Jason und Lucia stürmen bewaffnet einen Laden, während Trümmer durch den Raum fliegen und Personen im Hintergrund erschrecken.
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GTA 6 macht Verbrechen zu einer größeren Entscheidung

Von Ramona 3 Min. Lesezeit

GTA 6 soll Überfälle und Autodiebstähle stärker mit Vorbereitung und Folgen verbinden. Auch die Polizei achtet offenbar genauer auf das Aussehen der Hauptfiguren.

GTA 6 soll Verbrechen nicht mehr nur als schnelle Aktion behandeln. Rockstar North beschreibt ein System, in dem Überfälle, Autodiebstähle und die Flucht danach stärker zusammenhängen: Wer etwas stiehlt, muss sich vorbereiten, und wer zu weit geht, kann langfristig anders von der Spielwelt behandelt werden.

Die neuen Angaben stammen aus einem ausführlichen Gespräch mit Rob Nelson, Head of Development bei Rockstar North. Besonders wichtig ist dabei nicht allein, was sich überfallen lässt. Spannend ist, dass GTA 6 offenbar häufiger danach fragt, welche Risiken Spieler für einen schnellen Gewinn eingehen wollen.

Überfälle sollen aus der offenen Welt entstehen

Größere Raubzüge waren in GTA 5 eng an die Geschichte gebunden und klar vorbereitet. In GTA 6 sollen dagegen auch spontane Überfälle möglich sein. Genannt werden unter anderem Geschäfte, Pfandleiher und Banken. Jason und Lucia können dabei zusammenarbeiten, etwa indem eine Figur Personen kontrolliert, während die andere Geld aus der Kasse nimmt. Laut Rockstar soll es aber auch möglich sein, allein vorzugehen.

Das könnte der offenen Welt mehr Situationen geben, die nicht erst durch eine bestimmte Mission ausgelöst werden. Entscheidend bleibt allerdings, wie unterschiedlich solche Überfälle am Ende wirklich ablaufen. Die Aussage „so gut wie alles“ klingt weitreichend, ist aber keine genaue Liste aller betretbaren oder überfallbaren Orte.

Autos stehlen braucht offenbar mehr Planung

Auch bei Fahrzeugen will Rockstar den einfachen Knopfdruck offenbar zurückfahren. Geparkte Autos sollen nicht immer sofort verfügbar sein. Bestimmte Wagen werden laut Nelson erst zugänglich, wenn man in der Handlung weiter ist und die nötigen Werkzeuge besitzt.

Ein Scanner auf dem virtuellen Smartphone soll vorab wichtige Infos liefern: Ist das Fahrzeug abgeschlossen? Hat es eine Alarmanlage oder einen Tracker? Außerdem sollen der mögliche Verkauf bei Hehlern und die Kosten für eine legale Registrierung angezeigt werden. Je nach Fahrzeugklasse werden unterschiedliche Hilfsmittel benötigt.

Das klassische Carjacking, also das Übernehmen eines bereits besetzten Autos, soll weiterhin ohne diese Vorbereitung funktionieren. Für abgestellte Fahrzeuge könnte ein Diebstahl damit aber zu einer kleinen Entscheidung werden: Ein wertvoller Wagen verspricht mehr Geld, bringt möglicherweise aber auch mehr Aufwand und Aufmerksamkeit mit sich.

Nicht jede Gewalttat soll gleich behandelt werden

Rockstar spricht außerdem von einem „kriminellen Profil“. Es soll beeinflussen, wie die Welt auf wiederholte Handlungen reagiert und wie sich Teile der Geschichte entwickeln. Verlangte Taten innerhalb von Missionen oder notwendige Gegenwehr sollen dabei offenbar nicht automatisch negativ zählen.

Anders sieht es aus, wenn Spieler regelmäßig ohne erkennbaren Grund eskalieren. Ob man Menschen bedroht, bewusstlos schlägt, ihnen Gegenstände abnimmt oder sofort eine Waffe einsetzt, soll laut den Angaben Folgen für Begegnungen mit computergesteuerten Figuren und Zeugen haben können.

Das System erinnert in seiner Grundidee an die Moralmechanik aus Red Dead Redemption 2, soll GTA 6 aber nicht in richtiges und falsches Spielen einteilen. Eher geht es darum, ob Jason und Lucia als gezielt handelnde Kriminelle auftreten oder überall unnötig Chaos hinterlassen.

Die Polizei merkt sich mehr als das Fluchtauto

Für die Flucht soll auch das Aussehen der beiden Hauptfiguren wichtiger werden. Die Polizei merkt sich laut Rockstar nicht nur das genutzte Fahrzeug, sondern auch Kleidung, Brillen und Kopfbedeckungen. Eine kleine Veränderung wie eine Mütze oder eine andere Frisur soll deshalb nicht immer reichen.

Wer gesucht wird, muss offenbar Kleidung wechseln, etwa in einem Laden oder mit Wechselkleidung aus dem eigenen Fahrzeug. Werden Jason oder Lucia gefasst, bleibt die Folge aber vertraut: Nach dem „Busted“-Bildschirm geht es vom letzten Checkpoint weiter.

Damit zeichnet Rockstar ein GTA 6, in dem der schnelle Raub nicht unbedingt mit dem Griff zur Kasse oder dem Aufbrechen einer Autotür endet. Gerade die Verbindung aus Vorbereitung, Zeugenaussagen und sichtbarer Fahndung könnte dafür sorgen, dass Verbrechen in Leonida länger nachwirken. GTA 6 soll am 19. November 2026 für PS5 und Xbox Series X/S erscheinen. Das vollständige Gespräch ist bei IGN nachzulesen.

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