Nahaufnahme von Wolverine im gelben Anzug mit ausgefahrenen Krallen und entschlossenem Blick.
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Marvel’s Wolverine: Glitches zeigen die Kulissen hinter den Missionen

Von Ramona 3 Min. Lesezeit

Glitches führen in Marvel’s Wolverine außerhalb der Missionen. Die gefundenen Gebiete sind spannend, beweisen aber keine gestrichene offene Welt.

Marvel’s Wolverine ist seit dem 15. September für PS5 erhältlich und setzt anders als Insomniacs Marvel’s Spider-Man-Spiele auf einen linearen Ablauf. Jetzt zeigen Videos, was außerhalb der vorgesehenen Missionsgrenzen liegt: unfertige Landschaften, technische Kulissen und Bereiche, die im normalen Spiel nicht erreichbar sind.

Die Aufnahmen sind vor allem deshalb interessant, weil sie eine größere Version einzelner Schauplätze andeuten könnten. Sicher belegen sie aber nicht, dass Insomniac Games einmal ein komplett offenes Wolverine-Spiel geplant hatte. Wer sich die Clips ansieht, blickt auf Entwicklungsmaterial, das offenbar nie für den regulären Spielverlauf gedacht war.

Ein Sprung aus der Mission führt ins Unfertige

Der YouTuber Turned hat in mehreren Abschnitten Glitches genutzt, um mit Logan über die Levelgrenzen zu gelangen. Einer davon funktioniert in der Mission „Entwischt“, die im Original „One That Got Away“ heißt. Mit präzise getimten Sprüngen lässt sich dort eine Begrenzung an einem Gebäude überwinden.

Außerhalb des normalen Bereichs erscheint ein deutlich größerer Ausschnitt der Umgebung. Zu sehen sind Waldflächen, weitere Teile einer Kleinstadt und Orte, die Spieler auf dem vorgesehenen Weg nicht betreten können. Gerade diese Größe hat die Diskussion ausgelöst, ob der Schauplatz früher freier begehbar sein sollte.

Gleichzeitig zeigen die Videos klar, warum diese Gebiete keine versteckten Extras sind. Teile der Umgebung sind nicht fertiggestellt, und Logan kann stellenweise durch den Boden fallen. Solche Fehler passen zu Bereichen, die nur als Arbeitsmaterial, Hintergrund oder technische Zwischenlösung vorhanden waren. Aus einem großen Gebiet außerhalb einer Mission folgt also nicht automatisch, dass es als offene Spielwelt gedacht war.

Auch Tokio zeigt die Tricks hinter der Kulisse

Ein weiterer Clip führt außerhalb der Grenzen eines Tokio-Abschnitts. Dort geht es weniger um mögliche gestrichene Wege als um die Technik, die eine belebte Straße im normalen Spiel glaubwürdig wirken lässt.

Aus der vorgesehenen Perspektive fahren Autos scheinbar normal durch die Stadt. Außerhalb des Levelbereichs wird sichtbar, dass sie gegen unsichtbare Begrenzungen fahren, mit Wänden kollidieren und danach aus der Spielwelt entfernt werden. Das ist kein Detail, das für Spieler im Abenteuer selbst bestimmt ist. Es zeigt vielmehr, wie begrenzte Szenen den Eindruck einer größeren Stadt erzeugen können, ohne dass jede Straße vollständig simuliert werden muss.

Für ein lineares Actionspiel ist das nicht überraschend. Solche Kulissen helfen dabei, eine Mission dicht und kontrolliert aufzubauen. Die Clips machen aber sichtbar, wie viel von einer Spielwelt nur aus der richtigen Kameraposition funktioniert.

Die Videos ändern das fertige Spiel nicht

Senior Project Director Jess Reiner-Reed erklärte bereits in einem im August geführten Interview, dass ein linearer Aufbau besser zu Logan und den direkten Kämpfen passe. Die nun entdeckten Bereiche widersprechen dieser Aussage nicht zwingend. Projekte verändern sich während der Entwicklung, und unfertige Räume können viele Zwecke haben.

Spannend ist deshalb weniger die Behauptung, Marvel’s Wolverine habe sicher einmal eine offene Welt besessen. Die Aufnahmen zeigen eher, dass Insomniac mit größeren Umgebungen gearbeitet hat und dass manche davon bis in die veröffentlichte Version hinein vorhanden sind. Für Fans ist das ein kleiner Blick hinter die Missionskulissen, nicht aber eine Bestätigung für gestrichene Inhalte.

Die Kritiken fielen bislang gemischt aus. Auf Metacritic steht das Spiel bei einem Metascore von 77, während das Spielerfeedback laut den vorliegenden Angaben positiver wirkt. An der grundlegenden Ausrichtung des Spiels ändern die Glitches nichts: Marvel’s Wolverine bleibt ein bewusst linear gebautes Abenteuer, auch wenn außerhalb seiner Grenzen noch größere und unfertige Flächen liegen.

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