Physint hat einen neuen Publisher: Kojima Productions arbeitet künftig mit den Xbox Game Studios weiter. Sony unterstützt das Action-Spionage-Projekt dagegen nicht mehr. Hideo Kojima zufolge hatte Sony ihm Mitte Juni mitgeteilt, das Projekt einstellen zu wollen.
Für Fans ist das zuerst eine gute Nachricht, denn Physint wurde offenbar nicht komplett beendet. Gleichzeitig beginnt jetzt eine Phase mit vielen offenen Fragen. Der Wechsel betrifft womöglich nicht nur das Logo auf der Verpackung, sondern wichtige Teile der bisherigen Planung.
Der Wechsel kann mehr als den Namen des Publishers ändern
Kojima Productions nutzte für Death Stranding und Death Stranding 2: On the Beach die Decima Engine von Guerrilla Games. Ob Physint ebenfalls mit dieser Technik entwickelt wurde, ist nicht bestätigt. Falls das so war und das Team künftig keinen Zugriff mehr darauf hat, könnte bereits entstandene Arbeit schwerer weiterzuverwenden sein.
Das wäre vor allem deshalb wichtig, weil Physint schon bei seiner Ankündigung 2024 als großes Projekt vorgestellt wurde. Kojima sagte damals, das Spiel werde noch einige Jahre brauchen und wohl erst für die nächste Konsolengeneration erscheinen. Ein Publisher-Wechsel macht dieses Zeitfenster nicht klarer.
Offen ist auch, auf welchen Konsolen Physint am Ende erscheinen soll. Eine PlayStation-Version wurde für die Zeit unter Xbox als Publisher bisher nicht bestätigt. Spieler sollten deshalb weder von einer exklusiven Veröffentlichung noch von einer Veröffentlichung auf mehreren Plattformen ausgehen.
Auch der Filmteil steht plötzlich infrage
Physint soll Action-Spionage mit einem besonders filmischen Ansatz verbinden. Für diesen Teil war eine Zusammenarbeit mit Sony Pictures und Columbia Pictures vorgesehen. Ob diese Partner nach Sonys Ausstieg noch beteiligt sind, haben Kojima Productions und Sony nicht erklärt.
Genau hier zeigt sich, warum der Wechsel mehr sein könnte als eine Vertragsmeldung. Wenn Technik, Filmkooperationen oder andere Vereinbarungen neu geregelt werden müssen, kann das die Entwicklung verändern. Das bedeutet nicht automatisch, dass Physint von vorn beginnt. Es gibt aber derzeit keine bestätigte Aussage dazu, welche bisherigen Fortschritte Kojima Productions übernehmen kann.
Warum Sony ausstieg, ist nicht offiziell erklärt
Eine offizielle Begründung für Sonys Entscheidung gibt es nicht. Berichte aus Branchenkreisen behaupten, Kojima Productions habe interne Entwicklungsziele verpasst und stehe vor höheren Kosten als geplant. Auch die Verkaufszahlen der beiden Death Stranding-Spiele werden als möglicher Faktor genannt. Bestätigt wurden diese Angaben weder von PlayStation Studios noch von Kojima Productions.
Damit bleibt als sichere Nachricht vor allem: Physint lebt weiter, aber unter neuen Bedingungen. Erst wenn Kojima Productions erklärt, welche Technik, Partner und Plattformen bleiben, lässt sich besser einschätzen, wie weit das Projekt wirklich ist.