Eine dunkle Gestalt steht in einem langen, schmalen Flur eines alten Hauses.
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P.T. auf PC: Fan-Port will das Original erhalten

Von Ramona 3 Min. Lesezeit

Ein Fan-Port soll P.T. nativ auf Windows bringen. Kojima hat das Projekt bemerkt, doch die wichtigste Frage ist weiter offen: Darf es veröffentlicht werden?

Ein Fan-Projekt will die Horror-Demo P.T. auf Windows bringen, ohne sie neu zu erfinden. Nach Angaben des Entwicklers LoreanXavier handelt es sich um eine native Umsetzung der ursprünglichen PS4-Dateien, die derzeit zu rund 97 Prozent fertig ist. Hideo Kojima hat einen Bericht über das Projekt in sozialen Netzwerken geteilt und ihm damit viel Aufmerksamkeit verschafft.

Das ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil P.T. seit Jahren kaum noch zugänglich ist. Die Demo wurde 2014 zunächst als rätselhafter Gratis-Download veröffentlicht und später als Ankündigung für Silent Hills enthüllt. Das geplante Spiel mit Kojima, Guillermo del Toro und Norman Reedus wurde jedoch eingestellt. Anschließend verschwand auch P.T. aus dem PlayStation Store.

Nicht nur derselbe Flur in einer neuen Engine

In den Jahren nach der Entfernung entstanden mehrere Fan-Nachbauten. Sie versuchten, den berühmten Hausflur, seine Schleifen und einzelne Schreckmomente in anderen Engines wiederherzustellen. LoreanXavier verfolgt laut den bisherigen Informationen aber einen anderen Weg: Das Projekt soll die originalen Inhalte auf PC-Hardware zum Laufen bringen, statt Ablauf und Rätsel neu zu bauen.

Dafür nutzt der Entwickler nach eigener Aussage C++, Vulkan sowie Shader-Daten der Fox Engine. Gezeigt wurde bereits ein längeres Gameplay-Video. Die noch fehlenden Arbeiten betreffen offenbar vor allem grafische Abweichungen. Zusätzliche Grafikoptionen sollen zwar möglich sein, den ursprünglichen Ablauf aber nicht verändern.

Das ist ein wichtiger Unterschied für Fans, denen es nicht nur um die Kulisse geht. Bei P.T. entstand die Wirkung aus kleinen Veränderungen, wiederkehrenden Ereignissen und dem Gefühl, dass der scheinbar gleiche Gang nie ganz derselbe bleibt. Wenn das Projekt tatsächlich die vorhandenen Skripte und Ereignisabläufe übernimmt, wäre es näher an der ursprünglichen Demo als ein bloß ähnlicher Horror-Spaziergang.

Auch das ungewöhnliche Schlussrätsel soll bleiben

LoreanXavier nennt außerdem Lua-Skripte, Event-Loops und das berüchtigte letzte Rätsel als Teil des Ports. Dazu gehört auch die Mikrofon-Spracherkennung, die auf dem PC offline funktionieren soll. Gerade diese Funktion zeigt, warum eine möglichst genaue Umsetzung mehr sein kann als ein optischer Nachbau: Sie gehört zu den Ideen, mit denen P.T. damals bewusst Erwartungen an ein Rätselspiel durcheinandergebracht hat.

Ob am Ende wirklich jeder Ablauf exakt dem PS4-Original entspricht, lässt sich aus dem gezeigten Material noch nicht endgültig beurteilen. Die Angaben stammen vom Entwickler selbst, und das Projekt ist offenbar noch nicht vollständig abgeschlossen. Einen Termin oder eine offizielle Veröffentlichung gibt es bisher nicht.

Kojimas Reaktion ist keine Freigabe

Dass Kojima den Bericht geteilt hat, ist für den Entwickler ein starkes Signal. Es zeigt zumindest, dass das Projekt bei dem kreativen Kopf hinter P.T. angekommen ist. Eine Erlaubnis für einen Vertrieb oder eine rechtliche Absicherung bedeutet diese Reaktion aber nicht.

Die Rechte an der Demo liegen weiterhin bei Konami. Der Publisher könnte also einschreiten, falls der Port veröffentlicht wird. Genau darin liegt die größte offene Frage: Nicht die technische Machbarkeit entscheidet allein darüber, ob PC-Spieler P.T. künftig wieder leichter erleben können, sondern auch, ob das Projekt online bleiben darf.

Für Horror-Fans ist der Port trotzdem spannend, weil er auf Erhalt statt auf Neuinterpretation setzt. P.T. ist nicht einfach verschwunden, weil die Demo schlecht erreichbar wurde. Sie wurde gerade durch ihre Seltenheit zu einem Stück Spielegeschichte, über das viele weiterhin sprechen. Ein funktionierender PC-Port könnte diesen Zustand ändern, solange die Rechteinhaber ihn nicht stoppen.

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