Ein möglicher Stopp neuer PS5-Discs ab Anfang 2028 sorgt weiter für Kritik. Bestätigt ist dieser Plan aber nicht: Die Information geht auf ein Gerücht zurück. John Linneman von Digital Foundry berichtet allerdings, bei Gesprächen auf der Gamescom 2026 deutlichen Ärger bei Entwicklern und Publisher-Vertretern wahrgenommen zu haben.
Gerade für kleinere Firmen wäre das mehr als eine Diskussion über das Laufwerk einer Konsole. Wenn sie mit physischen Verkäufen Geld verdienen, könnte ein rein digitaler PlayStation-Markt ihr Geschäft direkt verändern.
Warum Discs für kleinere Firmen wichtig bleiben könnten
Linneman sagte, viele Unternehmen erzielten einen großen Teil ihrer Einnahmen mit physischen Produkten. Welche Firmen er meint, nannte er nicht. Deshalb lässt sich nicht sagen, wie viele Studios oder Publisher wirklich betroffen wären und wie stark.
Sein Punkt ist trotzdem leicht zu verstehen: Große Spiele von großen Studios finden eher viele Käufer im digitalen Store. Kleinere Publisher können dagegen davon profitieren, dass Spiele im Laden stehen, gesammelt oder später weiterverkauft werden. Fällt dieser Weg weg, fehlt ihnen möglicherweise ein Teil ihres bisherigen Geschäfts.
Linneman vermutet deshalb, dass manche Unternehmen ihre Spiele stärker auf Switch 2 ausrichten könnten, um physische Veröffentlichungen weiter anzubieten. Das ist keine angekündigte Strategie einzelner Publisher, sondern seine Einschätzung.
Für Spieler geht es auch um Besitz und Weiterverkauf
Bei Discs geht es nicht nur darum, ob eine Hülle im Regal steht. Physische Spiele lassen sich tauschen, verkaufen oder verleihen. Genau diese Möglichkeiten würden bei einem reinen Digital-Modell wegfallen.
Das könnte besonders in Regionen wichtig sein, in denen viele Leute Spiele noch im Laden kaufen und danach weitergeben. Gleichzeitig steht dem die wachsende Bedeutung digitaler Stores gegenüber. Richard Leadbetter, ebenfalls von Digital Foundry, bezweifelte im Podcast, dass Publisher deshalb plötzlich keine PlayStation-Spiele mehr veröffentlichen würden.
Das ist wohl auch nicht die unmittelbare Frage. Spannender ist, ob weniger Auswahl bei physischen Versionen langfristig dazu führt, dass kleinere Publisher andere Plattformen wichtiger finden. Sony hat den angeblichen Plan bislang nicht bestätigt, und auch eine mögliche Verschiebung oder Änderung ist offen. Die Diskussion zeigt aber schon jetzt, dass ein Disc-Ende nicht für alle Teile der Branche dieselbe Folge hätte. Den Podcast mit den Aussagen von Linneman und Leadbetter gibt es hier.