Hellraiser: Revival ist für PC und Konsolen erschienen, doch die ersten internationalen Tests fallen weit auseinander. Nach 30 erfassten Besprechungen liegt der Titel bei Metacritic derzeit bei 69 Punkten. Die Einzelwertungen reichen von 45 bis 90 Punkten.
Das Muster hinter diesen Zahlen ist recht klar: Viele Kritiker halten die Welt, den Horror und einzelne Ideen für passend zur Vorlage. Gleichzeitig berichten sie von technischen Fehlern und Spielabschnitten, die genau diese Stimmung immer wieder stören können. Für Fans bedeutet das: Das Spiel scheint vor allem dann stark zu sein, wenn es seine düsteren Räume und unangenehmen Bilder wirken lässt.
Die Welt überzeugt offenbar mehr als ihr Spielfluss
Mehrere Tests heben die verstörende Gestaltung und die Labyrinth-Abschnitte hervor. Verwinkelte Räume und ein Gefühl ständiger Bedrohung sollen gut zur Reihe passen. Auch Rückblenden werden als ein Weg genannt, um Neulingen und langjährigen Fans den Hintergrund näherzubringen.
Im Mittelpunkt steht die Genesis Configuration, eine neue Puzzle-Box. Mit ihr lassen sich Telekinese, Pyrokinese und die bekannten Hell-Chains einsetzen. Die Box ist nicht nur für Kämpfe gedacht: Sie verändert auch Bereiche der Labyrinthe und spielt bei Rätseln eine Rolle. Das ist eine wichtige Idee, weil sie Erkundung und Auseinandersetzungen miteinander verbinden soll, statt beides komplett getrennt zu behandeln.
Die Auftritte von Pinhead und Chatterer zählen ebenfalls zu den Punkten, die in den Besprechungen positiv genannt werden. Besonders die härtere Darstellung von Gewalt und Sexualität wird als konsequent zur Vorlage beschrieben. Dabei geht es laut den Tests nicht nur um Schockmomente. Die Kulissen und das Design der Welt sollen das Spiel vor allem dann tragen, wenn die Handlung und die Spielmechaniken kurz in den Hintergrund rücken.
Probleme treffen ausgerechnet die entscheidenden Momente
Die guten Ideen reichen aber offenbar nicht immer aus. Kritisiert werden Performance-Probleme, Darstellungsfehler und abgehackte Animationen. Einzelne Berichte erwähnen sogar Situationen, in denen die Hauptfigur unkontrolliert aus der Spielwelt fällt. Solche Fehler sind bei einem Horror-Abenteuer besonders ungünstig: Spannung lebt davon, dass man einer Szene vertraut. Wenn die Technik sichtbar aussetzt, ist dieses Gefühl schnell weg.
Auch das Kampfsystem wird unterschiedlich beurteilt. Schusswaffen und Nahkampf sollen zusammenkommen, wirken laut Kritikern aber teils nicht wuchtig genug. Dazu kommt eine schwammige Zielfunktion. Knapp bemessene Ressourcen, wenig überzeugende Bosskämpfe und eine hakelige Steuerung sorgen in einigen Tests für zusätzlichen Frust.
Besonders oft genannt werden Verfolgungssequenzen, bei denen man durch Ausprobieren lernen muss, was gerade verlangt wird. Solche Passagen können im Horror gut funktionieren, wenn sie gefährlich und klar lesbar bleiben. Werden sie zu oft wiederholt oder ist der richtige Weg schwer zu erkennen, bremst das den Spielfluss. Auch das Leveldesign und die Geschichte werden in manchen Besprechungen als nicht immer leicht verständlich beziehungsweise vorhersehbar beschrieben.
Für wen die gemischten Wertungen wichtig sind
Die Unterschiede zwischen den Tests zeigen, dass Hellraiser: Revival vermutlich stark davon abhängt, was man von einem Survival-Horror-Spiel erwartet. Wer vor allem eine möglichst glaubwürdige Umsetzung der Filmwelt sucht und über Macken eher hinwegsehen kann, findet laut mehreren Kritiken viel Atmosphäre, ungewöhnliche Schauplätze und die passende Härte.
Wer dagegen präzise Kämpfe, verlässliche Technik und sauber aufgebaute Verfolgungsjagden erwartet, sollte die Berichte genauer lesen. Die Spannweite von 45 bis 90 Punkten ist kein kleiner Ausreißer, sondern passt zu einem Spiel, dessen stärkste Seiten und größte Probleme offenbar sehr dicht beieinanderliegen. Die aktuelle Übersicht der Kritiken gibt es bei Metacritic.