Der nordamerikanische Kinosommer 2026 hat einen Umsatzrekord aufgestellt. Vom 1. Mai bis zum Labor Day am 7. September kamen laut den gemeldeten Branchenzahlen 4,76 Milliarden US-Dollar zusammen. Für Gaming-Fans ist das vor allem deshalb interessant, weil mit Zach Creggers Neuinterpretation von Resident Evil schon am 17. September der nächste Kinostart mit direktem Bezug zu einer großen Spielreihe ansteht.
Der Rekord beweist nicht automatisch, dass jede kommende Verfilmung ein Erfolg wird. Er zeigt aber: Große Kinofilme können weiterhin viele Menschen gleichzeitig erreichen. Gerade für Resident Evil ist das eine gute Ausgangslage, denn Horrorfilme leben stark davon, dass Spannung und Schreckmomente mit einem vollen Saal ganz anders wirken können als allein zu Hause.
Ein Rekord mit wichtigen Einschränkungen
Die 4,76 Milliarden Dollar sind der höchste Umsatz einer nordamerikanischen Sommersaison. Der bisherige Bestwert lag 2013 bei 4,755 Milliarden Dollar. Der Abstand ist also sehr klein.
Deshalb sollte man die Zahl nicht zu schnell mit deutlich höheren Zuschauerzahlen gleichsetzen. Die Ticketpreise von 2013 wurden in diesem Vergleich nicht an die Inflation angepasst. Außerdem dauerte die Sommersaison 2026 kalenderbedingt 130 Tage und damit fast eine Woche länger als die Saison vor 13 Jahren. Mehr Tage bedeuten auch mehr Vorstellungen und mehr Chancen auf Einnahmen.
Trotzdem bleibt der Wert für die Branche wichtig. Erstmals überschritt jeder der vier Sommermonate die Marke von einer Milliarde Dollar Umsatz. Das spricht dafür, dass sich das Interesse nicht nur auf ein einzelnes Wochenende oder einen einzigen Film konzentriert hat.
Wer die vollständigen Angaben zum Rekord nachlesen möchte, findet sie im Bericht von Variety.
Blockbuster tragen den Sommer, aber nicht allein
Besonders viel Geld brachten Spider-Man: Brand New Day sowie Christopher Nolans The Odyssey ein. Dazu kamen bekannte Reihen wie Toy Story 5 und Der Teufel trägt Prada 2. Auffällig ist aber, dass auch kleinere Horrorproduktionen ihren Platz gefunden haben. Genannt werden etwa Backrooms, der auf einer Creepypasta und Social-Media-Aufmerksamkeit aufbaut, sowie der Indie-Horrorfilm Obsession.
Das ist für die kommenden Monate spannender als die reine Rekordsumme. Der Sommer wurde nicht nur von vertrauten Marken getragen. Neben riesigen Produktionen konnten auch Filme funktionieren, die ihr Publikum über ein klareres Genre oder eine Online-Community finden.
Natürlich gab es gleichzeitig teure Filme, die hinter den Erwartungen zurückblieben. Die starken Einnahmen der erfolgreicheren Titel haben diese Ausfälle aber aufgefangen. Ein voller Kinokalender bleibt also kein Garant dafür, dass jedes Franchise automatisch zieht.
Was das für Resident Evil bedeuten kann
Die neue Resident Evil-Verfilmung startet in eine Phase, in der Kinogänger offenbar wieder offen für unterschiedliche große und kleine Titel sind. Für den Film ist das hilfreicher als ein Sommer, in dem nur ein einziger Superheldenfilm alles dominiert hätte.
Ob die Neuinterpretation die Fans der Spiele überzeugt, lässt sich aus den Kassenrekorden natürlich nicht ableiten. Auch über ihren konkreten Inhalt sagen die Zahlen nichts. Klar ist nur: Das Umfeld für einen Horrorfilm mit bekannter Spielemarke wirkt gerade lebendig. Nach dem Rekordsommer muss Resident Evil nicht beweisen, dass Menschen noch ins Kino gehen wollen. Der Film muss vor allem zeigen, warum sie genau ihn sehen sollten.