Wolverine in gelbem Anzug vor gestapelten Containern, im Vordergrund die Front eines Motorrads.
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Marvel’s Wolverine: Was die Motorrad-Clips wirklich zeigen

Von Ramona 3 Min. Lesezeit

Ein Video lässt Logans Motorradfahrt fast automatisch aussehen. Andere Aufnahmen zeigen aber, dass Fehler in der Sequenz tödlich enden können.

In Marvel’s Wolverine sorgt ausgerechnet eine Motorradverfolgung für Diskussionen: Mehrere Videos zeigen, dass Logan eine kurvige Bergstraße offenbar auch ohne Eingaben bis zum Ende fahren kann. Daraus entstand schnell der Vorwurf, die Szene sei bloß eine automatische Fahrt ohne echtes Risiko.

So einfach ist es aber nicht. Andere Aufnahmen zeigen, dass Logan während derselben Verfolgungsjagd sterben kann, etwa wenn ihn ein entgegenkommendes Fahrzeug trifft. Die Sequenz lässt sich also offenbar nicht pauschal als Autopilot abstempeln. Sie zeigt eher, wie unterschiedlich eine stark geführte Actionpassage wirken kann, je nachdem, was gerade auf der Straße passiert.

Die Clips zeigen nicht immer dieselbe Situation

Die Verfolgungsjagd gehört zu einer Mission, in der Logan eine Gruppe gefangener Mutanten retten will. Sie werden auf einem Lastwagen transportiert, während er ihnen auf dem Motorrad über eine Bergstraße folgt und durch den Verkehr navigiert.

Ein veröffentlichtes Video der Szene machte besonders viel Wirbel, weil Logan darin ohne sichtbare Steuerung bis zum Ziel kommt. Er prallt mehrfach an Leitplanken ab, bleibt aber am Leben. Wer nur diesen Ausschnitt sieht, kann leicht den Eindruck bekommen, dass das Spiel den Weg selbst übernimmt.

Gegen diesen Schluss gibt es allerdings ebenfalls Material. Nach den gezeigten Szenen kann ein Zusammenstoß mit Gegenverkehr Logan töten. Auch das wiederholte Fahren gegen die Begrenzungen bleibt nicht immer folgenlos. Dann muss die Passage neu begonnen werden.

Das bedeutet nicht automatisch, dass jede Version der Sequenz gleich anspruchsvoll ist. Die Diskussion dreht sich gerade darum, dass manche Spieler sie ohne Eingaben überstanden haben sollen, während andere Videos ein klares Scheitern zeigen. Ob bestimmte Verkehrssituationen, der gewählte Schwierigkeitsgrad oder weitere Bedingungen dabei eine Rolle spielen, wird durch die vorliegenden Clips nicht eindeutig beantwortet.

Eine Actionsequenz darf führen, aber sie sollte verständlich bleiben

Solche Abschnitte sind in Actionspielen nicht ungewöhnlich. Sie sollen Tempo erzeugen und eine spektakuläre Flucht oder Jagd zeigen, ohne dass jede Kurve wie eine Rennsimulation behandelt werden muss. Bei Logan passt dazu auch, dass die Szene bewusst nicht auf Realismus setzt: Er kann mit hoher Geschwindigkeit weit durch die Luft fliegen und direkt danach wieder in den Kampf springen.

Trotzdem ist die Kritik nachvollziehbar, wenn Spieler nicht klar erkennen können, wann sie tatsächlich gefordert sind. Eine geführte Motorradfahrt kann gut funktionieren, solange Fehler sichtbar Folgen haben und der Abschnitt nicht nur so tut, als läge alles in der Hand des Spielers.

Genau hier unterscheiden sich die Reaktionen. Für manche ist es frustrierend, wenn Leitplanken viele Fehler auffangen. Andere sehen darin einen fairen Schutz davor, eine dramatische Mission wegen einer kleinen Kollision immer wieder neu starten zu müssen. Die Videos liefern deshalb weniger eine eindeutige Antwort als eine konkrete Frage an das Design: Wie viel Kontrolle soll eine spektakuläre Verfolgungsjagd wirklich verlangen?

Gute Store-Wertung, trotzdem Raum für Verbesserungen

Die Debatte steht neben weiteren Kritikpunkten, die seit der Veröffentlichung des Spiels am 15. September für PS5 aufgekommen sind. Insomniac Games hat laut den vorliegenden Angaben bereits erklärt, auf Rückmeldungen hören und Verbesserungen für das Abenteuer umsetzen zu wollen. Welche Bereiche genau verändert werden, ist bislang nicht bekannt.

Im PlayStation Store fällt die Resonanz dennoch sehr positiv aus. Mehr als 24.000 Besitzer des Spiels haben abgestimmt. 90 Prozent davon vergaben die volle Sternenzahl, wodurch der Wert bei 4,83 von 5 Sternen liegt.

Der Nutzerwert auf Metacritic liegt dagegen bei 6,6. Dort können auch Personen eine Rezension schreiben, ohne das Spiel besitzen zu müssen. Die deutlich unterschiedlichen Werte zeigen vor allem, dass einzelne Clips und laute Diskussionen nicht automatisch die Meinung aller Spieler abbilden. Bei der Motorradsequenz wird erst wichtig sein, ob Insomniac genauer erklärt oder anpasst, wie viel Spielraum sie Logan tatsächlich lässt.

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