Bruce Nesmith, früherer Design Director von Fallout 4, hält einen Schauplatz außerhalb der USA für eine spannende Möglichkeit für die Zukunft von Fallout. London oder Paris nennt er als Beispiele. Bestätigt ist daraus allerdings nichts: Bethesda hat weder einen Ort noch konkrete Pläne für Fallout 5 angekündigt.
Interessant ist Nesmiths Gedanke trotzdem, weil ein neuer Schauplatz die Reihe nicht nur optisch verändern würde. Bei Fallout prägen Ort, Geschichte und Kultur normalerweise die Quests, Fraktionen und den schwarzen Humor. Die Frage ist deshalb nicht allein, welche Ruinen Spieler erkunden könnten. Wichtiger wäre, welche Art von Welt aus der Vergangenheit dieses Ortes entsteht.
Ein anderer Ort würde mehr verändern als die Skyline
Die bisherigen Spiele der Reihe sind eng mit den Vereinigten Staaten verbunden. Gerade diese amerikanische Kultur gehört zu ihrem Kern: überdrehter Fortschrittsglaube, Atomzeitalter, Konsum und der Blick auf ein Land nach der Katastrophe. Entsprechend vorsichtig klangen frühere Aussagen aus Bethesda. Todd Howard erklärte 2024, Fallout werde seiner Ansicht nach die USA niemals verlassen. Jon Rush von Fallout 76 schloss es 2025 nicht völlig aus, hielt es aber für unwahrscheinlich.
Nesmith sieht das offener. Für ihn braucht ein geeigneter Schauplatz vor allem einen klaren eigenen Charakter. Er verweist dabei auf Orte wie Las Vegas, Washington D.C. und Boston, die sich schon vor der Apokalypse deutlich voneinander unterscheiden. Das ist ein wichtiger Punkt: Eine austauschbare Großstadt würde einem neuen Fallout wenig bringen. Ein Ort müsste eigene Bilder, Konflikte und Geschichten liefern.
London oder Paris wären nach dieser Logik nicht einfach neue Karten mit bekannten Wahrzeichen. Sie würden die Frage aufwerfen, wie diese Städte in der Welt von Fallout mit Atomkrieg, Bunkern und dem Wiederaufbau umgegangen sind. Genau dort läge die Chance, aber auch das Risiko. Die Serie könnte neue Seiten ihrer Welt zeigen, müsste dabei aber erklären, wie viel vom bekannten Ton außerhalb der USA noch funktioniert.
Auch die USA bieten noch viele Richtungen
Ein Bruch mit der bisherigen Tradition ist für Nesmith keine Pflicht. Er nennt auch mehrere amerikanische Orte, die für einen zukünftigen Teil passen könnten: New Orleans, St. Louis und Los Angeles. Gerade Los Angeles könnte laut ihm mit Hollywood-Studios einen eigenen Ansatz bieten, obwohl frühere Fallout-Spiele bereits in Kalifornien spielten.
Das zeigt, worauf seine Überlegung eigentlich hinausläuft: Bethesda müsste nicht zwangsläufig das Land wechseln, um der Reihe einen frischen Blick zu geben. Ein starker Ort innerhalb der USA könnte denselben Effekt haben, wenn er eigene Themen und eine andere Art von Erkundung mitbringt. New Orleans hätte beispielsweise eine völlig andere Atmosphäre als das trockene Las Vegas oder die zerstörte Hauptstadtregion. Über konkrete Inhalte sagte Nesmith dabei aber nichts.
Er denkt sogar über Schauplätze nach, die nicht von einer einzigen Metropole bestimmt werden. Als Beispiel nennt er den Grand Canyon. Damit würde sich die Struktur einer möglichen Spielwelt deutlich verändern: weniger Stadtviertel und Ruinenstraßen, dafür möglicherweise große Naturgebiete, ungewöhnliche Wege und weiter auseinanderliegende Orte. Nesmith selbst betont jedoch, dass die Reihe seiner Meinung nach besonders gut in einer städtischen Umgebung funktioniert.
Für Fallout 5 gibt es weiter keinen festen Plan
Für Fans ist die Aussage vor allem ein interessanter Blick darauf, welche Möglichkeiten ein ehemaliger Entwickler in der Marke sieht. Sie ist keine Bestätigung für London, Paris, New Orleans oder irgendeinen anderen Ort. Nesmith spricht ausdrücklich aus seiner eigenen Perspektive und arbeitet nicht an einer offiziell angekündigten Schauplatzentscheidung für Fallout 5.
Dazu kommt, dass Bethesda laut den vorliegenden Angaben derzeit auf die Fertigstellung und Veröffentlichung von The Elder Scrolls 6 fokussiert ist. Bis zu konkreten Neuigkeiten zum nächsten großen Fallout-Teil dürfte es also noch dauern. Berichte, nach denen die neue Xbox-Führung mehr Geld zur Beschleunigung kommender Bethesda-Spiele bereitstellen könnte, sind ebenfalls nicht offiziell bestätigt.
Nesmiths Vorschlag macht aber deutlich, warum die Schauplatzfrage für Fallout 5 so spannend bleibt. Ob außerhalb der USA oder in einer neuen amerikanischen Region: Der beste Ort wäre nicht unbedingt der berühmteste, sondern einer, der genug eigene Ideen für eine neue zerstörte Welt mitbringt.