Wolverine im klassischen Anzug mit ausgefahrenen Klauen in einem dunklen Wald, der von Feuer erhellt wird, mit Gegnern im Hintergrund.
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Marvel’s Wolverine: Tests loben die Kämpfe, streiten über den Ablauf

Von Ramona 4 Min. Lesezeit

Marvel’s Wolverine startet mit einem Metascore von 78 Punkten in die heiße Phase vor dem Release. Gelobt werden Kämpfe und Geschichte, kritisiert wird vor allem der Missionsrhythmus.

Die ersten internationalen Tests zu Marvel’s Wolverine zeichnen kurz vor dem PS5-Start ein uneinheitliches Bild. Der derzeitige Wertungsstand bei Metacritic liegt nach 107 Besprechungen bei 78 Punkten. Gelobt werden vor allem Logans Kämpfe, die technische Umsetzung und die emotionale Geschichte. Viele Kritiken nennen aber denselben Schwachpunkt: Das Spiel soll seinen starken Kern nicht immer mit genug Abwechslung tragen.

Das ist für ein Actionspiel mit Wolverine als Hauptfigur besonders wichtig. Die Kämpfe scheinen genau die Wucht zu liefern, die Fans von den Adamantium-Klauen erwarten. Gleichzeitig entscheidet bei einem straff geführten Abenteuer der Ablauf zwischen diesen Momenten darüber, ob die Spannung bis zum Ende hält.

Marvel’s Wolverine erscheint am 15. September 2026 exklusiv für PS5.

Die Kämpfe treffen offenbar den richtigen Ton

In den positiven Wertungen steht das Kampfsystem klar im Mittelpunkt. Treffer sollen sich wuchtig anfühlen, während Konter, Wut-Mechanik und dynamische Exekutionen zusammenarbeiten. Damit scheint Insomniac Games die Figur nicht bloß über ihre Klauen zu definieren, sondern über einen aggressiven, unmittelbaren Kampfstil.

Auch die Geschichte erhält in mehreren Tests viel Zuspruch. Besonders die Beziehung zwischen Logan und Jean Grey wird als überraschend emotional beschrieben. Das passt zu einer Figur, die zwar vor allem für ihre Härte bekannt ist, deren Konflikte aber offenbar nicht nur in den Arenen stattfinden.

Technisch fällt das Urteil ebenfalls freundlich aus. Tests berichten von sehr kurzen Ladezeiten und einer flüssigen Bildrate. Damit liefert das Spiel laut diesen Eindrücken eine auffällig starke PS5-Umsetzung, die den Fokus auf schnelle Action offenbar nicht durch lange Unterbrechungen ausbremst.

Einige Publikationen sehen darin sogar ein sehr starkes Superhelden-Abenteuer. GamingBolt vergibt die Höchstwertung, während auch ScreenHub 100 Punkte und mehrere weitere Medien 90 Punkte vergeben haben. Diese Seite der Reaktionen zeigt: Wer vor allem ein konzentriertes, hartes Wolverine-Spiel sucht, könnte genau das bekommen.

Der Missionsablauf sorgt für die größere Diskussion

Die kritischeren Stimmen zweifeln weniger daran, ob die ersten Kämpfe Spaß machen. Ihr Problem ist, dass sich die Struktur im Verlauf zu oft wiederholen soll. Das Spiel setzt laut den Tests auf eher lineare Abschnitte, in denen Arena-Kämpfe, Kletterpassagen und kurze Erkundungsteile aufeinanderfolgen.

Dieser Aufbau muss nicht grundsätzlich schlecht sein. Eine klar geführte Kampagne kann einem Actionspiel Tempo geben und unnötige Umwege vermeiden. Mehrere Rezensionen empfinden das Muster hier aber als zu vertraut. Der Eindruck: Die einzelnen Teile funktionieren, entwickeln sich jedoch nicht weit genug weiter.

Besonders im letzten Drittel bemängeln Kritiker fehlende Tiefe in den Auseinandersetzungen und zu wenig unterschiedliche Gegner. Das wiegt schwer, weil das Kampfsystem laut vielen Tests die stärkste Säule des Spiels ist. Wenn gerade dort neue Herausforderungen ausbleiben, kann selbst gutes Trefferfeedback irgendwann weniger Wirkung haben.

Auch ruhigere Sequenzen werden nicht durchgehend positiv gesehen. In diesen Abschnitten nutzt Logan seine geschärften Sinne, um Spuren und Hinweise zu verfolgen. Einige Wertungen beschreiben diese Passagen als Bremse für den sonst hohen Rhythmus. Sie könnten für Abwechslung gedacht sein, scheinen aber nicht bei allen Testern dieselbe Spannung aufzubauen wie die Kämpfe.

Zwischen 100 und 50 Punkten liegt viel Erwartung

Die Spannweite der internationalen Bewertungen ist ungewöhnlich groß. Neben mehreren Höchstwertungen stehen kritische Urteile: CGMagazine vergibt 70 Punkte, während GameSpot, GamesRadar, Eurogamer, IGN und VGC jeweils bei 60 Punkten liegen. Giant Bomb bewertet den Titel mit 50 Punkten.

Die Besprechung von IGN fasst die skeptische Richtung deutlich zusammen: Die anfangs befriedigende Action nutze sich laut Urteil vor dem Finale spürbar ab. CGMagazine kritisiert zusätzlich technische Fehler und Probleme mit dem Spielfluss. Dagegen betont die Review von Destructoid die starke Superhelden-Geschichte und sieht vor allem im teils wiederholten Kampfrhythmus einen Makel.

Für Interessierte heißt das: Die bisherigen Tests sprechen nicht gegen Wolverine als Figur oder gegen Insomniacs Umsetzung der großen Kampfsequenzen. Sie machen aber deutlich, dass die Erwartungen unterschiedlich ausfallen können. Wer eine emotionale Geschichte und direkte, brutale Action höher gewichtet als ein ständig neues Missionskonzept, dürfte die positiven Stimmen besser nachvollziehen. Wer bei längeren Actionspielen vor allem Abwechslung und wachsende spielerische Möglichkeiten erwartet, sollte die Kritik am späteren Verlauf ernst nehmen.

Der Metascore ist zudem nur ein Zwischenstand und kann sich mit weiteren Wertungen noch verändern. Klar ist schon jetzt aber: Marvel’s Wolverine wird weniger daran gemessen werden, ob seine Klauen überzeugen, sondern daran, wie lange das Spiel aus diesem starken ersten Eindruck etwas Eigenes machen kann.

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