Football Manager 2026 auf PS5 ist ein ziemlich klares Beispiel dafür, was auf der Konsole gut klappt und was dort immer noch schwierig bleibt. Die wichtigste Sache zuerst: Das ist kein kleiner Manager-Modus wie in einem Fußballspiel, sondern ein richtig tiefes Managerspiel. Du kannst an Taktiken schrauben, Spieler suchen, Entscheidungen im Alltag treffen und dich durch sehr viele Ligen arbeiten.
Gleichzeitig merkt man aber auch schnell, dass die PS5-Version nicht einfach die PC-Version mit Controller ist. Einige Bereiche sind kleiner, manche Menüs brauchen Gewöhnung und auf dem Platz fehlt fast alles, was nach Stadion klingt. Dadurch entsteht ein Spiel, das im Kopf viel Fußball bietet, aber im Bauch eher wenig auslöst.
Spannend ist auch der Hintergrund. Football Manager 2025 wurde nach einer Verschiebung komplett gestrichen. Football Manager 2026 trägt deshalb die Erwartung, den neuen Schritt wirklich zu schaffen. Auf PS5 klappt das bei den Systemen besser als bei der Stimmung.
Der Controller macht seinen Job, aber nicht perfekt
Die neue Oberfläche ist für die Konsole grundsätzlich sinnvoll. Viele Funktionen liegen unter wenigen großen Menüpunkten, wodurch der Bildschirm erst einmal sauberer wirkt. Auf PS5 gibt es sogar weniger Kacheln als auf dem PC. Das hilft beim Durchblättern, weil du nicht ständig auf winzige Felder zielen musst.
Mit dem linken Stick bewegst du dich durch die Menüs. Oft kannst du mit den Aktionstasten schnell weitergehen. Das ist wichtig, weil ein Football Manager aus sehr vielen kleinen Entscheidungen besteht. Wenn jede davon zu lange dauert, wird das Spiel träge.
Ganz verschwindet das Problem aber nicht. Eine Maus bleibt bei so einem Spiel einfach genauer. Manchmal landest du nicht dort, wo du hinwillst. Einzelne Menüs können sich auch unnötig verwinkelt anfühlen. Das ist nicht kaputt, aber es nervt, wenn du gerade nur schnell eine Aufstellung ändern oder eine Meldung abarbeiten willst.
Gut ist dafür, dass die Tutorials sauber helfen. Sie sind auf Deutsch, mit Bildern erklärt und werfen nicht alles auf einmal auf dich. Stattdessen kommen nach und nach neue Hinweise, zum Beispiel zu Kader, Mannschaftsgefüge oder Taktik. Das passt zur PS5-Version, weil du so nicht direkt in Menüs untergehst.
Viel Fußball zum Planen und Ausprobieren
Beim Umfang bleibt Football Manager 2026 auch auf Konsole stark. Im Männerfußball sind große Ligen wie Bundesliga, 2. Bundesliga, 3. Liga, Premier League und La Liga dabei. Es gibt aber auch deutlich kleinere Wettbewerbe, etwa in Ungarn oder Indonesien. Selbst Russland ist enthalten.
Auch der Frauenfußball ist spielbar. Dort stehen 14 Ligen aus elf Ländern zur Auswahl. Damit kannst du nicht nur die bekannten Herrenvereine übernehmen, sondern auch mit Spielerinnen wie Giulia Gwinn, Jule Brand oder Alisha Lehmann arbeiten.
Der Reiz liegt aber nicht nur in der Ligaauswahl. Football Manager 2026 lebt davon, dass du ständig kleine Fragen beantworten musst. Ein Spieler verletzt sich und du entscheidest, ob er mit einer Injektion schneller zurückkommt, aber ein höheres Risiko eingeht. Oder dein Co-Trainer meldet, dass ein Profi nicht richtig bei der Trainingsmethode mitzieht. Dann kannst du hart reagieren oder das Gespräch suchen.
Solche Momente machen den Manageralltag stark. Sie sind nicht so laut wie ein Tor in der Nachspielzeit, aber sie sorgen dafür, dass sich eine Karriere nach Arbeit am Verein anfühlt. Wenn du Spaß daran hast, einen Kader langsam zu formen, findest du hier viel zu tun.
Auch taktisch ist das Spiel nicht dünn. Du kannst Formationen für eigenen Ballbesitz und gegnerischen Ballbesitz festlegen. Das ist cool, weil moderne Teams oft nicht in jeder Phase gleich stehen. Für Einsteiger gibt es Vorschläge zu Spielstilen und Formationen. Du musst also nicht sofort alles selbst verstehen.
Vor Spielen gibt dir der Co-Trainer Hinweise zum Gegner. Gegen Bayern kann zum Beispiel der Tipp kommen, Harry Kane eng zu decken. Wenn du zustimmst, übernimmt das Spiel die Anweisung automatisch in die Taktik. Das spart Zeit und macht Vorbereitung verständlicher.
Die PS5-Version spart an manchen Stellen
So tief die Konsole an vielen Stellen bleibt, sie ist nicht so umfangreich wie die PC-Fassung. Das merkt man besonders bei Bereichen, die auf Dauer wichtig werden können.
Der Nachwuchsbereich ist deutlich kleiner. Die 2. Mannschaft und die U19 fehlen fast komplett. Auch beim Training gibt es weniger Einstellungsmöglichkeiten. Für manche Spieler ist das kein riesiges Problem, weil Football Manager 2026 trotzdem noch sehr viele Systeme hat. Wenn du aber gerade die volle Kontrolle über Talente und Trainingspläne willst, ist das ein echter Nachteil.
Noch deutlicher fällt die Kommunikation weg. Auf dem PC gehören Pressekonferenzen und Interviews viel stärker zum Ablauf. Dort gibt es wöchentliche Spieltags-Pressekonferenzen, Fragen direkt vor dem Spiel, kurze Interviews nach Abpfiff und danach noch ausführlichere Gespräche.
Auf PS5 bleibt davon viel weniger übrig. Es gibt nur gelegentliche Einzelfragen unter der Woche. Auch Mannschaftsansprachen sind einfacher. In der Halbzeit wählst du eher eine Grundstimmung, zum Beispiel wütend, enttäuscht, ermutigend, zufrieden oder begeistert. Auf dem PC kannst du genauer mit der ganzen Mannschaft, einzelnen Mannschaftsteilen oder bestimmten Spielern sprechen.
Das macht die Konsolenversion nicht schlecht. Aber sie fühlt sich weniger wie ein kompletter Fußballbetrieb an. Du bekommst die wichtigsten Manageraufgaben, aber weniger von dem Drumherum, das eine Karriere lebendig wirken lassen könnte.
Der Spieltag bleibt zu still
Am schwächsten ist Football Manager 2026 auf PS5, wenn das Spiel eigentlich emotional werden müsste: am Spieltag. Die Spieler bewegen sich flüssiger als in Football Manager 2024, aber noch immer nicht wirklich natürlich. Optisch wirkt das Ganze eher alt. Wer etwas in Richtung EA Sports FC 26 erwartet, wird enttäuscht.
Noch mehr stört der Sound. Richtige Fangesänge fehlen. Stattdessen hörst du vor allem ein Hintergrundrauschen, das bei Toren lauter wird. Einen Kommentator gibt es auch nicht. Dazu kommt, dass die Stadien oft wenig mit echten Arenen gemeinsam haben.
Das lässt sich bei einem Managerspiel teilweise verzeihen. Der Kern ist nicht, jeden Zweikampf schön zu sehen, sondern die richtigen Entscheidungen davor zu treffen. Trotzdem wäre mehr Stimmung wichtig gewesen. Gerade auf der Konsole sitzt du oft weiter vom Bildschirm weg, vielleicht auf dem Sofa. Da würde ein stärkerer Spieltag viel ausmachen.
Auch außerhalb der Matches bleibt es trocken. In den Menüs gibt es keine Musik. Bei Reporterfragen gibt es keine Sprachausgabe. Dadurch arbeitet man sich oft durch viele Texte und Menüs, ohne dass das Spiel akustisch viel zurückgibt.
Am Ende ist Football Manager 2026 auf PS5 ein gutes Managerspiel, aber kein perfekter Konsolenwechsel. Wenn du auf PlayStation einen viel tieferen Fußballmanager als den Manager-Modus in EA Sports FC 26 suchst, bekommst du genau das. Wenn du aber die volle PC-Tiefe oder eine starke Stadionatmosphäre erwartest, musst du klare Abstriche machen.