Take-Two geht wegen der jüngsten GTA-6-Leaks gerichtlich gegen Discord und Microsoft vor. Die Anträge wurden in New York genehmigt. Besonders brisant ist dabei nicht nur die Suche nach dem Account „CyberLeek“, sondern auch, wie viele Daten und Konten die Forderungen erfassen könnten.
Discord erklärte zunächst, noch kein formell zugestelltes Schreiben erhalten zu haben. Das ist ein wichtiger Unterschied: Ein Gericht kann einen Antrag erlauben, aber die Plattform muss ihn erst prüfen, sobald die Unterlagen offiziell bei ihr eingehen.
Warum die Anträge für viele Servermitglieder wichtig sind
Take-Two möchte nach den Gerichtsanträgen Angaben erhalten, die Accounts identifizieren können. Genannt werden Registrierungsadressen, Telefonnummern, Anmelde- und letzte Login-IP-Adressen, verbundene Konten sowie Gerätekennungen.
Dabei geht es nicht nur um ein einzelnes Profil. In den Unterlagen tauchen mehrere Discord-Server auf, darunter Ødyssey.gg, „! Odyssey“ und der Editor-Server von DarkViperAU. Der Antrag soll sich auf Konten beziehen, die seit dem 1. Juni Mitglied dieser Server waren.
Genau das löst Kritik aus. Ein betroffener Server soll mehr als 107.000 Mitglieder haben. Datenschützer von Reclaim The Net sehen die Gefahr, dass ein Urheberrechtsverfahren deutlich mehr Personen erfasst, als für die Suche nach den Verantwortlichen nötig wäre. Ob und in welchem Umfang Discord Daten herausgeben muss, ist aber noch nicht entschieden.
Matthew „Matt“ Judge, der hinter dem Kanal DarkViperAU steht, weist eine Beteiligung an den Leaks zurück. Sein Server wird dennoch in den Forderungen genannt.
Microsoft arbeitet laut eigener Aussage mit Take-Two zusammen
Microsoft ist ebenfalls von einer genehmigten Subpoena betroffen. Take-Two verlangt dort unter anderem Informationen zu OneDrive und Xbox-Konten, die mit den fraglichen Discord-Profilen verbunden sein könnten. Xbox-CTO Scott Van Vliet erklärte, Microsoft unterstütze Take-Two und Rockstar beim Schutz ihrer kreativen Werke.
Aus den Unterlagen geht außerdem hervor, dass Microsoft selbst schon zum Konto „CyberLeek“ nachgeforscht hatte. Eine weitere Anfrage richtet sich an X, war zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht unterschrieben.
Für GTA-Fans ist das vor allem ein Zeichen dafür, dass Take-Two die Leaks nicht einfach als unvermeidbares Netzproblem behandelt. Gleichzeitig ist offenbar weiter offen, wer hinter dem Datenleck steckt und auf welchem Weg die Inhalte nach außen gelangt sind.
Gameplay-Material taucht trotz der Schritte weiterhin auf. GTA 6 soll am 19. November 2026 für PS5 und Xbox Series X/S erscheinen.