Shawn Layden mit Bart und Kopfhörern in einem Videoanruf, im Hintergrund ein unscharfer Xbox-Controller.
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Ex-PlayStation-Chef kritisiert Xbox-Kurs

Von Alex 3 Min. Lesezeit

Ein früherer PlayStation-Chef kritisiert den wechselnden Xbox-Kurs. Seine zentrale Frage: Kann Microsoft gleichzeitig Plattform und Publisher für alle sein?

Shawn Layden sieht Xbox vor einem Problem, das sich nicht einfach mit einem weiteren Kurswechsel lösen lässt: Microsoft will zugleich eine starke eigene Plattform betreiben und als großer Publisher möglichst viele Spieler auf anderen Systemen erreichen. Der frühere PlayStation-Verantwortliche hält genau diesen Spagat für den Kern der aktuellen Schwierigkeiten.

In einem Interview mit The Expansion Pass sagte Layden, Microsoft habe sich seiner Ansicht nach nie dauerhaft für eine Richtung entschieden. Seine Kritik richtet sich vor allem an den wechselnden Umgang mit Exklusivspielen. Mal stand die breite Veröffentlichung auf mehreren Plattformen im Vordergrund, dann wieder die Bindung großer Spiele an Xbox, später folgten erneut geplante PS5-Versionen ausgewählter Projekte.

Zwei Ziele, die sich gegenseitig bremsen können

Für Layden passt beides langfristig nicht sauber zusammen. Eine Konsole brauche eigene Spiele, die einen Grund für die Plattform liefern. Ein Publisher in Microsofts Größe müsse seine Titel dagegen breit veröffentlichen, damit sich die hohen Kosten lohnen.

Das ist der wichtige Punkt an seiner Kritik. Exklusivtitel können Xbox-Konsolen und das eigene Angebot stärken. Werden große Spiele auf weiteren Plattformen verkauft, erreicht Microsoft mehr Käufer. Für Fans ist das oft praktisch, für die Rolle der Xbox-Hardware kann es aber schwieriger werden: Wenn die wichtigsten Spiele überall erscheinen, wird weniger klar, warum gerade diese Plattform gewählt werden soll.

Layden behauptet nicht, dass es für dieses Problem keine Lösung gibt. Er sagt aber, dass Microsoft sich endlich klar entscheiden müsse, welche Priorität das Xbox-Geschäft haben soll. Ein ständiges Hin und Her bei großen Marken macht es Spielern schwerer, die Strategie zu verstehen.

Der Umbau macht den Druck sichtbar

Die Aussagen kommen in einer Phase, in der Microsofts Gaming-Sparte deutlich umgebaut wird. Asha Sharma erklärte 100 Tage nach ihrem Amtsantritt als Xbox-Chefin, dass es so nicht weitergehen könne. Danach begann laut den vorliegenden Angaben der größte Umbau der Sparte, bei dem Tausende Stellen gestrichen und Studios ausgegliedert wurden.

Im Juni verloren demnach 1.600 Beschäftigte ihre Stellen, fünf Studios wurden abgegeben. Vor wenigen Wochen kamen weitere 268 Entlassungen hinzu. Microsofts CCO Matt Booty erklärte zuletzt, der Umbau sei zu etwa drei Vierteln abgeschlossen.

Layden verbindet diesen Druck auch mit dem Game Pass. Nach seiner Einschätzung konnte Microsoft lange auf die finanziellen Mittel des Mutterkonzerns setzen, obwohl das Abo-Modell viel Geld kostete und die erwarteten Abonnentenzahlen nicht dauerhaft erreichte. Das ist seine Bewertung, keine bestätigte Bilanzanalyse von Microsoft.

Für Xbox-Spieler bleibt damit vor allem eine offene Frage: Wie sieht die Plattform nach dem Umbau aus? Microsoft muss offenbar entscheiden, wie wichtig eigene Hardware, Exklusivspiele, Abonnements und Veröffentlichungen auf anderen Systemen künftig jeweils sein sollen. Layden erwartet dafür keine schnelle Lösung.

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