Mehrere Aussteller berichten von Diebstählen auf der Gamescom 2026. Betroffen waren unter anderem Laptops mit unfertigen Spielversionen. Besonders heikel: Zwei der gemeldeten Fälle sollen sich im Business-Bereich ereignet haben, der nicht für Messebesucher offen ist.
Die Veranstalter erklärten, ihnen seien die Vorfälle bekannt. Sie verwiesen auf uniformierte Sicherheitskräfte auf dem Gelände, zusätzlich buchbare Standbewachung und die Empfehlung, Ausrüstung zu versichern. Eine konkrete Ankündigung zu neuen Schutzmaßnahmen für betroffene Stände enthält die Stellungnahme nicht.
Für kleine Teams geht mehr als Hardware verloren
Der britische Solo-Entwickler Ryan Laley meldete am 28. August, dass an seinem Stand über Nacht sämtliche Laptops verschwunden seien. Laley arbeitet an dem Multiplayer-Survival-Horror Mimic. Für ein kleines Team oder eine einzelne Person ist so ein Verlust besonders hart: Es fehlen nicht nur teure Geräte, sondern möglicherweise auch Arbeitsstände eines Spiels.
Auch bei iam8bit wurden zwei Laptops gestohlen. Auf ihnen befanden sich laut Publisher unfertige Builds von Petal Runner und Escape Academy 2. Damit trifft der Vorfall nicht nur einen Standbetreiber, sondern auch die Teams hinter den Spielen.
Genau deshalb reicht der Hinweis auf Versicherung für viele Betroffene offenbar nicht aus. Wenn Entwicklungsmaterial verschwindet, kann Geld zwar Hardware ersetzen. Die verlorene Arbeit ist damit aber nicht automatisch wieder da.
Die Kritik richtet sich an die Messeleitung
Der Entwickler Joe, online als IndieGameJoe bekannt, nennt drei betroffene Aussteller: Ryan Laley, iam8bit und Tessera Studios. Die Fälle sollen sich über drei Hallen und zwei Nächte verteilt haben. Er kritisiert vor allem, dass die Stellungnahme der Gamescom keine Verantwortung übernehme und keine Hilfe oder Änderungen für künftige Messen verspreche.
Joe schreibt außerdem, zwei Einbrüche hätten den Business-Bereich betroffen. Nach seiner Darstellung sei Ausstellern gesagt worden, dieser Bereich werde rund um die Uhr bewacht und Ausrüstung könne ihn nicht ohne Genehmigung verlassen. Beim dritten Fall sei ein verschlossener Schrank aufgebrochen worden. Diese Angaben stammen aus seiner Reaktion und wurden in der Stellungnahme der Veranstalter nicht einzeln bestätigt.
Die Stellungnahme der Gamescom erklärt die allgemeinen Sicherheitsregeln, beantwortet aber die wichtigste Frage noch nicht: Ob nach den gemeldeten Diebstählen etwas am Schutz der Stände geändert wird. Für Entwickler ist das entscheidend. Wer eine Messe nutzt, um ein Spiel zu zeigen, muss seine Geräte und laufenden Projekte nach Messeschluss nicht als Risiko einplanen wollen.