auf Mortal Kombat treffen, müsste die entscheidende Runde wohl zuerst auf Konsolen und PC stattfinden.