Marvel’s Wolverine ist seit dem 15. September exklusiv für PS5 erhältlich. Schon zum Start reagiert Insomniac Games auf die ersten kritischen Stimmen: Das Studio sammelt Rückmeldungen und arbeitet nach eigenen Angaben bereits an Anpassungen. Konkrete Patch-Details gibt es allerdings noch nicht.
Das ist vor allem deshalb wichtig, weil sich die Kritik an zwei sehr unterschiedlichen Stellen festmacht. Einige Punkte könnten sich durch Optionen und Feinschliff verbessern lassen. Andere betreffen den grundsätzlichen Aufbau des Actionspiels und wären mit einem schnellen Update kaum verändert.
Insomniac kündigt Reaktion auf Feedback an
James Stevenson, Community und Marketing Director bei Insomniac, schrieb, das Team habe dem Feedback der vergangenen Tage vollständig zugehört und bereits intensiv nachgelegt. Die Aussage bleibt bewusst vage, zeigt aber: Die Diskussion um den Launch wird im Studio offenbar nicht nur beobachtet. Stevensons Beitrag auf X deutet an, dass erste Änderungen vorbereitet werden.
Auch der offizielle Account von Insomniac erklärt, man stehe im aktiven Austausch mit der Community und sammle Rückmeldungen, um das Spielerlebnis weiter zu verbessern. Das ist noch keine Patch-Roadmap. Weder Termine noch eine Liste geplanter Funktionen wurden genannt.
Trotzdem gibt es einen Punkt, bei dem sich viele Erwartungen bündeln: Logans Geruchssinn soll Spieler laut der Kritik sehr deutlich durch Abschnitte führen. Permanente Orientierungslinien und auffällige Hinweise nehmen manchen Spielern offenbar zu oft die Möglichkeit, Situationen selbst zu lesen. Stevensons Bemerkung über etwas, das „aus der Küche riecht“, lässt sich deshalb als möglicher Hinweis auf genau dieses System verstehen. Bestätigt ist das aber nicht.
Eine Option, solche Hilfen auszublenden oder schwächer einzustellen, wäre ein naheliegender Ansatz. Gerade bei einem linearen Spiel kann es einen großen Unterschied machen, ob der nächste Weg ständig markiert wird oder ob man den Raum, Gegner und Wege selbst beobachten darf. Solange Insomniac nichts Konkretes nennt, bleibt offen, ob genau daran gearbeitet wird.
Nicht jede Kritik ist eine Einstellungsfrage
Die bisherige Pressereaktion fällt verhaltener aus, als man es bei einem neuen Spiel des Studios vielleicht erwartet hätte. Der Metascore liegt laut den vorliegenden Angaben bei 77 Punkten. Genannt werden dabei vor allem ein Kampfsystem, das mit Logans Adamantium-Klauen und harten Treffern zunächst Spaß macht, über die gesamte Spielzeit aber zu wenig neue Tiefe entwickeln soll.
Hinzu kommt die Struktur der Levels. Marvel’s Wolverine setzt nicht auf eine offene Welt wie die Spider-Man-Spiele von Insomniac. Stattdessen führt das Spiel durch überwiegend lineare Abschnitte, in denen Kämpfe aufeinander folgen. Dazwischen stehen einfachere Passagen zum Schleichen und Klettern.
Das muss kein Nachteil sein. Ein fokussiertes Actionspiel kann gerade dann gut funktionieren, wenn Tempo, Kämpfe und Szenenwechsel sauber ineinandergreifen. Für Spieler, die keine riesige Karte und lange Nebenbeschäftigungen suchen, kann die klare Richtung sogar angenehm sein. Wenn aber die Kämpfe zu wenig Abwechslung bieten, ist das schwerer zu korrigieren als eine zu auffällige Orientierungshilfe. Zusätzliche Optionen können den Weg zum nächsten Ziel verbessern, aber sie verwandeln keine feste Levelstruktur in ein freieres Spiel.
Genau hier werden kommende Updates zeigen müssen, wie weit Insomniac gehen will. Kleine Anpassungen an Hilfen, Komfort und Balance sind denkbar. Ob auch Wiederholungen in den Kämpfen oder der Ablauf einzelner Abschnitte spürbar verändert werden, lässt sich aus den bisherigen Aussagen nicht ableiten.
PS-Store-Bewertungen erzählen noch eine andere Geschichte
Parallel zu den ersten Tests fallen die frühen Nutzerbewertungen im PlayStation Store deutlich positiver aus. Nach 5.600 Stimmen steht Marvel’s Wolverine dort bei 4,84 von 5 Sternen. Diese Zahl zeigt zumindest, dass viele Käufer mit dem Spiel zum Start zufrieden sind.
Sie beantwortet aber noch nicht, welche Kritik langfristig Gewicht bekommt. Nutzerwertungen direkt zum Launch können besonders stark von Vorfreude, der Figur Wolverine und den ersten Spielstunden geprägt sein. Umgekehrt muss eine verhaltene Pressereaktion nicht bedeuten, dass ein Spiel für Fans keinen Spaß macht. Beide Eindrücke können gleichzeitig stimmen: Die direkte, lineare Action kann vielen gefallen, während andere mehr spielerische Tiefe oder weniger Führung erwarten.
Für PS5-Spieler ist deshalb weniger entscheidend, ob die aktuelle Sternzahl oder der Metascore recht behält. Spannender wird, was Insomniac aus dem Feedback macht. Die Statements des Studios sind ein klares Signal, aber erst konkrete Patch-Notizen werden zeigen, ob Spieler tatsächlich mehr Kontrolle über die Hilfen erhalten und welche Kritikpunkte das Team überhaupt angeht.