Sonnige Straße aus GTA 6 mit einer Person auf einem Roller, mehreren Autos und Palmen.
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GTA 6: Warum ein Entwickler Rockstar zehn Jahre voraus sieht

Von Alex 2 Min. Lesezeit

Ein Entwickler von IO Interactive sieht Rockstar technisch weit vor der Konkurrenz. Entscheidend sind für ihn nicht die Straßen, sondern deren Bewohner.

Nach Rockstars rund 27 Minuten langem Einblick in GTA 6 sorgt vor allem das Verhalten der Stadtbewohner für Gesprächsstoff. Berkay Dursun von IO Interactive hält die dahinterstehende Technik für so aufwendig, dass er Rockstar einen Vorsprung von mindestens zehn Jahren zuschreibt.

Das ist eine starke Aussage, aber keine bestätigte Messung. Dursun begründet sie mit seiner eigenen Arbeit bei IO Interactive: Drei Jahre lang beschäftigte er sich dort mit Technik für große Personengruppen und wirkte unter anderem an der Welt von Hitman mit. Seine Reaktion ist deshalb spannender als ein gewöhnlicher Kommentar zum Aussehen des Spiels.

Warum einzelne Bewohner so viel ausmachen

Dursun unterscheidet zwischen einer Kulisse aus vielen Figuren und Personen, die jeweils separat berechnet werden. In Spielen wie Hitman und Assassin’s Creed folge ein großer Teil der Menge festgelegten Rollen und Mustern. Das spart Rechenleistung, reicht aber aus, um belebte Orte darzustellen.

Bei GTA 6 erkennt Dursun einen anderen Ansatz. Seiner Einschätzung nach erhalten viel mehr Bewohner ein eigenes Verhalten und können dadurch auf Spieleraktionen reagieren. Genau dieser große Maßstab sei technisch besonders teuer. Als Spiel mit einem ähnlich starken Fokus auf Simulation nennt er Mount & Blade 2: Bannerlord.

Sogar 007 First Light, an dem IO Interactive arbeitet, komme laut Dursun bei diesem Punkt nicht in die Nähe von GTA 6. Wie viele ausführlich berechnete Figuren das neue Bond-Spiel verwendet, könne er allerdings nicht nennen.

Für dich könnte der Unterschied wichtiger sein als eine besonders scharfe Textur. Wenn Bewohner Ereignisse bemerken und später noch darauf reagieren, wirkt eine Stadt nicht nur voll. Aktionen können auch neue Situationen auslösen.

Was Rockstar selbst dazu sagt

Einige Angaben von Rockstar passen zu Dursuns Beobachtung. Rob Nelson, Co-Leiter von Rockstar North, spricht von mindestens zehnmal so vielen Animationen pro Bewohner wie in GTA 5. Für diese Arbeit habe Rockstar ein eigenes Team eingesetzt. Ein Büro in Los Angeles habe sich ausschließlich mit den Figuren beschäftigt.

Die Bewohner sollen außerdem Geschehnisse in ihrer Nähe wahrnehmen und sich daran erinnern können. Jason und Lucia können Gespräche mithören. Daraus sollen weitere Begegnungen, Streitigkeiten und Nebenaufgaben entstehen.

Diese Angaben erklären, warum die gezeigte Stadt so reaktionsfreudig wirken soll. Sie beweisen aber nicht, dass Rockstar tatsächlich exakt ein Jahrzehnt vor allen anderen Studios liegt. Diese Zahl bleibt Dursuns persönliche Einschätzung. Klar ist nur: Rockstar steckt viel Arbeit in Figuren, die mehr sein sollen als bewegte Dekoration.

GTA 6 soll am 19. November 2026 für PlayStation 5 und Xbox Series X/S erscheinen.

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