Rockstar plant für die Passanten und Nebenfiguren in GTA 6 offenbar einen deutlich größeren Aufwand als bisher. Laut Angaben, über die auch die New York Times berichtete, sollen NPCs im neuen Spiel mehr als 600.000 Animationen haben. In GTA 5 waren es demnach 55.000.
Die Zahl klingt erstmal wie ein Technik-Rekord. Interessant ist aber, was Rockstar damit erreichen will: Die Leute in Vice City sollen nicht nur eine Menge im Hintergrund sein, sondern je nach Ort und Situation anders wirken und reagieren.
Warum die Zahl mehr bedeutet als bessere Bewegungen
In den gezeigten Szenen treffen Jason und Lucia auf viele unterschiedliche Figuren. Rockstar will diese NPCs mit verschiedenen Körpergrößen, Staturen und Gesichtsausdrücken ausstatten. Auch ihr Verhalten soll von der Umgebung abhängen. Menschen in der Stadt sollen sich also anders verhalten als Figuren am Strand.
Das könnte für die Welt wichtiger sein als einzelne besonders aufwendige Animationen. Wenn Passanten nicht immer gleich aussehen, gleich laufen und gleich reagieren, merkt man schneller, dass ein Ort belebt sein soll. Gerade bei einer offenen Stadt, in der Spieler viel Zeit auf den Straßen verbringen, fällt es auf, wenn sich Gruppen ständig gleich verhalten.
Reaktionen sollen außerdem Folgen haben können. Werden NPCs bedroht, können sie sich laut Rockstar auch mit Waffen wehren. Damit wären sie nicht bloß Dekoration, während Jason und Lucia durch die Stadt ziehen.
Rockstar setzt auf feste Figuren statt Zufallsgenerator
Für die NPCs arbeitete laut Rockstar ein eigenes Team in Los Angeles. Das Studio beschreibt die Figuren als handgefertigt und nicht prozedural erzeugt. Als Vergleich nannte Rockstar einen Passanten aus GTA 5, der einen fallengelassenen Gegenstand direkt wieder ignoriert. In GTA 6 sollen sich Figuren solche Dinge merken können.
Dazu kommt ein System zum Belauschen: Jason und Lucia können Gespräche anderer Charaktere mithören. Daraus sollen besondere Begegnungen entstehen, die in Konflikte oder neue Nebenmissionen führen können. Ob solche Situationen häufig vorkommen und wie viel Einfluss Spieler darauf haben, zeigt das bisherige Material noch nicht.
Für Fans ist vor allem klar: Rockstar versucht nicht nur, die Karte größer oder detailreicher aussehen zu lassen. Die Menschen in dieser Welt sollen mehr eigene Reaktionen zeigen. Wenn das im fertigen Spiel auch außerhalb vorbereiteter Szenen klappt, könnte sich Vice City deutlich weniger wie eine Kulisse anfühlen.
GTA 6 soll am 19. November 2026 für PS5 und Xbox Series X|S erscheinen.