Miami Beach hat mit einer knappen Abstimmung den Weg für Verhandlungen über eine große Werbekampagne zu GTA 6 freigemacht. Rockstar und Take-Two dürfen die Stadt aber nicht einfach mit beliebigen Motiven aus dem Spiel füllen. Öffentliche Flächen bleiben geschützt, Hinweise auf Waffen und Gewalt sollen ebenfalls draußen bleiben.
Die Entscheidung zeigt, wie schwierig diese Kampagne für beide Seiten ist. Vice City orientiert sich deutlich an Miami. Genau diese Verbindung macht den Ort für die Werbung interessant, sorgt in der Stadtpolitik aber auch für Streit. Mit vier zu drei Stimmen fiel die Entscheidung denkbar knapp aus.
Die Stadt setzt klare Grenzen
Ursprünglich standen deutlich auffälligere Ideen im Raum. Dazu gehörten Begrüßungsschilder für Fluggäste und sogar vorübergehend umbenannte öffentliche Orte. In der nun genehmigten Form fällt die Kampagne wesentlich vorsichtiger aus.
Statt des ausgeschriebenen Namens Grand Theft Auto sollen vor allem die römische Zahl „VI“ und der Name „Vice City“ verwendet werden. Motive mit Waffen oder Gewalt sind nicht vorgesehen. Damit soll die Werbung zwar klar auf GTA 6 hinweisen, aber nicht die umstrittenen Seiten der Reihe mitten in den öffentlichen Raum tragen.
Auch bei den Flächen gibt es feste Grenzen. Geplant ist die Werbung hauptsächlich auf privaten Strandstühlen und Sonnenschirmen des Anbieters Boucher Brothers. Sie soll dort vom 15. Oktober bis zum Ende des Jahres zu sehen sein.
Rettungsschwimmer-Türme, Polizeifahrzeuge und historische Wahrzeichen bleiben dagegen frei von GTA-Werbung. Das ist wichtig, weil dadurch nicht der Eindruck entstehen soll, die Stadt selbst oder ihre Polizei würden direkt für das Spiel werben. Aus der zuerst sehr großen Idee wird damit eine kontrollierte Kampagne auf ausgewählten privaten Flächen.
Warum die Abstimmung so knapp war
Ein Teil der Stadtkommission lehnt die Verbindung zwischen Miami Beach und GTA 6 grundsätzlich ab. Kommissar David Suarez zeigte während der Sitzung Material aus GTA 5 und aus dem ausführlicheren Einblick in GTA 6. Für ihn ist die mögliche Zahlung kein ausreichender Grund, die Marke der Stadt mit dem Spiel zu verbinden.
Die andere Seite schaut vor allem auf den finanziellen Nutzen. Für die Werberechte stehen rund drei Millionen US-Dollar im Raum. Die Stadtverwaltung versucht laut den vorliegenden Angaben, direkte Gegenleistungen im Wert von bis zu vier Millionen US-Dollar auszuhandeln.
Kommissarin Tanya Katzoff Bhatt argumentierte, dass der große GTA-6-Hype Miami Beach ohnehin erreichen werde. Eine Zusammenarbeit könne deshalb sinnvoller sein, als die Verbindung komplett abzulehnen. Als konkretes Beispiel nannte sie die bislang nicht finanzierte Sanierung des Flamingo-Football-Feldes. Die möglichen Gegenleistungen könnten dieses Projekt bezahlen.
Damit prallen zwei einfache Fragen aufeinander: Soll eine Stadt Geld aus einer riesigen Spielekampagne annehmen, wenn sie die Inhalte der Reihe kritisch sieht? Oder lässt sich die Werbung so stark begrenzen, dass der finanzielle Vorteil trotzdem genutzt werden kann? Miami Beach versucht nun den zweiten Weg.
Noch ist nicht jeder Plan beschlossen
Die Abstimmung erlaubt zunächst die offiziellen Verhandlungen. Sie bedeutet nicht, dass jede diskutierte Werbeidee bereits sicher umgesetzt wird. Besonders deutlich wird das bei einem weiteren Plan außerhalb der Strandkampagne.
Rockstar, Miami-Dade County und Basketball Properties, ein Partner der Miami Heat, verhandeln demnach über ein großes GTA-6-Logo auf dem Dach des Kaseya Centers. Dieses Motiv wäre aus der Luft gut sichtbar. Eine abgeschlossene Vereinbarung wurde dazu jedoch nicht genannt.
Für Fans ist die Entscheidung trotzdem spannend, weil sie zeigt, wie eng Rockstar das echte Miami mit Vice City verbinden möchte. Gleichzeitig wird die Stadt nicht einfach vollständig zur Werbefläche. Die Kampagne darf sichtbar sein, aber nur mit zurückhaltenden Symbolen und fern von wichtigen öffentlichen Einrichtungen.
GTA 6 soll am 19. November 2026 für PlayStation 5 und Xbox Series X/S erscheinen. Ob die Werbung in Miami Beach tatsächlich den derzeit beschriebenen Umfang erreicht, hängt nun vom Ergebnis der Verhandlungen ab.