Liquid Swords hat am 12. Oktober 2026 Insolvenz angemeldet. Das schwedische Studio hinter Samson: A Tyndalston Story kann seine verbliebenen knapp 30 Beschäftigten laut Berichten seit Monaten nicht mehr bezahlen. Für sie greift zunächst das staatliche schwedische Lohngarantiesystem.
Damit endet die kurze Geschichte eines Studios, das erst 2020 von Christofer Sundberg gegründet wurde. Liquid Swords wollte Actionspiele entwickeln, die nicht auf eine überladene offene Spielwelt setzen. Nun entscheidet ein gerichtlich bestellter Insolvenzverwalter darüber, ob das Studio, seine Marke oder einzelne Rechte noch einen Käufer finden.
Für die Beschäftigten ist die Insolvenz die wichtigste Nachricht
Bei einer Studio-Schließung steht schnell die Frage im Raum, was aus einem Spiel wird. Hier ist aber zuerst wichtig, was die Insolvenz für die Menschen im Team bedeutet. Nach den Berichten waren die Gehaltszahlungen bereits mehrere Monate ausgeblieben. Die staatliche Lohngarantie soll die Beschäftigten vorerst absichern, löst aber nicht die Frage, ob ihre Arbeitsplätze erhalten bleiben.
Liquid Swords hatte seine Größe schon vor dem Start von Samson deutlich reduziert. Im Jahr 2025 verlor das Studio im Zuge einer Restrukturierung etwa die Hälfte seiner Belegschaft, rund 45 Personen. Dass nun noch knapp 30 Mitarbeitende betroffen sind, zeigt, wie weit das Team bereits geschrumpft war.
Die jetzige Prüfung durch den Insolvenzverwalter kann mehrere Ergebnisse haben. Denkbar wäre ein Verkauf des Studios oder ein Verkauf der Rechte an Samson. Ob sich dafür tatsächlich ein Interessent findet, ist offen. Eine Fortsetzung des bisherigen Betriebs ist jedenfalls nicht bestätigt.
Samson konnte die Lage nicht drehen
Samson: A Tyndalston Story erschien im April zunächst für PC. Der Start verlief offenbar so schlecht, dass die Veröffentlichung zur Belastung für das junge Studio wurde. Die später veröffentlichte Konsolenfassung für PS5 und Xbox Series X/S brachte zwar mehrere Verbesserungen, konnte die wirtschaftliche Situation aber nicht mehr wenden.
Das ist für Spieler vor allem deshalb relevant, weil ein Konsolenstart oft noch eine zweite Chance sein kann. Er erreicht neue Käufer und kann Probleme der ersten Version hinter sich lassen. Im Fall von Samson reichte das offenbar nicht. Das Spiel kam auf einen Metascore von 51 Punkten und gehörte damit zu den am schwächsten bewerteten Veröffentlichungen des Jahres.
Die Probleme lassen sich aber nicht nur auf die Resonanz zum Spiel reduzieren. Laut den jüngsten Finanzberichten erzielte Liquid Swords trotz einer früheren Investition von NetEase rund 106 Millionen schwedische Kronen Umsatz. Gleichzeitig stand ein Verlust von knapp 39 Millionen schwedischen Kronen zu Buche, umgerechnet etwa 3,5 Millionen Euro. Hoher Umsatz bedeutete für das Studio also nicht, dass genug Geld für einen sicheren Betrieb vorhanden war.
Was jetzt aus Samson werden könnte
Für Besitzer von Samson gibt es derzeit keine bestätigte Aussage dazu, wie es mit dem Spiel weitergeht. Die Insolvenz betrifft zunächst das Studio, doch sie kann auch Folgen für mögliche Updates, Support oder neue Inhalte haben. Solange kein Käufer feststeht und keine neue Mitteilung veröffentlicht wurde, sollte man hier keine Zusagen erwarten.
Die Berichte von Breakit und Insider Gaming nennen als mögliche Lösung einen Käufer für das Studio oder wenigstens für die Markenrechte. Das wäre auch für Samson der entscheidende Punkt: Nur wenn jemand diese Rechte übernimmt, könnte die Marke unter neuer Verantwortung weitergeführt werden.
Im Moment bleibt Liquid Swords vor allem ein Beispiel dafür, wie schnell ein Debütspiel für ein kleines Studio zur Existenzfrage werden kann. Die nächsten Schritte liegen nicht mehr beim Entwicklungsteam allein, sondern beim Insolvenzverfahren und möglichen Interessenten.