Mehrere PS4-Spiele-Discs mit Altersfreigaben und PlayStation-Logo liegen teilweise übereinander.
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PlayStation: Initiativen unterstützen Klage gegen Sonys Digitalvertrieb

Von Ramona 4 Min. Lesezeit

Zwei Initiativen unterstützen die niederländische Klage gegen Sony. Im Fokus stehen Preise im PlayStation Store und die Folgen des geplanten Disc-Aus ab 2028.

Eine niederländische Sammelklage gegen Sony erhält Unterstützung von zwei Initiativen, die sich mit dem Erhalt und der Nutzbarkeit von Videospielen beschäftigen. Stop Killing Games und DoesItPlay? schließen sich der Kampagne „Fair PlayStation“ an. Im Mittelpunkt steht zwar vor allem die Preisgestaltung digitaler Spiele im PlayStation Store. Das von Sony angekündigte Ende physischer Neuveröffentlichungen ab Januar 2028 gibt der Auseinandersetzung aber eine zusätzliche Bedeutung.

Für Spieler geht es damit um mehr als die Frage, ob einzelne Store-Angebote zu teuer sind. Wenn Discs als Kaufoption wegfallen, bleibt auf der Konsole nach Darstellung der Kläger nur noch Sonys eigener digitaler Shop. Die Klage wird also auch daran gemessen werden, wie viel Auswahl Käufer auf einer geschlossenen Plattform tatsächlich haben.

Die Klage richtet sich gegen Preise im PlayStation Store

Angeführt wird das Verfahren von der niederländischen Verbraucherschutzorganisation Stichting Massaschade & Consument. Die Sammelklage wird bereits seit 2024 vorbereitet. Sie wirft Sony vor, seine Stellung auf dem Konsolenmarkt auszunutzen, weil digitale PlayStation-Spiele ausschließlich über den PlayStation Store gekauft werden können.

Die Organisation argumentiert, dass es auf dem PC mehrere digitale Läden gibt, die um Käufer konkurrieren. Auf PlayStation gebe es diesen Wettbewerb nicht. Seit Sony 2019 den Verkauf digitaler Spielcodes über Händler unterbunden habe, könne Sony die Preise im eigenen Store gemeinsam mit den Publishern exklusiv festlegen.

Die Kläger sprechen deshalb von einer „Sony-Steuer“. Ihren Angaben zufolge zahlen Käufer digitaler PlayStation-Spiele im Durchschnitt bis zu 47 Prozent mehr. Das ist ein Vorwurf der Klage und noch keine gerichtliche Feststellung. Gerade diese Unterscheidung ist wichtig: Ob Sonys Store-Modell gegen geltendes Recht verstößt und ob die genannten Preisunterschiede rechtlich als Schaden gelten, muss erst im Verfahren geklärt werden.

Stichting Massaschade & Consument fordert derzeit eine Entschädigung von rund 400 bis 435 Millionen Euro. Erwartet wird, dass der Fall 2027 in eine entscheidende Phase geht.

Warum das Ende der Discs den Fall verändert

Das angekündigte Disc-Aus ist nicht der ursprüngliche Kern der Klage. Trotzdem rückt es die Frage nach Alternativen stärker in den Vordergrund. Eine Disc kann bisher nicht nur in einem anderen Laden gekauft werden. Sie lässt sich auch gebraucht weiterverkaufen oder ausleihen. Damit gibt es neben dem offiziellen Store zumindest einen weiteren Weg, an ein Spiel zu kommen.

Fallen neue physische PlayStation-Spiele ab 2028 weg, verschwindet diese Möglichkeit laut den Klägern. Sony wäre dann bei Neuerscheinungen nicht nur Betreiber der Konsole und des digitalen Shops, sondern auch der einzige direkte Verkaufsweg. Microsoft und Nintendo betreiben ebenfalls stark geschlossene digitale Systeme. Sony hebt sich in diesem Fall jedoch dadurch ab, dass das Ende neuer Discs bereits angekündigt wurde.

Das bedeutet nicht automatisch, dass jedes digitale Spiel dauerhaft teuer bleiben muss. Angebote und Preissenkungen im PlayStation Store wird es weiterhin geben können. Der entscheidende Punkt ist ein anderer: Käufer könnten bei neuen Spielen nicht mehr zwischen Store, Einzelhandel und Gebrauchtmarkt wählen. Diese fehlende Wahlmöglichkeit ist für die Klage ein wichtiges Argument.

Zwei Initiativen setzen auf Sichtbarkeit und Belege

Stop Killing Games wurde mit dem Ziel gegründet, Publisher stärker dazu zu verpflichten, Spiele nach abgeschalteten Servern in spielbarem Zustand zu hinterlassen, etwa über Offline-Modi. Die Initiative sammelte nach eigenen Angaben mehr als 1,4 Millionen Unterschriften. Die EU-Kommission lehnte jedoch eine entsprechende Gesetzesinitiative ab.

Mit dem Beitritt zur niederländischen Kampagne verlagert Stop Killing Games einen Teil des Drucks nun auf die Vertriebsfrage. DoesItPlay? passt ebenfalls zu diesem Thema: Das Community-Projekt untersucht, ob physische Spiele ohne dauerhafte Online-Anbindung spielbar bleiben. Wer sich über diese Tests informieren möchte, findet sie bei DoesItPlay?.

Beide Gruppen erklären ihre Unterstützung damit, dass die Kläger gegenüber dem Gericht zeigen müssten, tatsächlich Spieler zu vertreten. Besonders relevant sind dabei niederländische PlayStation-Nutzer, weil sich die Sammelklage dort abspielt.

Ob das Gericht Sony zu Änderungen, Entschädigungen oder gar zu einem anderen Umgang mit dem Digitalvertrieb verpflichtet, ist offen. Klar ist aber schon jetzt: Das angekündigte Ende der Disc verschiebt die Debatte. Es geht nicht allein um die Preise eines einzelnen Stores, sondern darum, welche Ausweichmöglichkeiten Spielern auf einer Konsole künftig noch bleiben.

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