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Große Publisher könnten bis 2030 weiter an Marktmacht gewinnen

Von Ramona 3 Min. Lesezeit

Zehn große Publisher erwirtschaften laut einer Analyse schon heute mehr als die Hälfte der weltweiten Publisher-Umsätze. Bis 2030 könnte ihr Anteil weiter steigen, während AA-Studios wichtiger werden könnten.

Wenige große Publisher könnten bis 2030 einen noch deutlich größeren Teil des weltweiten Spielemarkts kontrollieren. Das ist die Prognose des Branchenanalysten Joost van Dreunen. Schon heute entfallen laut ihm mehr als die Hälfte der weltweiten Publisher-Umsätze auf zehn Unternehmen. Bis zum Ende des Jahrzehnts könnte ihr Anteil auf etwa zwei Drittel steigen.

Das wäre vor allem für kleinere Publisher eine wichtige Entwicklung. Sie müssen nicht nur gute Spiele finanzieren, sondern sich in einem Markt behaupten, in dem große Firmen sehr viel Umsatz auf sich bündeln. Van Dreunens Einschätzung ist keine feststehende Vorhersage. Sie zeigt aber, warum die Frage nach Vielfalt in der Spielebranche nicht allein davon abhängt, wie viele neue Spiele erscheinen.

Große Budgets bedeuten nicht automatisch mehr Experimente

Van Dreunen beschreibt eine Branche, die sich weiter zusammenzieht. Wenn wenige Unternehmen einen immer größeren Anteil kontrollieren, wird es für andere Verlage schwieriger, dauerhaft mitzuhalten. Seine Sorge ist, dass darunter auch neue Ideen leiden können.

Der Gedanke dahinter ist ziemlich klar: Sehr teure Produktionen lassen weniger Raum für Fehlschläge. Große Publisher können zwar riesige Projekte stemmen, doch gerade deren Kosten erhöhen laut van Dreunen den Druck, möglichst sichere Entscheidungen zu treffen. Wer Milliarden bewegt, kann nicht beliebig oft etwas ausprobieren, das vielleicht nicht funktioniert.

Das heißt nicht, dass große Studios keine neuen Ideen haben oder nur ähnliche Spiele machen. Der Analyst sieht jedoch ein Problem darin, wenn die wirtschaftliche Macht immer stärker bei denselben Unternehmen liegt. Dann kann es für neue Teams und ungewöhnlichere Projekte schwerer werden, einen festen Platz im Markt zu finden.

Warum AA-Studios dadurch wichtiger werden könnten

Interessant ist, dass van Dreunen die Lage nicht nur pessimistisch sieht. Er verweist auf kleinere und mittlere Studios im sogenannten AA-Bereich. Sie arbeiten meist nicht mit den Budgets der größten Blockbuster, können aber offenbar flexibler reagieren, wenn sich Interessen und Geschmäcker verändern.

Genau dort erwartet er weiter Chancen. Große Konzerne hätten wegen ihrer hohen Kosten weniger Möglichkeiten, Risiken einzugehen. AA-Unternehmen könnten diese Lücke eher nutzen und mit Ideen Erfolg haben, die für ein besonders teures Großprojekt zu unsicher wirken würden.

Für Spieler ist das ein wichtiger Punkt. Eine Branche mit vielen unterschiedlichen Teams und Größenordnungen kann mehr verschiedene Ansätze hervorbringen. Van Dreunen verbindet das auch mit der Frage, ob neue Entwickler und Designer genug Raum bekommen. Seiner Ansicht nach muss sich die Branche regelmäßig erneuern, damit sie ein immer breiteres Publikum nicht aus dem Blick verliert.

Die Prognose ist ein Warnsignal, kein festes Ergebnis

Die Zahlen stammen aus van Dreunens Beitrag bei The Game Business Show. Sie beschreiben eine mögliche Richtung bis 2030, nicht einen unvermeidlichen Ablauf. Ob die zehn größten Publisher tatsächlich auf rund zwei Drittel der weltweiten Umsätze kommen, bleibt offen.

Seine Hauptaussage geht deshalb über eine einzelne Prozentzahl hinaus: Kleinere Unternehmen sollten nicht versuchen, die größten Publisher einfach nachzumachen. Wenn große Firmen vor allem auf besonders kostspielige und vorsichtige Projekte setzen, können andere Studios ihre Stärke gerade in anderen Ideen, überschaubareren Risiken und eigenen Nischen finden. Ob das reicht, um die kreative Vielfalt im Markt zu sichern, wird sich erst in den nächsten Jahren zeigen.

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