Bloober Team hat sein bislang als Project M bekanntes Spiel enthüllt: Onyx: The Dark Grip erscheint 2027 exklusiv für Nintendo Switch 2. Die ungewöhnlichste Ankündigung betrifft dabei nicht nur den Horrorstoff, sondern die Art, wie gespielt wird. Der Titel startet ausschließlich im Handheld-Modus. Im Dock lässt er sich nicht nutzen.
Das ist eine harte Vorgabe, gerade für ein Spiel, das auch auf einem großen Fernseher funktionieren könnte. Bloober macht daraus aber keinen bloßen Verzicht, sondern baut die Funktionen der Konsole direkt in die Spielidee ein: Touchscreen, Bewegung und Neigung sollen für Rätsel, Schalter und weitere Eingriffe gebraucht werden.
Das Handheld-Konzept ist Teil des Spiels
Onyx: The Dark Grip setzt nicht einfach auf eine einzelne Figur, die durch eine unheimliche Welt läuft. Spieler steuern Holden, der einer Stimme folgt und in einer verlassenen Stadt im Nebel landet. Gleichzeitig übernehmen sie die Rolle einer unsichtbaren übernatürlichen Kraft.
Diese Kraft öffnet Türen, greift in Rätsel ein und kämpft gegen Kreaturen, damit Holden weiterkommt. Auch in die Gedanken anderer Figuren soll man eindringen können. Genau dafür braucht das Spiel laut Ankündigung die Eingaben direkt am Gerät.
Damit erklärt sich auch, warum die Fernsehausgabe ausgeschlossen wird. Bloober will offenbar vermeiden, dass die zentralen Aktionen auf gewöhnliche Tasten reduziert werden. Ob das im Alltag angenehm ist, hängt aber stark davon ab, wie oft Touchscreen und Bewegungssteuerung verlangt werden. Eine gute Idee kann schnell anstrengend werden, wenn sie zu häufig die Aufmerksamkeit vom eigentlichen Horror abzieht.
Helfen kann Holden schaden
Der zweite Kniff liegt in der Verbindung zwischen den beiden Rollen. Holden ist nicht nur der Held, den man beschützt. Jede Veränderung seiner Umgebung lässt seine Psyche weiter abrutschen. Die übernatürliche Macht, die seine Realität verdreht, ist also ausgerechnet der Spieler.
Das schafft eine interessante Spannung: Eingreifen ist nötig, doch zu viel Eingreifen kann Holden zerstören. Statt einfach nur Gegnern auszuweichen oder Rätsel abzuhaken, soll man offenbar abwägen, wie stark man seine eigene „Marionette“ belastet.
Wie genau diese Grenze im fertigen Spiel aussieht, ist noch offen. Die Ankündigung zeigt aber ein Horror-Konzept, bei dem die Bedienung nicht außerhalb der Geschichte steht. Das Gerät in den Händen soll Teil davon sein, wie nah man Holden kommt und wie sehr man seine Welt verändert.
Ein riskanter Ausschluss für Switch-2-Spieler
Für Besitzer einer Switch 2 bedeutet die Vorgabe vor allem: Onyx: The Dark Grip ist kein Spiel für den spontanen Wechsel zwischen Sofa und Fernseher. Wer lieber am Monitor spielt oder längere Horror-Abende am großen Bildschirm plant, bekommt diese Möglichkeit nicht.
Auf der anderen Seite könnte gerade diese Beschränkung dem Spiel eine eigene Stimmung geben. Ein dunkler Titel, der zwingend nah vor den Augen gespielt wird und bei dem man selbst direkt in die Umgebung eingreift, verfolgt eine klarere Idee als ein gewöhnliches Konsolenspiel mit optionaler Bewegungssteuerung.
Bis 2027 bleibt offen, ob Bloober die vielen Eingaben so verbindet, dass sie spannend statt umständlich wirken. Entwickelt wird Onyx: The Dark Grip mit Unterstützung von Draw Distance. Sicher ist schon jetzt: Die Switch-2-Exklusivität ist hier nicht nur eine Frage der Plattform, sondern der ganzen Spielweise.