ArenaNet will mit Guild Wars 3 offenbar nicht nur ein weiteres großes Online-Rollenspiel bauen. Das Studio nimmt sich ein Problem vor, das viele MMO-Spieler kennen: Bevor eine Session überhaupt spannend wird, kann schon viel Zeit für Inventar, Ausrüstung, Aufgaben und Gruppenplanung verschwinden.
Studioleiter Colin Johanson sagt, dass sich das neue Spiel nicht wie ein zweiter Job anfühlen soll. Auch kurze Abende sollen sich lohnen. Guild Wars 3 befindet sich für PC und PS5 in Entwicklung, eine Beta ist derzeit für Herbst 2027 geplant.
Der wichtige Punkt ist nicht nur schnelleres Leveln
Bei MMOs geht es oft nicht allein darum, wie lange ein Charakter bis zur nächsten Stufe braucht. Johanson beschreibt vor allem die Zeit davor: einloggen, Taschen sortieren, Quests prüfen, einen Build anpassen und vielleicht noch anderen Gruppenmitgliedern bei ihrer Ausrüstung helfen. Wenn das alles lange dauert, bleibt vom eigentlichen Abenteuer wenig übrig.
Genau dort setzt ArenaNets Ziel an. Spieler sollen unkompliziert loslegen, in überschaubaren Sitzungen Fortschritt sehen und trotzdem nicht auf die Tiefe verzichten müssen, die zu einem MMO gehört. Das ist ein deutlich schwierigeres Vorhaben, als einfach Belohnungen schneller zu verteilen.
Denn eine gute kurze Session braucht trotzdem ein klares Ziel. Sie muss sich nicht wie bloßes Abarbeiten anfühlen. Gleichzeitig dürfen Spieler, die länger spielen und sich intensiv mit Builds beschäftigen wollen, nicht das Gefühl bekommen, das Spiel werde zu flach. Wie ArenaNet diesen Spagat mit konkreten Systemen lösen möchte, hat das Studio noch nicht erklärt.
Auch eine halbe Stunde soll zählen
Johanson nennt 20 oder 30 Minuten als Zeitraum, in dem Spieler etwas erreichen können sollen. Das kann für ein MMO wichtig werden, weil solche Spiele oft über viele Monate oder Jahre begleiten sollen. Wer nur selten Zeit hat, möchte nicht bei jeder Anmeldung erst aufräumen und planen müssen, bevor etwas passiert.
Für neue Spieler könnte das den Einstieg leichter machen. Langjährige Fans dürften dagegen besonders darauf achten, was „weniger Vorbereitung“ später für Gruppeninhalte, Ausrüstung und Charakter-Builds bedeutet. Gerade dort entsteht in Online-Rollenspielen oft viel Zusammenarbeit, aber auch viel Organisationsaufwand.
ArenaNet hatte bereits bei der Ankündigung gesagt, dass Guild Wars 3 ohne Abonnement und andere regelmäßige Gebühren auskommen soll. Zusammen mit dem Versprechen kürzerer, sinnvoller Sessions zeigt das eine klare Richtung: Das Spiel soll weniger Zeitdruck erzeugen, statt Spieler ständig an eine tägliche Routine zu binden.
Bis zur Beta im Herbst 2027 bleibt offen, ob sich diese Idee im Spiel wirklich gut anfühlt. Spannend ist aber schon jetzt, dass ArenaNet nicht nur über mehr Inhalte spricht, sondern über die Zeit, die Spieler brauchen, um überhaupt bei diesen Inhalten anzukommen. Weitere Aussagen Johansons finden sich im verlinkten Interview.