Der noch nicht offiziell angekündigte Disney-Shooter von Epic Games soll sich laut einem Bloomberg-Bericht verschieben. Geplant war demnach bisher März 2027. Einen neuen Termin habe Epic intern zwar bereits festgelegt, veröffentlicht wurde er aber nicht.
Wichtiger als die Verschiebung ist die Art, wie Epic das Projekt nun fertigstellen will: Das Team soll künftig stark mit automatisierten Entwicklungswerkzeugen arbeiten. Menschen sollen die Ergebnisse weiter steuern und prüfen. Für Fans ist das vor allem deshalb interessant, weil über das Spiel selbst bisher fast nichts bekannt ist, sich die Produktion aber offenbar komplett verändert.
Ein Disney-Projekt ohne öffentlichen Termin
Der Shooter soll Figuren aus Marvel und Star Wars zusammenbringen und Teil einer größeren Partnerschaft zwischen Disney und Epic sein. Disney investierte 2024 dafür 1,5 Milliarden US-Dollar in Epic und erhielt im Gegenzug eine Beteiligung am Unternehmen.
Nach Angaben von Bloomberg dauerte die Entwicklung länger als erwartet. Epic soll unterschätzt haben, wie viele Leute und wie viel Zeit das Projekt braucht. Deshalb wurde der bisherige März-Termin offenbar aufgegeben.
Für Spieler heißt das: Es gibt weiterhin weder einen offiziellen Namen noch Spielszenen oder einen neuen Veröffentlichungstermin. Dass Marvel und Star Wars gemeinsam in einem Shooter auftauchen sollen, klingt erst mal spannend. Im Moment bleibt aber offen, wie dieses Spiel überhaupt aussehen und sich spielen wird.
Automatisierte Werkzeuge sollen die Produktion beschleunigen
Laut dem Bericht setzt Epic bei der weiteren Entwicklung unter anderem auf Claude von Anthropic. In einer internen Nachricht soll ein Game Director geschrieben haben, dass kein handgeschriebener Programmcode mehr entstehen werde. Auch die Grafiken sollen mit vollständigen automatisierten Arbeitsabläufen erstellt werden.
Das bedeutet nicht automatisch, dass keine Entwickler mehr am Spiel arbeiten. Epic erklärte gegenüber Bloomberg, die Entwickler blieben die kreativen Köpfe hinter den Projekten. Sie sollen die Werkzeuge nutzen, Ergebnisse kontrollieren und die Richtung vorgeben.
Trotzdem gab es intern offenbar Zweifel. Einige Entwickler fragten laut Bericht, wie Fehler in automatisch erzeugter Arbeit zuverlässig behoben werden sollen. Gerade bei einem großen Shooter können sich Probleme in Programmcode, Grafik oder Spielabläufen schnell auf viele Bereiche auswirken.
Epic baut auch außerhalb dieses Spiels um
Epic-Chef Tim Sweeney hat den allgemeinen Kurswechsel öffentlich bestätigt. In einem Beitrag von Tim Sweeney schrieb er, dass Entwickler im Unternehmen für eine stärkere Automatisierung umverteilt würden. Sein Ziel sei nicht, mit weniger Menschen dasselbe zu machen, sondern Teams mehr Möglichkeiten für bessere Spiele zu geben.
Der Disney-Shooter wäre laut Bloomberg der erste große Titel eines bekannten Spieleunternehmens, der überwiegend auf diese Weise entwickelt werden soll. Ob dieser Plan die Verzögerung wirklich auffängt, lässt sich noch nicht sagen. Klar ist nur: Für das Projekt zählt jetzt nicht nur, wann es erscheint, sondern auch, ob Epic seine neue Arbeitsweise ohne neue Probleme hinbekommt.