Rahul Kohli würde ein neues L.A. Noire nicht einfach wieder nach Los Angeles zurückbringen. Der Schauspieler schlägt stattdessen ein Spin-off vor, das Ermittlungen in unterschiedliche historische Zeiten verlegt. Genannt hat er das viktorianische England mit einem Fall um Jack the Ripper sowie Kalifornien in den 1980er-Jahren, wo die Jagd auf Richard Ramirez im Mittelpunkt stehen könnte.
Wichtig ist: Das ist kein angekündigtes Spiel und auch kein Hinweis auf ein konkretes Projekt. Kohli beschreibt seine persönliche Wunschidee. Trotzdem passt sie überraschend gut zu dem, was L.A. Noire besonders gemacht hat: Fälle lösen, Aussagen prüfen und aus kleinen Details herausfinden, wer lügt.
Nicht das Los Angeles der 1940er muss die Hauptfigur sein
Das Original ist eng mit seinem Schauplatz verbunden. Aber die eigentliche Idee hinter dem Spiel könnte auch in anderen Zeiten funktionieren. Ein Fall im viktorianischen London würde andere Verdächtige, andere Beweise und andere Regeln für die Polizei bedeuten. Die 1980er-Jahre in Kalifornien wären dagegen deutlich moderner, aber immer noch weit genug von der Gegenwart entfernt, damit Ermittlungen nicht einfach mit einem Handy gelöst werden.
Genau darin steckt der spannende Teil von Kohlis Vorschlag. Ein möglicher Nachfolger müsste nicht bloß dieselbe Stadt mit neuen Fällen nachbauen. Verschiedene Epochen könnten zeigen, wie sich Polizeiarbeit verändert, während das Grundprinzip gleich bleibt: Gespräche genau beobachten, Hinweise verbinden und unter Druck die richtige Entscheidung treffen.
Kohli sagte bei BAFTA Games, er habe L.A. Noire geliebt und würde bei einem Wechsel zwischen mehreren Zeitabschnitten sofort mitmachen wollen.
Die Gesichtsausdrücke bleiben für ihn der Kern
Für Kohli gehört vor allem die damalige Erfassung von Gesichtern zum Charme von L.A. Noire. Das Spiel setzte stark darauf, dass Spieler in Verhören auf Mimik achten. Kleine Bewegungen im Gesicht konnten dabei wichtiger sein als eine offensichtliche Spur am Tatort.
Sein Wunsch ist deshalb ungewöhnlich: Er fordert nicht unbedingt eine modernere Version dieses Systems. Stattdessen möchte er möglichst nah bei der Technik und Spiel-Engine des Originals bleiben. Das zeigt, wie stark diese Verhöre bis heute mit der Reihe verbunden sind.
Ob Take-Two die Marke tatsächlich zurückbringt, ist weiter offen. Der Chef des Publishers, Strauss Zelnick, hatte im April zwar angedeutet, ruhende Reihen künftig wieder aufgreifen zu wollen. Eine Ankündigung zu L.A. Noire gab es aber nicht. Kohlis Idee ist also vor allem ein interessanter Gedanke für Fans: Vielleicht braucht ein neues Detektivspiel nicht zwingend dieselbe Stadt, solange es seine Fälle wieder spannend macht.