Jump Festa ’26 hatte sehr viele große Namen im Gepäck. Black Clover, Chainsaw Man, One Piece, My Hero Academia, DAN DA DAN, Mashle und noch mehr Reihen haben neue Termine, Trailer oder zumindest neue Lebenszeichen bekommen. Für Anime-Fans ist das erst einmal ziemlich stark.
Aus Gaming-Sicht fühlt sich die Sache aber anders an. Das Event zeigt sehr gut, wie wichtig diese Marken inzwischen als ganze Welten sind. Serien, Filme, Sammelkarten und einzelne Spiele laufen nebeneinander. Trotzdem war die Messe kein Ort, an dem plötzlich eine große Welle neuer Games losgetreten wurde. Genau das macht sie spannend: Man sieht, welche Reihen 2026 und 2027 groß bleiben sollen, aber nicht immer, was man damit selbst spielen kann.
Meine klare Meinung dazu: Jump Festa ’26 war weniger eine Überraschungsmesse und mehr ein großer Warteplan. Das ist nicht schlecht. Aber es macht auch sichtbar, wie vorsichtig viele Ankündigungen geworden sind.
Viele Fortsetzungen, aber selten ein klarer Knall
Am deutlichsten fällt auf, wie viele Meldungen auf Fortsetzungen setzen. Black Clover geht im Herbst 2026 mit Staffel 2 weiter. Blue Box bekommt ebenfalls im Herbst 2026 eine zweite Staffel. DAN DA DAN hat für Staffel 3 nur den groben Zeitraum 2027 bekommen. Mashle: Magic and Muscles soll auch 2027 weitergehen. Sakamoto Days bekommt eine zweite Staffel, allerdings wurde nur ein baldiger Start bei Netflix genannt.
Das sind alles wichtige Zeichen für Fans. Niemand muss mehr komplett raten, ob die eigene Lieblingsreihe überhaupt fortgesetzt wird. Gleichzeitig fehlt bei mehreren Projekten noch der feste Griff. Ein Jahr wie 2027 ist eben etwas anderes als ein Datum. Und „bald“ klingt nett, hilft aber nur begrenzt, wenn man wirklich planen will.
Spannend ist auch Chainsaw Man. Nach dem Erfolg von Chainsaw Man: The Movie: Reze Arc wurde Chainsaw Man: Assassins Arc als Fortsetzung angekündigt. Es ist aber noch offen, ob daraus eine zweite Serienstaffel oder wieder ein Kinofilm wird. Gerade bei so einer Reihe ist das keine kleine Frage. Ein Film fühlt sich anders an als eine Staffel, er erzählt anders und erreicht Fans auch anders. Für mich ist das eines der besten Beispiele dafür, dass Jump Festa ’26 viele Türen geöffnet hat, aber nicht jede davon weit genug.
Für Spielefans blieb der große Moment eher klein
LET’S TALK ABOUT GAMES schaut natürlich besonders auf das, was spielbar wird. Und da war Jump Festa ’26 eher zurückhaltend. Die auffälligste echte Spiele-Ankündigung war KochiKame: Ryo-san’s Billion-yen Beat. Das Spiel gehört zu KochiKame: Tokyo Beat Cops und soll unter anderem für PS5 und PS4 erscheinen. Dass ein Anime-Klassiker zum 50. Jubiläum nicht nur eine neue Anime-Umsetzung, sondern auch ein eigenes Videospiel bekommt, passt gut zu so einer Messe.
Trotzdem ist das kein Signal wie: Jetzt kommen aus allen großen Reihen neue Games. Viele der ganz bekannten Namen waren mit Anime, Film, Manga oder Streaming vertreten. Yu-Gi-Oh! bekam neue Extended Art Cards und mit Grandmaster Rare eine neue Raritätsstufe. Das ist für Sammler wichtig und natürlich eng mit Spielkultur verbunden, aber es ist eben keine neue digitale Spielerfahrung.
Genau hier merkt man, wofür Jump Festa gerade steht. Es geht nicht darum, eine reine Spiele-Show zu sein. Es geht darum, Marken am Leben zu halten und viele Medien gleichzeitig zu bedienen. Für uns als Spieler ist das trotzdem wichtig, weil diese Marken oft später in Games, Kollaborationen oder Sammelsystemen auftauchen können. Nur sollte man nach diesem Event keine Liste voller neuer Spielprojekte erwarten.
One Piece zeigt, wie groß diese Welten geworden sind
One Piece war vielleicht das beste Beispiel dafür, wie breit so eine Marke inzwischen erzählt wird. Der Elban-Arc im Anime startet am 5. April 2026. Dazu gab es einen Teaser, ein Key Visual und erste Charakterdesigns. Im Manga soll laut einem Brief von Eiichiro Oda 2026 die Insel Laugh Tale eine Rolle spielen, außerdem sollen wichtige Figuren aufeinandertreffen. Gleichzeitig wurde ein neuer Anime-Kinofilm erwähnt, der aber nur schleppend vorankommt. Zur zweiten Staffel der Netflix-Serie gab es ebenfalls einen kurzen Trailer und einen Videogruß der Hauptdarsteller.
Das ist sehr viel auf einmal. Und es zeigt, warum große Reihen heute anders funktionieren als früher. Ein einzelner Termin reicht nicht mehr. Fans schauen Anime, lesen Manga, verfolgen Filme, schauen Realserien und warten vielleicht trotzdem noch auf den nächsten spielbaren Ableger oder eine neue Umsetzung. One Piece ist längst nicht mehr nur eine Serie, sondern ein ganzer Kalender.
Für Spieler kann das cool sein, aber auch etwas anstrengend. Wenn eine Marke überall gleichzeitig passiert, wird jede neue Meldung wichtig, ohne dass jede Meldung direkt etwas für das eigene Hobby bringt. Man bekommt Hinweise darauf, welche Figuren und Orte bald stärker im Mittelpunkt stehen. Aber man bekommt nicht automatisch ein Spiel dazu.
Die offenen Fragen sind fast interessanter als die Termine
Ich mag an Jump Festa ’26, dass viele Projekte nicht mehr im Nebel stehen. Hell’s Paradise startet mit Staffel 2 am 11. Januar 2026 bei Crunchyroll. My Hero Academia bekommt am 2. Mai 2026 die Spezialepisode More, die auf dem 431. Manga-Kapitel basiert und acht Jahre nach dem Finale der Haupthandlung spielt. Kaiju No. 8 erhält mit Kaiju No. 8 Final Chapter eine Fortsetzung, die voraussichtlich den Abschluss der Geschichte erzählen wird. Das sind konkrete Punkte, mit denen Fans arbeiten können.
Aber die spannendsten Stellen bleiben dort, wo noch etwas fehlt. Was wird Chainsaw Man: Assassins Arc genau? Wie schnell kommt der neue One Piece-Film wirklich voran? Was bedeutet „bald“ bei Sakamoto Days genau? Und welche der großen Jump-Reihen bekommen irgendwann wieder mehr Aufmerksamkeit im Spielebereich?
Diese Fragen machen die Messe für mich interessanter als eine reine Terminliste. Viele Fortsetzungen sind sicher ein gutes Zeichen. Sie zeigen, dass die Reihen weiter wichtig sind und dass 2026 sowie 2027 voll werden. Gleichzeitig hat Jump Festa ’26 nicht bei jeder Marke den nächsten klaren Schritt gezeigt. Als Anime-Fan kann man sich über viele neue Ankerpunkte freuen. Als Spielefan sollte man eher mitnehmen: Die Marken bleiben stark, aber spielbare Neuigkeiten waren diesmal eher die Ausnahme als die Regel.