Sony hat ein Patent veröffentlicht, das eine eigene Technik für zusätzliche Zwischenbilder beschreibt. Der auffälligste Punkt: Das System soll auch Eingaben am Controller nutzen. Damit könnte es Bewegungen besser vorhersagen als nur anhand bereits gerenderter Bilder.
Für eine mögliche PS6 ist das interessant. Zusätzliche Bilder können die Darstellung flüssiger wirken lassen. Sie bringen aber schnell ein Problem mit: Verzögerungen bei der Steuerung. Genau dort setzt Sonys Patent mit dem Titel „Generation Super Sampling“ an.
Der Controller soll Bewegungen früher verraten
Das beschriebene Verfahren nimmt ein gerendertes Bild als Grundlage. Daraus berechnet ein trainiertes Modell ein Bild, das zwischen zwei normalen Bildern liegt. Solche Techniken gibt es auch auf dem PC schon länger.
Sony will dabei aber mehr Daten einbeziehen. Neben Informationen aus dem Spiel sollen auch Controller-Eingaben helfen. Drückst du zum Beispiel eine Richtungstaste oder bewegst einen Stick, weiß das System früher, wohin sich die Spielfigur wahrscheinlich bewegt.
Das klingt erstmal nach einem kleinen Unterschied. Für schnelle Spiele könnte er aber wichtig sein. Wenn ein erzeugtes Bild zu spät auf Eingaben reagiert, fühlt sich die Steuerung schlechter an. Laut Patent soll die zusätzliche Controller-Information dabei helfen, Verzögerungen und kurze Bildaussetzer zu begrenzen.
Ob das in der Praxis klappt, sagt das Patent natürlich nicht. Es zeigt nur, woran Sony arbeitet. Gerade bei Frame Generation zählt aber nicht nur eine hohe Zahl an Bildern pro Sekunde. Die Eingabe muss sich auch direkt anfühlen.
Mehr Bilder sind nicht automatisch besser
Im Dokument steht außerdem, dass Sony auch mehrere Bilder vor oder nach einem Eingabebild vorhersagen könnte. Das wäre eine Form von Multi-Frame-Generation.
Das klingt nach besonders flüssiger Grafik. Auf Konsolen ist der Nutzen aber noch offen. Viele Fernseher unterstützen höchstens 120 Hz. Mehrere zusätzlich erzeugte Bilder wären daher nicht immer sichtbar. Außerdem steigt mit jedem vorhergesagten Bild das Risiko, dass Bewegungen nicht genau passen oder Eingaben später wirken.
Sonys Idee mit den Controller-Daten könnte genau deshalb wichtiger sein als die bloße Zahl erzeugter Bilder. Sie wäre ein Versuch, flüssigere Darstellung nicht gegen eine trägere Steuerung einzutauschen.
Noch kein Hinweis auf eine feste PS6-Funktion
Sony nutzt auf der PS5 Pro bereits PSSR, eine eigene Technik zur Bildhochskalierung. Die normale PS5 erhielt vor wenigen Wochen mit QSSR ein ähnliches Feature. Zudem arbeitet Sony mit AMD unter dem Namen Project Amethyst an Technologien mit maschinellem Lernen für spätere Hardware.
Das neue Patent passt also zu Sonys bisherigen Plänen. Bestätigt ist damit trotzdem nichts. Patente beschreiben oft Ideen, die später verändert werden oder gar nicht in einem Produkt landen.
Weder ein Termin für die PS6 noch ihre Ausstattung sind aus dem Dokument abzuleiten. Spannend ist vor allem der Ansatz: Sony denkt bei zusätzlichen Bildern offenbar nicht nur an Grafik, sondern auch daran, was währenddessen an deinem Controller passiert.