Gears of War: E-Day ist seit dem 6. Oktober für Xbox Series X/S und PC erhältlich. Während der neue Serienteil zum Start viel positives Echo bekommt, bleibt die Lage beim Entwickler The Coalition offenbar unsicher. Studiochef Mike Crump hat sich zu den Berichten über Sorgen im Team geäußert, eine klare Zusage gegen weitere Entlassungen gab es aber nicht.
Stattdessen verwies Crump darauf, worauf sich das Studio selbst konzentrieren könne: ein Spiel abzuliefern, das bei den Spielern ankommt. Gleichzeitig kündigte er an, dass der nächste Gears-Teil nicht wieder annähernd so lange brauchen solle wie E-Day. Das ist für Fans eine interessante Aussicht, löst die aktuelle Unsicherheit im Studio aber nicht auf.
Eine Antwort, die keine Sicherheit gibt
Auslöser für die Sorgen sind Berichte über mögliche Kündigungen bei The Coalition. Besonders schwer wiegt dabei, dass Story Director Juan Vaca laut Briefing im Rahmen der jüngsten Entlassungswelle bei Microsoft seinen Job verlor, nur wenige Tage nachdem E-Day den Gold-Status erreicht hatte.
Im Gespräch mit der BBC wurde Crump direkt auf die Stimmung im Studio angesprochen. Er sagte, das Team müsse sich auf die Dinge konzentrieren, die es selbst beeinflussen könne. Dazu gehöre vor allem, ein gutes Gears-Spiel zu machen.
Das ist verständlich, aber eben keine Entwarnung. Crump hat weder konkrete Aussagen über die weitere Personalplanung gemacht noch die Berichte über die Sorgen im Team ausgeräumt. Für die Beschäftigten dürfte es deshalb wenig ausmachen, dass E-Day gut gestartet ist, solange offen bleibt, welche Folgen die Umstrukturierungen bei Microsoft noch haben.
Crump betonte außerdem, dass besonders die Führungsebene seit mehr als 20 Jahren zusammenarbeite. Das zeigt, dass bei The Coalition viel Erfahrung vorhanden ist. Ob diese Kontinuität allein das gesamte Team schützt, lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.
E-Day soll den Weg für schnellere Folgen bauen
Die zweite Aussage von Crump betrifft direkt die Zukunft der Reihe. Zwischen Gears 5 aus dem Jahr 2019 und Gears of War: E-Day liegen sieben Jahre. Für eine bekannte Xbox-Reihe ist das eine lange Pause, gerade weil Gears 5 mit einem offenen Ende zurückblieb.
Laut Crump soll sich dieser Abstand beim nächsten Spiel nicht wiederholen. E-Day biete eine starke Grundlage für weitere Projekte, auf der The Coalition aufbauen könne. Welche Teile dieser Grundlage gemeint sind, erklärte er nicht genauer. Es gibt also keinen Termin und auch keine Bestätigung für einen konkreten nächsten Ableger.
Trotzdem ist die Aussage wichtig: Sie deutet darauf hin, dass E-Day nicht als einmalige Rückkehr gedacht ist. Wenn das Studio die Technik und seine Arbeitsabläufe aus dem neuen Spiel übernehmen kann, müsste nicht wieder alles von Grund auf entstehen. Für Spieler wäre das vor allem dann gut, wenn die Reihe nach E-Day verlässlicher weitergeht und nicht erneut jahrelang verschwindet.
Für Xbox zählt offenbar mehr als nur der Verkauf
Crump sprach auch darüber, wie der Erfolg von E-Day bewertet wird. Da das Spiel zum Start im Xbox Game Pass verfügbar ist, schaut The Coalition nach seinen Worten nicht nur auf Verkaufszahlen. Das Spiel soll auch zeigen, was Xbox-Hardware leisten kann.
Das erklärt, warum E-Day für Microsoft mehr sein kann als ein weiterer Serienteil. Das Spiel soll die Plattform technisch gut aussehen lassen und als Aushängeschild für Xbox dienen. Ob diese Rolle dem Studio in den kommenden Umstrukturierungen hilft, ist allerdings offen.
Für Gears-Fans bleiben damit zwei Dinge gleichzeitig wahr: E-Day markiert eine erfolgreiche Rückkehr der Reihe, und Crump sieht eine schnellere Zukunft für weitere Spiele. Die wichtigste Frage liegt aber neben dem Bildschirm: Ob The Coalition dafür in der jetzigen Form weiterarbeiten kann, hat der Studiochef nicht beantwortet.