Ein eingestelltes Halo-Projekt soll deutlich mehr gewesen sein als ein weiterer Battle-Royale-Modus. Laut einem Bericht entwickelte sich das intern zunächst als „Project Tatanka“ bekannte Spiel zu „Project Ekur“, einem Mix aus Battle Royale und Extraction-Shooter. Veröffentlicht wurde es nie.
Gerade die berichteten Ideen zeigen, dass hier offenbar nicht einfach ein bekannter Online-Modus mit Halo-Waffen geplant war. Mehrere Teams sollten auf Zeta Halo landen, gegen andere Squads kämpfen und gleichzeitig mit computergesteuerten Flood zurechtkommen. Bestätigt sind diese Angaben nicht. Sie stammen aus einem Bericht von HiddenXperia.
Ein Halo-Multiplayer mit wechselnden Bündnissen
Der spannendste Teil des Konzepts wären wohl die Situationen zwischen den Squads gewesen. Spieler sollten sich laut Bericht während einer Runde kurz zusammenschließen können, um große Bosse zu besiegen. Danach wäre dieses Bündnis natürlich nicht unbedingt sicher geblieben.
Das hätte Matches deutlich unberechenbarer gemacht. In einem normalen Battle Royale weißt du meistens ziemlich klar, wer gerade dein Gegner ist. Mit Bossen, Flood und möglichen Zweckbündnissen hätte sich das ständig ändern können. Für Halo passt diese Idee überraschend gut, weil die Reihe ohnehin große Schlachten mit verschiedenen Fraktionen kennt.
Auch die Flood hätten offenbar nicht nur als Hintergrund gedient. Sie sollten Teile der Karte infizieren und damit beeinflussen, wo Kämpfe stattfinden. Ob dieses System im fertigen Spiel wirklich funktioniert hätte, lässt sich nicht sagen. Es hätte aber verhindert, dass alle Partien einfach nach demselben Muster ablaufen.
Brutes statt nur Spartans
Eine weitere geplante Neuerung wäre besonders auffällig gewesen: Neben UNSC-Spartans sollten Spieler angeblich erstmals einen Banished Brute steuern können. Das wäre für Halo eine echte Premiere gewesen.
Wie stark sich Spartans und Brutes gespielt hätten, ist nicht bekannt. Genau das wäre aber entscheidend gewesen. Unterschiedliche Figuren sind nur dann interessant, wenn sie mehr verändern als Aussehen und Stimmen. Der Bericht nennt dazu keine konkreten Fähigkeiten oder Regeln. Deshalb bleibt offen, ob daraus ein fairer Konkurrenzkampf zwischen den Fraktionen geworden wäre.
Warum das Projekt offenbar verschwand
Dem Bericht zufolge startete Tatanka als klassisches Battle Royale auf der Slipspace-Engine. Die große Karte sollte mehrere bekannte Halo-Mehrspielerkarten verbinden. Später änderte das Team die Richtung und plante den Extraction-Anteil dazu.
Am Ende sollen fehlende Ressourcen das Projekt gestoppt haben. Die Halo Studios arbeiteten laut Bericht parallel an mehreren großen Vorhaben, darunter Remakes von Halo 2 und Halo 3. Außerdem seien Entwickler immer wieder abgezogen worden, um Halo: Campaign Evolved fertigzustellen.
Damit bleibt Project Ekur vor allem ein interessanter Blick auf ein Halo, das es nie geben wird. Die Mischung aus PvP, Flood und kurzzeitiger Zusammenarbeit klingt nach einer Idee, die mehr wollte als einen bekannten Trend nachzubauen. Ohne offizielle Bestätigung und ohne veröffentlichte Spielszenen bleibt aber offen, wie viel davon tatsächlich bis zu einem spielbaren Stand kam.