Bei id Software sollen nach jüngsten Kürzungen vor allem zwei Dinge fehlen: eine klare Richtung für die weitere Arbeit und Ziele, die mit der kleineren Belegschaft überhaupt erreichbar wirken. Das geht aus einem Bericht mit anonymen Stimmen aus dem Studio hervor.
Demnach erwartet Microsoft schnelle höhere Gewinne. Gleichzeitig seien die Vorgaben intern als sehr aggressiv beschrieben worden. Ein Mitarbeiter soll sie selbst vor den Kürzungen für kaum erreichbar gehalten haben. Für Fans von DOOM ist das mehr als eine reine Firmenmeldung: Ein Studio kann nicht einfach weitermachen wie vorher, wenn ihm Erfahrung und eingespielte Abläufe verloren gehen.
Erfahrung verschwindet nicht nur aus einer Stellenliste
Bei id Software steckt viel Wissen in Teams, die über lange Zeit zusammenarbeiten. Gerade nach einer intensiven Phase mit der Fertigstellung von DLCs kann es schwer sein, Aufgaben neu zu verteilen und gleichzeitig den nächsten Schritt zu planen.
Die anonymen Mitarbeiter kritisieren laut Bericht deshalb nicht nur die Kürzungen selbst. Sie befürchten auch, dass Xbox unterschätzt, was damit verloren geht. Gemeint ist nicht bloß die Zahl der Beschäftigten. Es geht um Kenntnisse aus vielen Jahren Entwicklung, etwa darüber, wie ein Team Spiele baut und Probleme löst.
Das ist wichtig, weil sich solche Erfahrung nicht sofort ersetzen lässt. Hohe Gewinnziele können zwar auf dem Papier stehen, aber sie schaffen kein eingespieltes Team zurück. Wenn die Erwartungen wirklich schon vor den Einschnitten kaum zu schaffen waren, wird der Druck auf die verbliebenen Entwickler eher größer.
Die Stimmung soll weiter sinken
Der Bericht beschreibt außerdem eine schlechte Moral im Studio. Nach den Kürzungen habe die Führung offenbar keine konkrete Perspektive für die nächsten Projekte vermittelt. Stattdessen sei vor allem der Wunsch nach schnellen Gewinnen angekommen.
Das ist für ein Team besonders schwierig, wenn es gerade eine anstrengende Produktionsphase hinter sich hat. Ohne einen klaren Plan bleibt offen, worauf die Arbeit eigentlich hinausläuft. Laut den geschilderten Aussagen wächst dadurch die Unsicherheit weiter.
Die Vorwürfe betreffen damit nicht nur id Software. Der Bericht sieht darin ein größeres Problem beim Xbox-Kurs: Kurzfristige Einsparungen und schnelle Ergebnisse könnten wichtiger werden als langfristige Entwicklung. Ob Microsoft darauf mit einer klareren Planung für id Software reagiert, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor. Für das Studio wäre genau das aber entscheidend, damit aus neuen Vorgaben nicht noch mehr Wissen und Vertrauen verloren gehen.