Haunted Chocolatier soll nicht einfach die nächste gemütliche Lebenssimulation von Eric Barone werden. Der Entwickler beschreibt sein neues Spiel vielmehr als Action-Rollenspiel, in dem Erkundung, Ausrüstung, stärker werdende Figuren sowie Kämpfe gegen Monster und Bosse den Kern bilden.
Das ist die bisher deutlichste Aussage dazu, wie weit sich das Projekt von Stardew Valley entfernen soll. Der vertraute Pixel-Look kann leicht den Eindruck erwecken, dass wieder Feldarbeit, Tagesabläufe und ein ruhiges Dorfleben im Zentrum stehen. Barone setzt die Erwartungen aber an einer anderen Stelle an: bei Abenteuer und Fortschritt durch Kämpfe.
Die Minen-Idee wird zum Hauptthema
In Stardew Valley waren die Minen für viele Spieler ein eigener Grund, regelmäßig weiterzuspielen. Dort ging es darum, tiefer vorzudringen, Ressourcen zu finden, Monster zu besiegen und mit besserer Ausrüstung zurückzukehren. Genau diese Seite des Spiels möchte Barone bei Haunted Chocolatier offenbar viel größer machen.
Er nennt sein neues Projekt zwar weiterhin ein „Stadt-Spiel“. Das deutet darauf hin, dass der Ort und seine Bewohner wichtig bleiben könnten. Bestätigt ist aber vor allem die spielerische Richtung: Das Erkunden soll nicht nur ein Zwischenstück zwischen anderen Aufgaben sein, sondern ein zentraler Teil des Spiels.
Für Fans ist das ein wichtiger Unterschied. Wer Stardew Valley hauptsächlich wegen der Farm, der Routinen oder des langsamen Aufbaus mochte, sollte Haunted Chocolatier nicht automatisch als ähnliche Fortsetzung einplanen. Wer dagegen immer wieder in die Minen zurückgekehrt ist, um Gegner zu bekämpfen und neue Gegenstände zu finden, dürfte in Barones Beschreibung eher etwas Wiedererkennbares entdecken.
Fortschritt soll über Abenteuer spürbar werden
Die Begriffe Ausrüstung und Stärkerwerden sagen viel darüber aus, wie Haunted Chocolatier seine Spielschleife aufbauen könnte. Statt nur einen Ort nach und nach gemütlicher zu gestalten, soll es wohl auch darum gehen, sich auf schwierigere Begegnungen vorzubereiten und die eigenen Möglichkeiten im Kampf auszubauen.
Dass Barone ausdrücklich Bosskämpfe nennt, ist dabei besonders auffällig. Solche Kämpfe geben Erkundung oft ein klares Ziel: Man sucht nach nützlicher Ausrüstung, lernt Gebiete kennen und trifft schließlich auf einen stärkeren Gegner. Wie häufig solche Kämpfe vorkommen, wie die Ausrüstung funktioniert und welche Rolle die Schokoladenhandlung dabei spielt, hat Barone allerdings nicht erklärt.
Auch die übernatürliche Seite soll stärker sein als bei Stardew Valley. Barone spricht von einer eher metaphysischen Erfahrung, passend zur Welt mit Geistern und anderen übernatürlichen Wesen. Was das konkret für die Geschichte oder die Orte im Spiel bedeutet, bleibt offen. Sicher ist nur: Das Thema soll nicht bloß Dekoration für einen vertrauten Alltagssimulator sein.
Kein Termin, aber eine klarere Richtung
Ein neuer Veröffentlichungstermin wurde weiterhin nicht genannt. Barone hatte zuletzt Ende Juni bestätigt, dass Haunted Chocolatier noch entwickelt wird. Nun macht er klar, dass er das Spiel erst wieder ausführlicher zeigen möchte, wenn er selbst dafür bereit ist.
Das ist für wartende Fans natürlich keine Antwort auf die größte offene Frage. Trotzdem ist die neue Beschreibung nützlich, weil sie das Projekt genauer einordnet. Haunted Chocolatier bleibt ein Spiel mit Stadt, Pixelgrafik und einer geheimnisvollen Welt, aber sein Mittelpunkt soll offenbar nicht das friedliche Verwalten eines Alltags sein. Es geht stärker darum, hinauszugehen, Gefahren zu begegnen und durch Entdeckungen besser vorbereitet zurückzukehren.
Wie gut diese Mischung am Ende zusammenpasst, lässt sich ohne neues Material noch nicht beurteilen. Aber die Erwartung „Stardew Valley mit Schokolade“ passt nach Barones Aussagen deutlich weniger als ein Abenteuer, das einige der kampforientierten Ideen seines ersten Spiels weiterdenkt.