Ein möglicher PS6-Handheld ist weiter nur ein Gerücht. Bestätigt ist aber, dass Shawn Layden, früher in leitenden Funktionen bei PlayStation tätig, Sony vor genau so einer Kombination aus neuer Heimkonsole und eigenständigem Handheld warnt.
Sein Punkt ist weniger die Frage, ob mobile Hardware technisch sinnvoll wäre. Layden sieht vor allem ein Problem darin, zwei Geräte gleichzeitig mit Spielen, Werbung und Aufmerksamkeit zu versorgen. Für Fans wäre das wichtig, weil ein Handheld nicht allein durch seine Technik überzeugt. Er braucht dauerhaft Spiele und klare Unterstützung.
Zwei Plattformen brauchen mehr als zwei Geräte
Layden blickt dabei auf Sonys frühere Hardware zurück. Die PSP war erfolgreich, doch parallel dazu musste sich das Unternehmen auch um die PS3 kümmern. Aus seiner Sicht können solche Geräte schnell um dieselben Budgets, Studios und Marketingplätze konkurrieren.
Das klingt erst einmal nach einem internen Problem. Spieler merken die Folgen aber direkt: Wenn sich die Unterstützung aufteilt, kann eine Plattform nach einem starken Start plötzlich deutlich weniger neue Spiele bekommen. Die PlayStation Vita nennt Laydens Rückblick als Beispiel. Sony lieferte nach dem Start nur noch wenig eigene Spiele, während gleichzeitig Smartphones immer wichtiger wurden.
Auch PlayStation VR2 zeigt, warum Laydens Warnung nicht nur alte Handhelds betrifft. Das Gerät bekam nur überschaubare Unterstützung durch Sonys eigene Studios, und das Interesse der Käufer nahm ab. Daraus folgt nicht automatisch, dass ein neuer Handheld scheitern würde. Es zeigt aber, wie wichtig ein langfristiger Plan wäre.
Portal ist ein anderer Fall
PlayStation Portal passt nicht ganz in dieses Muster. Das Gerät läuft laut den vorliegenden Angaben ordentlich, ist aber keine eigene Plattform mit exklusiv entwickelten Spielen. Deshalb muss Sony dafür nicht parallel ein zweites Spieleangebot aufbauen.
Bei einem eigenständigen Handheld wäre das anders. Wenn er eigene Spiele benötigt oder technisch weit genug von einer Heimkonsole entfernt wäre, müsste Sony entscheiden, welche Teams für welches Gerät entwickeln. Genau diese Konkurrenz innerhalb des eigenen Angebots hält Layden für schwierig.
Seine mögliche Lösung erinnert eher an Nintendos Switch-Konzept: ein Gerät, das unterwegs genutzt werden kann und zu Hause an den Fernseher kommt. Dann gäbe es nicht zwei getrennte Plattformen, die jeweils um Support kämpfen.
Was Sony tatsächlich plant, ist offen
Sony hat weder einen PS6-Handheld noch die nächste Konsolengeneration angekündigt. Hideaki Nishino, CEO von Sony Interactive Entertainment, sagte allerdings, dass künftige Konsolen auf Technik setzen könnten, die sich in verschiedenen Formen und an unterschiedlichen Orten verwenden lässt.
Das lässt viel Raum für Ideen, bestätigt aber kein bestimmtes Gerät. Laydens Aussage ist deshalb keine Enthüllung über die PS6. Sie erklärt eher, woran Sony bei einem Handheld plus Heimkonsole arbeiten müsste: Nicht nur die Hardware müsste passen, sondern auch der Plan für Spiele und Support über mehrere Jahre.