Ein kurz sichtbarer Eintrag im australischen Nintendo eShop könnte den Preis des angekündigten Remakes von The Legend of Zelda: Ocarina of Time verraten haben. Dort stand am Vormittag ein Betrag von 94,95 australischen Dollar für die digitale Version. Der Eintrag ist inzwischen wieder verschwunden.
Falls die Angabe stimmt, könnte das in Europa auf einen Digitalpreis von 59,99 Euro hinauslaufen. Eine Handelsversion könnte dann bei 69,99 Euro liegen. Bestätigt ist das aber noch nicht. Nintendo selbst hat weder Preis noch Veröffentlichungstermin genannt.
Spannend ist vor allem, was Fans aus so einer Zahl herauslesen wollen. Manche hoffen auf eine große Neuauflage des N64-Klassikers. Andere befürchten nach dem niedrigeren Preis eher ein Spiel, das das Original hauptsächlich schöner aussehen lässt und nur an einigen Stellen bequemer macht.
Ein Preis erklärt noch nicht das ganze Remake
Der Shop-Eintrag liefert erst einmal nur einen möglichen Preis. Er sagt nichts darüber aus, wie stark Nintendo Ocarina of Time verändert. Genau da liegt aber die wichtigste Frage.
Ein Remake kann sehr unterschiedlich ausfallen. Es kann ein bekanntes Spiel mit neuer Grafik und kleineren Verbesserungen zurückbringen. Es kann aber auch Räume, Kämpfe, Steuerung oder den Ablauf stärker umbauen. Viele Fans wünschen sich offenbar eher die zweite Variante. Sie vergleichen ihre Hoffnung mit Neuinterpretationen, die ein altes Spiel deutlich anders spielen lassen als früher.
Aus dem Betrag allein lässt sich das nicht sicher ableiten. Ein niedrigerer Preis kann bedeuten, dass Nintendo den Umfang kleiner einschätzt. Er kann genauso gut einfach Teil einer Preisentscheidung sein. Der angebliche Betrag liegt zudem weiterhin über dem Preis jüngerer Neuauflagen wie dem Star Fox-Remake.
Auch die Sorge vor einer künstlich vergrößerten Spielwelt geht an der eigentlichen Sache vorbei. Ocarina of Time hat ein klares, kompaktes Abenteuer mit Dungeons, Rätseln und einer festen Reihenfolge vieler wichtiger Orte. Eine Überarbeitung muss nicht automatisch größer werden, um sich besser anzufühlen. Wenn Nintendo anpasst, wäre wichtiger, ob sich die bekannten Wege, Kämpfe und Rätsel sinnvoll spielen.
Die Direct muss die offenen Fragen beantworten
Nintendo will heute um 16 Uhr eine etwa 30 Minuten lange Direct zum 40. Jubiläum von The Legend of Zelda zeigen. Für das Remake werden erstmals genauere Spielszenen erwartet. Das ist viel hilfreicher als ein kurzfristiger Preis im Shop.
Beim gezeigten Material dürfte sich zeigen, ob es bei einer optischen Überarbeitung bleibt oder ob Nintendo auch an den Systemen arbeitet. Besonders interessant wären klare Antworten auf die Steuerung, die Darstellung der Welt und mögliche Komfortfunktionen. Gerade bei einem Spiel, das viele Fans sehr genau kennen, fallen kleine Änderungen schnell auf.
Zur Show sollen außerdem ein erster Teaser zur Live-Action-Verfilmung, Jubiläums-Hardware und weitere Zelda-Neuigkeiten gehören. Sogar ein Hinweis auf den nächsten großen Serienteil nach Tears of the Kingdom wird erwartet, ist aber nicht bestätigt.
Der verschwundene eShop-Eintrag hat die Diskussion also früh gestartet, mehr nicht. Ob Nintendo ein vorsichtig modernisiertes Abenteuer oder eine deutlich mutigere Neuauflage plant, kann nur die Direct zeigen. Bis dahin ist der vermutete Preis kein verlässlicher Maßstab dafür, wie viel im Remake wirklich neu sein wird.