Rockstar hat weitere Details zum Fahndungssystem von GTA 6 genannt. Polizeieinsätze sollen nicht nur eine direkte Reaktion auf Chaos sein: Wer einer brenzligen Situation entkommt, kann das Suchgebiet verlassen, untertauchen und versuchen, später nicht wiedererkannt zu werden.
Das ist vor allem deshalb interessant, weil die Flucht offenbar stärker mit dem Verhalten in der offenen Welt verbunden wird. Im gezeigten Beispiel löste Lucia eine bedrohliche Lage zwar selbst, trotzdem rief einer der anwesenden NPCs anschließend die Polizei. Eine Aktion kann also Folgen haben, auch wenn sie nicht sofort in einem großen Kampf endet.
Nicht jede Eskalation muss im Polizeieinsatz enden
Rob Nelson, Head of Development und Co-Studio Head bei Rockstar North, erklärte, das Team wolle mehrere Reaktionen auf Konflikte ermöglichen. Schnell und unvorbereitet zuzuschlagen soll weiterhin möglich sein. Genauso sollen Spieler aber versuchen können, Ärger gar nicht erst größer werden zu lassen.
Bei einer rund 30 Minuten langen Gameplay-Demo wurde das an einer Szene gezeigt: Ein NPC bedrohte Lucia und eine Gruppe von Personen, mit denen sie zuvor Kontakt hatte, mit einer Waffe. Lucia zog ebenfalls eine Waffe, woraufhin sich die Lage beruhigte. Für einen der Bürger war die Sache damit aber nicht erledigt. Er alarmierte die Polizei.
Lucia erhielt in diesem Gebiet Fahndungslevel 1. Die Polizei patrouillierte noch eine Zeit lang dort. Sobald Lucia den Bereich verließ, war sie zunächst außer Gefahr.
Das klingt nach einer kleinen Änderung, kann aber viel an einer Verfolgung verändern. Statt einfach nur lange genug durch die Straßen zu fahren, soll es offenbar wichtig sein, wo die Tat passiert ist und ob man diesen Ort verlassen kann. Für Spieler heißt das: Ein kurzer Konflikt kann zum Problem werden, ohne dass daraus zwingend sofort eine riesige Verfolgungsjagd wird.
Verkleidung soll bei der Flucht helfen
Rockstar will die Hauptfiguren Jason und Lucia außerdem nicht mehr so unangreifbar wirken lassen wie Figuren aus früheren Teilen. Wenn die Polizei nach ihnen sucht, kennt sie laut Nelson auch ihr Aussehen. Kleidung und Frisur zu wechseln, kann deshalb helfen, die Suche abzuschütteln.
Ganz frei von Risiken ist das aber nicht. Auch nach einer Veränderung des Looks soll man darauf achten, nicht zu viel Aufmerksamkeit zu erzeugen. Wie genau das Spiel entscheidet, wann eine Verkleidung genügt oder wann Passanten die Figuren wiedererkennen, wurde noch nicht erklärt.
Gerade diese offene Frage ist spannend. Das System könnte Fluchten abwechslungsreicher machen, wenn es nicht nur um Geschwindigkeit geht, sondern auch darum, nach einer Tat unauffällig zu bleiben. Es kann aber ebenso bedeuten, dass Spieler genauer überlegen müssen, ob sie eine Situation eskalieren lassen wollen.
Die Welt soll auf Kontakte reagieren
Neben dem Fahndungssystem zeigte Rockstar auch neue Interaktionen mit NPCs. Jason und Lucia können Menschen nicht nur freundlich oder beleidigend ansprechen. Sie dürfen Gespräche belauschen, um an Informationen zu gelangen, und NPCs bei ihren alltäglichen Aufgaben verfolgen.
Damit verbindet GTA 6 zwei Dinge, die zusammengehören: Wer mit Leuten in der Welt interagiert, kann etwas herausfinden, kann aber offenbar auch später auf Menschen treffen, die sich an eine gefährliche Situation erinnern oder Hilfe holen. Ob das oft passiert und wie weit diese Reaktionen reichen, muss Rockstar noch genauer zeigen.
GTA 6 erscheint am 19. November 2026 für PlayStation 5 und Xbox Series X|S. Eine PC-Version ist für einen späteren Zeitpunkt geplant.